Stiftung Warentest: Sehr guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein

Rothaarige Frau cremt sich mit Sonnencreme ein
Stiftung Warentest hat 19 Sonnenschutzmittel getestet. Nur zwei Produkte sind völlig durchgefallen, sie bieten keinen ausreichenden Schutz. © iStockphoto, francescoridolfi.com

Im Test: Sonnencreme und Sonnenspray mit hohem und sehr hohem LSF

Der Hitzesommer ist in Deutschland angekommen! Neben ausreichend Flüssigkeitszunahme (mindestens zwei Liter am Tag), ist jetzt ein hoher Sonnenschutz genauso wichtig - auch abseits vom Strandurlaub. Ob Cremes, Sprays oder Lotions - alle Sonnenschutzmittel - von günstig bis teuer, aus Apotheken, Super- und Drogeriemärkten und Discountern, versprechen, vor aggressiven Sonnenstrahlen zu schützen. Doch wie Stiftung Warentest jetzt getestet hat, trifft dieses Versprechen nicht bei allen Produkten zu: 

Von 19 getesteten Sonnenschutzmitteln mit hohem und sehr hohem Schutz­faktor (30, 50 und 50+) bieten 17 zuverlässigen Schutz. Sechs sind sehr gut, vier davon kosten überdies weniger als zwei Euro pro 100 Milliliter. Zwei Produkte fallen im Test durch. Sie bieten keinen ausreichenden Schutz.

Fast alle Sonnenschutzmittel halten, was sie versprechen

11 von 19 zuletzt getesteten Sonnen­schutz­mittel schneiden insgesamt gut ab, sechs sogar sehr gut. Sie schützen auch vor UVB-Strahlung, wie es auf der Packung steht – und auch ihr UVA-Schutz stimmt. 

Diese sechs Produkte wurden mit „sehr gut“ bewertet:

Testsieger: Sundance Sonnenmilch mit LSF 30* von dm (1,23 Euro für 100ml)
Ombre Sun Ultra Sensitiv Sonnencreme mit LSF 30 von Aldi (3,90 Euro für 100ml)
Elkos Sun Sonnenmilch mit LSF 30 von Edeka (1,10 Euro für 100 ml)
Sonnenspray Sensitiv mit LSF 50* von Jean & Len (5,20 Euro für 100 ml)
Sun Ozon Sonnenmilch* mit LSF 50 von Rossmann (1,63 Euro für 100 ml)
Lavozon Sonnenmilch mit LSF 50 von Müller (1,23 Euro für ml)

Ausgerechnet zwei teure Sonnen­schutz­mittel fallen im Test durch: Sie unter­schreiten den ausgelobten Sonnen­schutz­faktor. Eines dieser beiden enthält zudem einen kritischen Duft­stoff: Lilial. Bislang ist unklar, ob Lilial beim Menschen die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen oder das Erbgut verändern kann. Damit bleibt ungewiss, ob und in welchen Konzentrationen Lilial in Kosmetik­produkten sicher ist.

Diese zwei Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet – darunter die beiden teuersten Produkte des Tests: 

  • The Ritual of Karma Sun Protection Milky Spray mit LSF 30 von Rituals (9,30 Euro für 100 ml)
  • Sun Sonnencreme mit LSF 30 von Speick (21,70 Euro für 100 ml)

Alle Testergebnisse im Überblick finden Sie im ausführlichen Testbericht von Stiftung Warentest.

Wer benötigt einen hohen Lichtschutzfaktor?

Auf Mittel mit Licht­schutz­faktor 50 und 50+ sollten vor allem Menschen mit heller Haut setzen, Wasser­sportler oder Menschen, die nah am Äquator Urlaub machen. Zudem nutzt ein recht hoher Faktor der Haut von Kindern, da sie sehr empfindlich ist.

Das richtige Eincremen ist das A und O

Die meisten Menschen benutzen weniger als ein Viertel der benötigten Menge Sonnenmilch und haben dadurch keinen ausreichenden Sonnenschutz. Vor allem Männer verteilen die Creme ganz unregelmäßig. Ein dicker Klecks auf den Bauch, die Hüften bekommen aber fast gar nichts mehr ab. Und auch die sogenannten Sonnenterrassen wie Stirn, Ohren, Nacken oder Handrücken werden beim Schmieren vernachlässigt.

Um den angegebenen Sonnen­schutz­faktor zu erreichen, braucht eine 1,80 Meter große Person etwa 40 Milliliter für den ganzen Körper – drei Esslöffel voll. Wer kleiner ist, etwas weniger. Bei einem Sonnenbad pro Tag reicht eine 200-Milliliter-Flasche also für etwa fünf Tage – höchstens. Da beim Baden, Abtrocknen und Schwitzen der Schutz verloren geht, sollte stets nachgecremt werden.

Punkt­abzug für falsche „Wasser­fest“-Versprechen

Viele Sonnenschutzmittel werben zusätzlich mit dem Versprechen „wasser­fest“. Doch auch Sonnen­cremes und Sprays, die als „wasser­fest“ beworben werden, können beim Baden oder Planschen einen Teil ihrer Schutz­wirkung einbüßen. Denn selbst wenn sie nach zweimal 20 Minuten Baden nur noch die Hälfte des ursprüng­lichen Schutzes bieten, dürfen sie laut interna­tionaler Norm „wasser­fest“ heißen. Wer auf Flasche oder Tube verspricht, sein Produkt sei „wasser­fest“, ohne genauer zu erläutern, was das heißt, bekam Punkt­abzug in der Bewertungs­kategorie „Beschriftung und Werbeaussagen“– weil das beim Verbraucher eine trügerische Sicherheit erzeugen kann. Stiftung Warentest rät, den Sonnenschutz immer nach dem Baden neu auftzutragen.

Unterschied Sonnencreme, Sonnenmilch und Sonnenspray

Mit Lichtschutzfaktor 20 verlängert sich der Sonnenschutz 20-fach. Im Grunde richtig. Liegt die Eigenschutzzeit der Haut bei beispielsweise 10min, verlängert sich bei der Verwendung einer Sonnenmilch mit LSF 20 die Zeit auf theoretisch 200min. Der volle Lichtschutzfaktor wird allerdings nur für einen kurzen Moment erreicht. Allein durch die Bildung von Schweiß und das Liegen am Strand verteilt sich die Sonnenmilch auf der Strandmatte oder dem Handtuch und der vollständige Schutz ist nicht mehr gegeben. Um die Lichtschutzangabe über den ganzen Tag zu garantieren, bedürfte es daher bis zu einer Flasche Sonnencreme!

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