Steht der nächste Dürresommer bevor?

Januar bisher viel zu trocken

Es regnet zu wenig in Deutschland. Nicht nur im Sommer, jetzt auch im Winter.  In der ersten Januarhälfte hat es im Südosten teilweise weniger als 10 % im Vergleich zum langjährigen Mittel des Gesamtmonats geregnet, geschweige denn geschneit. Auch der Dezember 2019 war zu trocken. Keine gute Voraussetzung, um den Dürresommer 2018 und den nur wenig nasseren Sommer 2019 auszugleichen. Die Böden sind zu trocken, Ernten und Wälder jetzt schon in Gefahr, wenn keine Niederschläge nachkommen. Droht uns ein erneuter Dürresommer?

In großen Teilen Deutschlands herrscht Regenmangel

Trockenheit Januar
Trockenheit im Januar 2020 © RTL

Das Jahr 2020 fängt nicht nur viel zu warm, sondern auch zu trocken an. Im Januar regnete es nur im äußersten Norden bisher reichlich bis zu viel. Auf Normalkurs sind nur die Küstenbereiche und die Mitte Deutschlands, wo ungefähr die Hälfte der Niederschläge eines normalen Januars gefallen ist. Im Süden, im Westen, im Osten liegt das Niederschlagssoll erst bei einem bis zwei Fünfteln.

Jetzt wäre überdurchschnittlich viel Regen angebracht

Niederschlag in Deutschland: Sommer sind nasser
Die mittleren Monatssummen Niederschlag (mm) für Deutschland

In den Wintermonaten regnet es im Durchschnitt in Deutschland ohnehin weniger als in den Sommermonaten. Um das Niederschlagdefizit aus den vergangenen Sommern auszugleichen, müsste es also nicht nur normal viel regnen, sondern überdurchschnittlich viel.

Der Dürremonitor des Helmholtz-Umweltforschungzentrums

Dürre in Deutschland
links: Dürremonitor Gesamtboden ca, 1,8 Meter rechts: Dürremonitor Oberboden bis 25 cm © UFZ Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Der Dürremonitor Deutschland zeigt dann auch für manche Regionen ein besorgniserregendes Bild: Gerade in den Dürregebieten der vergangenen Jahre, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Bayern ist der Boden bis zu einer Tiefe von ca. 1,8 Metern außergewöhnlich ausgetrocknet. Auch im Oberboden herrscht in einigen Gebieten des Ostens und Südostens Dürre.

Kurzfristig keine Entspannung der Lage in Sicht

Dabei wäre Niederschlag jetzt so wichtig. Denn im Winter wird die Grundlage für den Wasserhaushalt des Frühjahres bis in den Sommer hinein gelegt.  RTL-Meteorlogin Constance Ahlers nimmt aber erstmal die Hoffnung auf einen Ausgleich des Defizits: „Auch in der kommenden Woche sieht es schlecht aus für Niederschläge in Deutschland. Es zeichnet sich ab, dass sich ein Hoch über Deutschland durchsetzt und alle Tiefs, die über den Atlantik kommen, nach Norden umleitet.“

Weiter geht's mit der Trockenheit

NOAA Februar
Ein breites Band der Trockenheit zieht sich quer durch Mitteleuropa.

Die NOAA, die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografie-Behörde, sieht jetzt schon einen viel zu trockenen Februar auf Deutschland zukommen. Auf den vom 5. bis 14. Januar basierenden Daten sind es wieder der Süden und Südosten Deutschlands, die die Trockenheit besonders trifft. Wenn das so kommt, bliebe uns erstmal, auf ein nasses Frühjahr zu hoffen.