Starlink: Was hat es mit den Lichterketten am Himmel auf sich?

Elon Musk und SpaceX schicken noch weitere 30.000 Satelliten

Armada von hellen Satelliten

So mancher Beobachter wird sich bereits gewundert haben über die fremdartige Lichterkette am Nachthimmel. Dabei handelt es sich jedoch weniger um eine Alien-Armada, die eine Invasion vorbereitet, sondern vielmehr um eine Reihe kleinerer Satelliten, die in der Erdatmosphäre ausgesetzt wurden. In Zukunft sollen es sogar noch wesentlich mehr werden, da noch weitere 30.000 dieser künstlichen Erdtrabanten am Himmel ausgesetzt werden sollen.

Im Video: Starlink-Satelliten bewegen sich über den Sternenhimmel

Wettervorhersage für den Sternenhimmel: Unser Wetter- und Wolkenfilm

SpaceX: 30.000 weitere Satelliten sollen noch ins All

Was wir am Nachthimmel die vergangenen Tage sehen konnten, waren die Starlink-Satelliten der Firma SpaceX. Zwischen 4 und 4.30 Uhr am Morgen waren die Satelliten zu sehen. Auch am Samstag werden sie noch am Himmel zu sehen sein.

Anfang Mai wurde die letzte Rakete mit etwa 60 dieser kleinen Satelliten ausgesetzt. Es sind 60 von mittlerweile mehr als 1.400 Satelliten, die das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren im Orbit ausgesetzt hat. Bis zum 2027 hat die US-Regierung der Firma bis zu 12.000 Satelliten genehmigt. Es soll in Zukunft eine Internetverbindung selbst an den entlegensten Ortender Welt schaffen. Dafür sollen weitere 30.000 Satelliten in den kommenden Jahren in einer Höhe von rund 550 Kilometern ausgesetzt werden.

Amazon und Telesat wollen auch Satelliten ins All schießen

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Bei längerer Belichtungszeit erscheinen die Starlink-Satelliten wie ein durchgehender Strich auf dem Bild. (Foto: Laura Kranich)

Den Antrag für die Satelliten hat SpaceX bei der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) erhalten. Für den Weltraum gibt es keine weltweit agierende Behörde, die über eine Lizenz entscheidet. Vielmehr muss das Land, von der aus die Rakete mit den Satelliten aus startet darüber entscheiden, ob ein Unternehmen Satelliten im Weltall aussetzen darf, oder eben nicht. Und die Konkurrenten wie Amazon, OneWeb oder Telesat stehen bereits Schlange, um ihre Satelliten ins All zu jagen.

Es dürften sich wohl noch mehr Unternehmen einreihen. In Zukunft könnten die Lichterketten also sogar zum Alltag gehören. Dementsprechend wird bereits jetzt Kritik laut, dass diese kleinen Satelliten die Menge an Weltraumschrott, der um die Erde kreist, nur weiter erhöhen.

Satelliten stören Himmelsfotografie

Starlink-Lichterkette am Nachthimmel
Die Starlink-Satelliten wandern wie an einer Perlenkette aufgezogen über den Sternenhimmel. (Foto: Laura Kranich)

Astronomen ächzen bereits jetzt. Denn bei den Weitwinkel Aufnahmen im All, bei denen Teleskope einen Bereich des Himmels abbilden, sind durchs Bild fliegende Satelliten-Perlenketten äußerst störend. Vor allem die Anzahl der künstlichen Erdtrabanten ist immens. Seit dem Start des Starlink-Programms vor zwei Jahren hat sich die Anzahl der Satelliten vervielfacht. 2019 waren rund 2.000 aktive Satelliten im Orbit.

Elon Musk hatte bereits angekündigt, die Satelliten so zu modifizieren, dass sie nicht mehr so störend sind. Astronomen und Fotografen wird es freuen. Bis zu 55 Prozent sollen die Satelliten abgedunkelt werden. Zu dunkel dürfen sie aber auch nicht werden, da sie sonst zu sehr erhitzen und verglühen.

Noch mehr Weltraumschrott durch Starlink-Satelliten?

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Im Hintergrund erscheint die Milchstraße, davor huschen die Starlink-Satelliten durchs Bild. (Foto: Laura Kranich)

Trotz aller Modifizierung zugunsten der Astronomie, bleibt das Problem des Weltraumschrotts bestehen. Die FCC will nun die Lizenzen nur noch vergeben, wenn sichergestellt ist, was mit den Erdtrabanten passiert, wenn deren Lebensdauer abgelaufen ist. Betreiber sollen dafür sorgen, dass die Satelliten kontrolliert abstürzen oder in der Atmosphäre verglühen. Schließlich ist der Orbit um die Erde bereits zugemüllt mit allerlei Weltraumschrott und Satelliten, die ausgedient haben.

Das stellt zunehmend eine Gefahr für Raketenstarts oder sogar die Weltraumstation ISS dar. SpaceX hat bereits etwa 70 seiner Starlink-Satelliten wieder in die Erdatmosphäre eintreten lassen. Doch momentan kommen mehr Satelliten in den Orbit, als wieder runter kommen. Somit werden wir auch in näherer Zukunft mit den Lichterketten am Himmel vorlieb nehmen müssen.

Von Karim Belbachir

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