Sturm in Norddeutschland: Reisende übernachten im Zug, andere fahren für 600€ heim

Ein Zugbegleiter neben einem ICE am Hauptbahnhof in München.
Bäume auf den Gleisen sowie Schäden an den Oberleitungen legten zahlreiche Strecken lahm. Gestrandete Fahrgäste mussten in ICEs übernachten. (Symbolbild) © imago images / Ralph Peters, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Übernachtung im Zug oder Taxifahrt nach Hause

Aufgrund von Sturmschäden auf mehreren Bahnstrecken sind 200 Reisende in Hannover gestrandet und haben in der Nacht zu Mittwoch in Zügen übernachtet. Andere Fahrgäste haben sich laut DNF mit dem Taxi davongemacht. Wie ein Fahrer berichtete, habe er für eine Fahrt von Kassel nach Hamburg 630 Euro berechnet. Gezahlt wurde mit Coupons der Deutschen Bahn.

Deutsche Bahn bittet um Entschuldigung

Wie die Deutsche Bahn bekanntgab, lagen mehrere Bäume im Gleis und Oberleitungen waren beschädigt. Einige Strecken mussten gesperrt werden, ICEs wurden evakuiert oder abgeschleppt. Über Twitter bat das Unternehmen um Entschuldigung. 

Im Netz beklagten sich zahlreiche Fahrgäste darüber, dass sie kaum über die Lage informiert wurden und stundenlang im Nirgendwo standen. Über das Ausmaß der Schäden hat sich die Bahn bislang nicht geäußert.

Laut einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) muss die Bahn auch bei Verspätungen zahlen, die durch Unwetter entstehen.

Bahn bietet Schlafmöglichkeiten im ICE

Die Deutsche Bahn hat aber schnell reagiert und nach Angaben eines Sprechers zwei ICEs am Hauptbahnhof in Hannover platziert. Insgesamt haben 200 Reisende die Möglichkeit genutzt in einem der Waggons zu übernachten. Weitere Züge in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg wurden nicht in Anspruch genommen.

Reisende aus Chur aus der Schweiz, die im ICE in Richtung Hamburg in Höhe Nienburg steckenblieben, wurden mit Bussen nach Hannover gefahren. Weitere Fahrgäste mussten zweieinhalb Stunden im Zug auf die Weiterfahrt warten. Hier war ein Oberleitungsschaden Schuld an der Verspätung.

Einschränkungen auch noch tagsüber

Die Bahn gibt an, dass es noch bis in die Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen kommen kann: "Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren", so ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Die ICE-Linien Berlin-Hannover sowie Hamburg-München fallen am Mittwoch komplett aus. Die IC-Linie Norddeich Mole-Dresden wird in beide Fahrtrichtungen umgeleitet und macht zwischen Hannover und Norddeich keinen Halt. Grund dafür sind Reparaturarbeiten. Zudem seien viele Bahnmitarbeiter durch die Probleme nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen.

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