Polarluft beschäftigt die Winterdienste und sorgt für eine erhöhte Lawinengefahr

Sturm, Schnee und Lawinengefahr

Vor allem im Süden ist die Lage angespannt. Auf der einen Seite durch die Hochwassersituation. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Ticker. Auf der anderen Seite sorgte Tief "Petra" hier für Orkanböen bis in tiefere Lagen. Gleichzeitig donnerte die Polarluft südwärts und sorgte in den Mittelgebirgen für bis zu 20 Zentimeter Neuschnee mit Schneeverwehungen. Deutlich mehr dürfte im Stau der Alpen zusammen kommen. Hier ist rund ein Meter Neuschnee drin. Das erhöht wiederum die Lawinengefahr. Besonders gefährlich ist der sogenannte Triebschnee.

Orkan-Nacht - Das waren die heftigsten Böen

Angetrieben durch eine sehr kräftige Höhenströmung ging es in der letzten Nacht besonders im Süden Deutschlands sowie im Alpenraum zur Sache. Hier die heftigsten Böen in Deutschland (in km/h):

Berge

  • Feldberg/Schwarzwald 144
  • Zugspitze 144
  • Hohentwiel 141
  • Gersbach/Schwarzwald 139
  • Nebelhorn 135
  • Hornisgrinde/Schwarzwald 131
  • Belchen/Schwarzwald 131
  • Großer Arber 130
  • Wallberg 130
  • Hohenpeißenberg 120

Tiefere Lagen

  • Altenstadt 122
  • Uhldingen/Bodensee 120
  • Scheidegg/Allgäu 120
  • Kressbronn/Bodensee 119
  • Friedrichshafen 115
  • Lindau  115
  • München 113
  • Mühldorf am Inn 109
  • Dettingen(Konstanz) 109
Orkan-Alarm
Volle Orkanstärke: Die heftigsten Böen gab es auf der Zugspitze und auf dem Feldberg im Schwarzwald mit über 140 km/h. © imago images/Christian Ohde, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Schnee und Schneeverwehungen in den Mittelgebirgen

Die eingeflossene Kaltluft entschärft jetzt zwar die Hochwasserlage, da der Regen in Schnee übergeht und somit erst einmal kein Wasser nachkommt. Dafür sind nun die Winterdienste wieder im Einsatz. Besonders im Bergland. Am meisten Schnee ist in der Nacht in den östlichen Mittelgebirgen gefallen. Und hier ist in Spitzen auch nochmals ein halber Neuschnee drin. Die Neuschnee-Mengen der letzten Nacht sehen wie folgt aus:

  • Fichtelberg 17 Zentimeter
  • Wasserkuppe 10 Zentimeter
  • Kahler Asten 6 Zentimeter
  • Thüringer Wald 6 bis 8 Zentimeter
  • Feldberg/Taunus 2 Zentimeter

Durch den teils stürmischen Wind sind im Bergland weiterhin Schneeverwehungen mit Verkehrsbehinderungen möglich. 

Schnee und Glätte zum Dienstag und Mittwoch
Nach dem Hochwasser kommen jetzt die Winterdienste wieder an die Reihe. Im Alpenraum ist bis zu einem Meter Neuschnee drin. Im Bereich Erzgebirge ist bis zum Mittwoch noch rund ein halber Meter Schnee möglich. © dpa, Armin Weigel

Schnee, Triebschnee und Lawinenlage im Alpenraum

Besonders oberhalb der Waldgrenze ist die Lawinengefahr erhöht. Verbreitet mit Lawinenwarnstufe 3 von 5. Das entspricht einer erheblichen Lawinengefahr. Teilweise herrscht in den höher gelegenen Bereichen auch die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4

Grund sind Tauwetter und Neuschnee in Kombination mit dem Sturm. Denn der sorgt für Verfachtungen und Triebschnee mit der Gefahr von spontanen Lawinenabgängen in den Hochlagen. Die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen ist bevorzugt tagsüber sogar bis in mittlere Bereiche unterhalb der Baumgrenze erhöht. 

Da sich das Wetter in den nächsten Tagen bessert, wird es dann sicherlich auch wieder voll in den Skigebieten. Die Lawinengefahr geht aber nur langsam zurück, so dass Sie weiterhin auf den freigegebenen Pisten bleiben sollten. Abseits der gesicherten Bereich besteht Lebensgefahr!

So schön kann der Winter sein.
Spätestens am Donnerstag ist auch in den Alpen der Schneefall durch und dann sorgte Hoch Frank für ein traumhaftes Winterpanorama. © dpa, Tobias Hase, tha jhe

Zur Wochenmitte wird es ruhiger

Nach kalter Nacht mit Frost oder Bodenfrost inklusive Glättegefahr ziehen sich die Schneeschauer am Mittwoch tagsüber ins Erzgebirge und Richtung Alpen zurück. In den Alpen schneit es länger anhaltend und ergiebig. Sonst scheint aber zeitweise die Sonne und es bleibt überwiegend trocken bei 0 bis 8 Grad. Der Wind lässt deutlich nach. Zum Donnerstag wird es dann auch in den Alpen sonniger mit einem traumhaften Winterpanorama.

TVNOW Doku: Die Lebensretter - Einsatz in den Alpen

Eine Lawine - Menschen liegen verschüttet unter Schneemassen begraben. Lebensgefahr. Jetzt zählt jede Minute. Die Bergrettung Tirol muss jedes Jahr zu hunderten solcher Einsätze ausrücken. Einsätze, bei denen die Retter häufig ihr eigenes Leben riskieren, um anderen in Not zu helfen. Unser Kamerateam war hautnah bei einer solchen Rettungsaktion dabei

Die ganze TVNOW Doku "Die Lebensretter - Einsatz in den Alpen" finden Sie hier.

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