Studie der Universität Hiroshima

Endlich Klarheit: Deswegen haben Raucher vermeintlich seltener Corona

Langzeitraucher im Fokus der Drogenbeauftragten
Raucher haben in der Corona-Pandemie der Drogenbeauftragten zufolge ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa © deutsche presse agentur

Wichtige neue Erkenntnisse

Bereits im Herbst 2020 machten Wissenschaftler die Entdeckung, dass Raucher vermeintlich seltener an Corona erkranken als Nichtraucher. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse, woran das liegen kann.

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Zigarettenrauch blockt den Eingang zu Körperzellen

Forscher aus Hiroshima in Japan fanden heraus, dass hochgiftige PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) die Aufnahme des Virus in die Zellen ein Stück weit verhindern können.

  • Konkret wirken sie so: Sie unterdrücken die Bildung eines weiteren Moleküls. Dieses Molekül verhindert wiederum die Bildung von ACE-2-Rezeptoren in den Zellen. Die sind praktisch das Eingangstor in die Zellen für das Coronavirus, doch ohne diese Rezeptoren gelingt das nicht, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Scientific Report“.

Klingt gut, hat aber einen hohen Preis

Jetzt dürften Raucher denken, dass es sich dabei um eine gute Nachricht handelt. Doch das ist nicht der Fall, denn die hochgiftigen Paks, die im Zigarettenrauch enthalten sind, finden sich unter anderem auch in anderen Abgasen. Wegen der gesundheitlichen Risiken, die vom Rauchen oder Rauch einatmen ausgehen, warnen die Wissenschaftler eindringlich davor. Zudem erkranken Raucher zwar scheinbar seltener, dafür aber schwerer an Corona.

Die Wissenschaftler der Universität Hiroshima wollen jetzt ein Medikament auf Grundlage ihrer Erkenntnisse entwickeln. (lra)