Vater Staat gibt einiges dazu

Strom selbst produzieren: Diese Möglichkeiten gibt es - und das ändert sich 2023

von Oliver Scheel

Strom ist teuer – und er wird es auch erstmal bleiben. Aber es gibt für jeden von uns die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Stroms selbst zu produzieren. Sei es mit sogenannten Balkonkraftwerken oder sogar mit eigenen Mini-Windturbinen. Und seit dem Jahr 2023 gibt es auch ein paar Vergünstigungen und Anreize vom Staat.

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Diese Möglichkeiten der Stromerzeugung gibt es

Mecklenburg-Vorpommern, Stralsund: Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon.
Ein "Balkonkraftwerk" kostet zwischen 500 und 1.000 Euro

Balkonkraftwerk: Wer einen Balkon oder eine der Sonne zugewandte Hauswand hat, der kann mit einem dieser Stecker-Solarmodule arbeiten. Sie bestehen aus einem oder zwei Solarmodulen (300/600 Watt) und einem Wechselrichter. Über den Wechselrichter wird die Sonnenenergie für die eigenen Haushaltsgeräte zur Verfügung gestellt. Der Wechselrichter wandelt den erhaltenen Gleichstrom in den zu Hause benötigten Wechselstrom. Die Balkonkraftwerke sind bereits für rund 500 Euro mit einem Solarmodul zu haben. Je nach Leistungsfähigkeit sind die Kosten bereits nach 6 bis 9 Jahren wieder eingespielt. Eine Anlage bis zu 600 Watt Peak Spitzenleistung dürfen Sie ohne viel Bürokratie errichten. Anmelden sollten Sie die Anlage bei ihrem Netzbetreiber.

Solarthermie: Eine Solarthermieanlage auf dem Dach wandelt Sonnenenergie in Wärme um. Eine Anlage liefert ungefähr 50 Prozent der Energie für das heiße Wasser, das der Haushalt benötigt. Im Sommer kann die Anlage auch 100 Prozent liefern, wenn die Sonneneinstrahlung hoch und intensiv ist. Im Winter ist die Einstrahlung aber nur gering. Wenn Sie die Solarstromanlage mit einer Wärmepumpe koppeln, können Sie weitgehend unabhängig von Gas werden. Die Kosten liegen bei etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Angenommen werden oft zwei bis drei Quadratmeter pro Person, genügend Warmwasser zu produzieren.

Lese-Tipp: So funktioniert ein Balkonkraftwerk – das bringt es und das kostet es

Neuer Trend: Die eigene Windturbine

Mitarbeiter der Firma Sontec GmbH montieren Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Wohnhauses.
Photovoltaik auf dem Dach kann bis zu 30 Prozent des Strombedarfs liefern.

Solarpaneele auf dem Dach: Solarenergie vom eigenen Dach ist schon ein echtes Pfund. Je nach Größe der Anlage können bis zu 30 Prozent des Bedarfs durch eigenen Solarstrom erzielt werden. Es dauert, bis eine solche Investition sich rechnet, aber die Erneuerbaren werden permanent billiger. Laut Bundesverband Solarwirtschaft wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres rund 34 Prozent der neu installierten Anlagen auf Wohnhäusern angebracht. Das zeigt: Solarpaneele auf dem Dach genießen eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Lese-Tipp: Mini-Windturbine fürs eigene Haus - ich mache meinen Strom jetzt selbst

Mini-Windturbine: Man braucht heutzutage kein klassisches Windrad mehr. Es gibt bereits kleine Anlagen, die nur noch Windstangen sind. In denen gibt es Lamellen oder kleine Flügel, die den Wind verdichten. Über eine Turbine wird dann Strom erzeugt. Die Anlagen sind klein, praktisch und effizient. Und das Beste: Sie arbeiten im Gegensatz zu Solarmodulen auch nachts und brauchen viel weniger Platz. Und sie produzieren ungefähr so viel Strom wie 16 Solarmodule.

Lese-Tipp: Kann ich mit einer Solaranlage auf dem Dach die Stromkosten senken?

Und das gibt's vom Staat

Für kleine Photovoltaikanlagen entfällt ab 2023 für Kauf und Installation von Photovoltaik-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt und Stromspeichern die Umsatzsteuer von 19 Prozent. Dies soll die Solarwende auf Privathäusern fördern. Auch der Austausch defekter Teile sowie die Erweiterung fällt unter die Steuerbefreiung. Dies gilt auch für die Anschaffung eines sogenannten Balkonkraftwerks.

Außerdem winkt eine Steuerbefreiung. Die Einnahmen aus der Einspeisung des Stroms müssen nicht mehr versteuert werden. Dies gilt bei PV-Anlagen bis zu einer Bruttonennleistung von 30 kW. Pro Wohneinheit darf die Leistung höchstens 15 kW betragen. Und: Die Steuerbefreiung ist sogar rückwirkend für alle PV-Einnahmen, die nach dem 31. Dezember 2021 erzielt worden sind.

Und: Es gelten neue Vergütungssätze für Anlagen, die zwischen dem 30. Juli 2022 und dem 31. Januar 2024 in Betrieb genommen werden oder oder genommen worden sind. Wer den erzeugten Solarstrom selbst verbrauchen und nur den Überschuss einspeisen möchte, erhält laut „Finanztest“ bis zu 8,2 Cent je Kilowattstunde (kWh). Und wer den Strom komplett ins öffentliche Netz einspeist, darf sogar mit bis zu 13 Cent je kWh rechnen.

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(osc)