Gartenbau für heiße Sommer

Prärie-Landschaften mitten in Europa

von Karim Belbachir und Christian Häckl

Europa bereitet sich auf die Prärie vor. So oder so ähnlich könnte der Titel eines Landschaftsprojektes in Großbritannien lauten. Der Royal Botanic Garden Kew versucht mit dem Pflanzen von klimaresistenten Arten der Erderwärmung und dem damit einhergehenden Verschwinden typischer Landschaften vorzubeugen.

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Botaniker des "Royal Botanic Garden Kew" arbeiten an einer Antwort auf heiße Sommer

Royal Botanic Garden in Wakehurst: Prärie Landschaft
Eine Besucherin spaziert durch den Royal Botanic Garden: Gartenbauer haben hier Prärie-Pflanzen eingesetzt, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Die Dürresommer der vergangenen Jahre stellen heimische Pflanzenarten immer mehr vor zu große Herausforderungen. So sind einige bereits vom Aussterben bedroht. Um dem entgegen zu wirken, arbeiten Botaniker des Royal Botanic Garden Kew daran, heimische Landschaften mit neuen Pflanzen zu besäen. Fündig wurden sie dabei in der amerikanischen Prärie.

In Wakehurst entstand so auf zwei Hektar eine zukunftssichere Landschaft mit Pflanzen, die den heißeren Sommern besser standhalten und nicht so arbeitsintensiv am Leben gehalten werden müssen. Außerdem sollen Pflanzengemeinschaften geschaffen werden, die die härteren Bedingungen gewöhnt sind. Das Prärie-Experiment soll Großbritannien auf die heißeren Sommer wie zuletzt vorbereiten.

50.000 Samen ausgesetzt

Amerikanische Prärie in Großbritannien
Zu einer amerikanischen Prairie gehört die Rudbeckie, die hier gerade in voller Blüte zu sehen ist.

Begonnen hatte das Projekt im Jahr 2019, als britische Gartenexperten sich aufmachten, um in Nordamerika mit US-Kollegen mehrere Millionen Samen von Wildpflanzen sammelten. Die Samen wurden dann in der Millenium Seed Bank eingelagert, aber auch mit anderen Arten vermischt, um eine widerstandsfähige Gruppe zum Aussäen zu finden.

2021 blühte die Landschaft dann zum ersten Mal. Wobei dazu gesagt werden muss, dass nicht jede Art erblühte, was die beteiligten Gartenbauer aber nicht als großes Problem erachten und erklären, dass das Wachstum durch die trockenen Sommer nur verlangsamt wurde. 50.000 Samen wurden ausgesetzt. Eine Art nach der anderen wurde gepflanzt, um jeder Sorte die Chance zu geben, sich richtig zu entwickeln. Die Garten-Experten gehen davon aus, dass es noch weitere zwei bis drei Jahre dauern wird, bis die Prärie-Landschaft vollständig gereift ist.

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(kfb, hha)