Sturmschäden: Wann haben Sie Anspruch auf Schadenersatz?

Wer zahlt, wenn mein Eigentum durch Unwetter, Sturm und Hochwasser beschädigt wurde?
Wenn ein Baum durch einen Sturm umknickt, wer bezahlt den Schaden? © dpa, Bernd März

Sturmschäden - wer zahlt?

Wer nach einem heftigen Sturm oder schweren Überschwemmungen vor den Trümmern seines Eigenheims steht, Schäden an Fahrzeugen, Kleidung oder Mobiliar zu beklagen hat, braucht einerseits gute Versicherungen und muss andererseits einiges beachten, um den vollen Schadenersatzanspruch geltend machen zu können.

Die wichtigsten Fragen und Antworten geben Ihnen einen Überblick:

Habe ich überhaupt Anspruch auf Schadenersatz bei Schäden am Haus, am Auto, meiner Kleidung oder dem Mobiliar?

Ja, darauf haben Sie Anspruch, sofern Sie eine Hausratversicherung besitzen. Wenn der Sturm eine verschlossene Tür eindrückt, der Hagel ein Dach oder die Fassade zerschlägt, Regen Möbel oder Kleidung beschädigt, dann übernimmt die Hausratversicherung die Kosten für die Wiederbeschaffung - und zwar zum Neuwert. Dabei muss das Unwetter aber zunächst das Haus beschädigt haben. Falls der Schaden durch ein offen stehendes Fenster entstanden ist, zahlt die Versicherung nicht.

Bei Sturm gilt allerdings die Grundregel: Der Wind muss mit Stärke 8 - das sind mindestens 61 km/h - geweht haben, sonst muss die Versicherung nicht zahlen.

Checkliste: Welche Voraussetzungen muss ich für eine Ersatzleistung im Schadensfall erfüllen?

1. Grundsätzlich müssen Sie den Schadensfall umgehend der Versicherung melden. Spätestens innerhalb einer Woche muss der Schaden benannt werden. Damit die Versicherung den Schaden feststellen kann, sollten Sie alles unterlassen, was eine Schadensfestellung erschweren könnte – sonst setzen Sie Ihren Versicherungsschutz aufs Spiel!

2. Stets wahrheitsgetreue Angaben machen - sicherheitshalber sollten Sie vor Beginn der Aufräumarbeiten Fotos machen und alle Gegenstände, die beschädigt oder zerstört worden sind, auflisten. Gefahrenquellen dürfen vorher entfernt werden.

3. Sollten Sie zur Miete wohnen, wenden Sie sich direkt an Ihren Vermieter – der Unwetterschaden ist Sache des Vermieters, der sich die Kosten dann von seiner Versicherung zurückholen muss.

Welche Versicherung haftet in welchem Fall?

Allgemein haften bei Unwetterschäden Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen (ab Windstärke 8).

Schäden an Haus oder Wohnung - Wohngebäudeversicherung

Eigenheimbesitzer sollten neben der Feuerversicherung auch eine Sturmversicherung abschließen. Darin eingeschlossen sind sowohl die Kostenübernahme bei Schäden, die durch die direkte Einwirkung des Sturms entstanden sind, aber auch die Folgekosten durch weitere Schäden. Wenn ein Sturm also Ihr Dach abgedeckt hat und es reinregnet, ist auch der Folgeschaden durch den Regen mitversichert. Dies gilt nicht für im Bau befindliche Gebäude - für die ist eine zusätzliche Bauleistungs- und Bauwesenversicherung nötig.

Schäden an Kleidung und Gegenständen- Hausratversicherung

Wenn Gegenstände Ihres Hausrats durch die Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurden, zahlt die Hausratversicherung – natürlich nur, wenn sich die Gegenstände zum Zeitpunkt des Unwetters im Haus/ in der Wohnung befunden haben. Ausnahme: Antennen und Markisen, die außen angebracht sind, werden ebenfalls mitversichert. Der Versicherungsschutz erlischt, wenn Schäden durch offen stehende Türen oder Fenster entstanden sind.

Schäden am Auto - Kaskoversicherungen

Stürzen Dachziegel, Äste oder gar Bäume auf das parkende Fahrzeug, ist Ihr Kfz-Versicherer der passende Ansprechpartner. Konkret ist das ein Fall für die Teilkasko-Versicherung (ab Windstärke 8), die Ihnen im besten Fall den Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt. Ihnen wird der Wert eines gleichaltrigen, gebrauchten Wagens erstattet. Beachten sollten Sie in diesem Fall jedoch, welche konkreten Regelungen bei Lackschäden und vereinbarten Selbstbeteiligungen in Ihrem Vertrag festgeschrieben wurden.

Die Vollkasko-Versicherung reguliert Sturmschäden natürlich auch - die Selbstbeteiligung erlischt jedoch nicht. Sollten Sie mit bereits umgestürzten Bäumen kollidieren (oder anderen vom Sturm verwehten Gegenständen), haftet ebenfalls die Vollkasko. Ist die Flut- oder Überschwemmungsgefahr hinreichend bekannt, haftet die Vollkasko bei Wasserschäden (bspw. durch im Wasser geparkte Autos, Wasser im Ansaugtrakt oder im Motor) nur eingeschränkt.

Schäden durch Überschwemmungen – Elementarschaden-Versicherung

Grundsätzlich fällt ein durch Starkregen vollgelaufener Keller auch in die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung, allerdings nur, wenn Sie beim Abschluss den Bereich „Weitere Elementargefahren“ eingeschlossen haben. Abdeckt sind damit Überschwemmungen, Überflutungen, Erdbeben, Erdsenkungen, Erdrutsche, Schneedruck und Lawinen.