Sturm: Schäden in Großbritannien - Tausende Franzosen ohne Strom - in den Niederlanden Bahnverkehr stillgelegt - eini...

Schwere See durch Sturmtief
Schwere See durch Sturmtief © dpa, Damien Meyer

Tote durch Sturm über Europa

Dutzende gestrichene Flüge in Großbritannien, Stromausfälle in Frankreich und Einstellung des Bahnverkehrs in den Niederlanden - heftige Herbststürme haben am Montag in Teilen Europas gewütet. In Großbritannien starben zwei Menschen, in den Niederlanden bisher eine Frau und in Deutschland drei Personen.

Über den Süden von Großbritannien ist der heftigste Herbststurm seit Jahren hinweggefegt und hat zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Am größten Flughafen Europas, London-Heathrow, wurden 130 Flüge gestrichen, sagte ein Sprecher des Airports. Auch Verbindungen von und nach Deutschland sind betroffen.

Hunderte Zugverbindungen im morgendlichen Berufsverkehr wurden gestrichen. Betroffen war auch die Millionen-Metropole London. „Wenn wir bis Dienstag wieder einen ordentlichen Service hinbekommen, bin ich ganz froh“, sagte ein Sprecher der Bahngesellschaft Network Rail. Betroffen waren nach Angaben der Fluggesellschaft Easyjet auch die Verbindung zu den Londoner Flughäfen Gatwick, Stansted, Luton und Southend.

Der Wind fegte mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde über die britischen Inseln. Ein 14 Jahre alter Junge wird vermisst - vermutlich wurde er an der Küste von East Sussex ins Meer gespült.

Im Südwesten Großbritanniens waren am Morgen mindestens 6000 Haushalte ohne Strom, nachdem Bäume auf Stromleitungen gestürzt waren. Auch viele Straßen waren unpassierbar, weil entwurzelte Bäume quer lagen.

Auch in Frankreich richtete der Sturm erhebliche Schäden an. In der Normandie und in der Bretagne waren am Montag etwa 75 000 Haushalte ohne Strom. Der Fährverkehr zwischen dem nordfranzösischen Calais und Dover in Großbritannien wurde unterbrochen. Vor allem in Gebieten nahe der Küste war der Sturm mit bis zu 140 Stundenkilometern über das Land gefegt.

In weiten Teilen der Niederlande war der Verkehr behindert. Am Flughafen Schiphol wurden Dutzende Flüge annuliert. Eine Fähre aus dem englischen Newcastle mit rund 1000 Passagieren an Bord konnte den nordniederländischen Hafen in Ijmuiden nicht erreichen und wartete noch am Nachmittag auf das Ende des Sturms auf offener See ab. Der Zugverkehr rund um die niederländische Hauptstadt wurde wegen umgefallener Bäume zunächst stillgelegt.

Bei Köln starb ein Segler, nachdem der 45-Jährige am Sonntag mit seinem Boot auf einem See bei starkem Wind gekentert war. Zwei Menschen sind heute im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen ums Leben gekommen. Ein Baum erschlug einen Autofahrer und einen minderjährigen Beifahrer. Zwei weitere Kinder sind verletzt worden. Der Wagen war am Montag von Essen nach Gelsenkirchen gefahren, als er außerhalb der geschlossenen Ortschaft von einem «großen Baum» mitten auf dem Dach getroffen wurde.