Nie war die Sicht besser - jetzt gucken!

Sternschnuppen im April: Die Lyriden sind da

Ohne Ende April-Sternschnuppen

Die Lyriden sind da! Das sind sie zwar in jedem Jahr um diese Zeit, aber das Besondere jetzt: Selten war der Himmel so lange so garantiert wolkenlos. Die Chancen die Sternschnuppen zu sehen, sind riesig! Ganz besonders in der Nächten vom 21. bis 23. April. Im Video sehen Sie zwar nicht die Sternschnuppen, aber den Beweis für die idealen Bedingungen.

20.04.2020, Brandenburg, Petersdorf: Der Sternenhimmel leuchtet in der Nacht über einer Allee, die von einem vorbeifahrenden Auto angestrahlt wird. Meist sternenklarer Himmel ermöglicht in der kommende Nacht freie Sicht auf die Sternschnuppen der Lyr
Gute Sicht für die kommenden Sternschnuppen-Nächte! © dpa, Patrick Pleul, ppl pil

Alle zwei Minuten eine Sternschnuppe

"Alle zwei Minuten könnte man eine Sternschnuppe sehen", erklärte Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Denn der Himmel ist im Grunde über ganz Deutschland wolkenfrei. "Es ist von der Menge nicht mehr als in jedem anderen Jahr", sagte er. Die Voraussetzungen zur Sichtung sind eben nur besonders gut. Durch den abnehmenden Mond ist die Nacht dunkler. Auch Flugzeuge stören nicht am Nachthimmel. Die Lyriden können so allenfalls mit Satelliten verwechselt werden.

​Der Astronom empfiehlt das Beobachten von erhöhten Punkten, in einem Park oder außerhalb der Stadt, da dort weniger Streulicht von Stadtlichtern die Sicht auf die Sternschnuppen erschwere.

Wie wird die Nacht bei Ihnen? Die Wetteraussichten für Ihren Ort!

Zahlreiche Besucher beobachten auf dem Großen Feldberg im Taunus Sternschnuppen. Foto: Jan Eifert/Archiv
Beste Bedingungen für Sternschnuppen-Jäger: Superklare Nacht erlaubt ungehinderten Blick auf die Lyriden. © DPA

Lyriden: Die kleine Schwestern der großen Perseiden

Die Lyriden prasseln im Zeitraum vom 16. bis 25. April auf unsere Atmosphäre. Die höchste Aktivität haben sie am 21., 22., 23. April. Ganz so ergiebig wie die berühmten Perseiden sind sie aber nicht. Diese sind im August wieder zu bewundern. Im Video sehen Sie eine Perseidennacht.

Die Lyriden sind rasend schnell

Bei den Lyriden handelt es sich um schnelle Sternschnuppen, die mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometer pro Sekunde - das sind 180.000 Kilometer pro Stunde - in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Eine Reise von der Erde zum Mond würde bei dieser Geschwindigkeit nur zwei Stunden dauern. 

Die Lyriden? Ein Komet ist schuld

Als Quelle der Lyriden wurde der Komet Thatcher (C/1861 G1) ausgemacht. Er umrundet die Sonne auf einer langgestreckten Ellipsenbahn in 415 Jahren. Entdeckt wurde der Komet am 4. April 1861 von Albert E. Thatcher von Manhattan (New York) aus. Thatcher war Amateurastronom und hatte sich von einem Freund ein Fernrohr ausgeliehen. 

Was ist eine Sternschnuppe?

Die Erde kreuzt die Bahn eines ganzen Meteoroitenstroms. Meteoriten sind Brocken aus Staub und Sand, die in die Erdatmosphäre eindringen, dabei kurz als Meteor aufglühen und verdampfen. Was als Sternschnuppe zu beobachten ist, ist nicht der Körper selbst, sondern das auf mehrere tausend Grad aufgeheizte Gas um ihn herum. Die Sternschnuppen eines Stroms stammen in der Regel von einem Kometen, in diesem Fall vom Kometen Thatcher. 

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