Starkregen, Sturm und Hochwasser: Naturgefahren-Report 2015

Starkregen wird immer bedrohlicher

Überschwemmte Straßen, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller und durch dicke Hagelkörner zerbeulte Autos. Das Wetter bei uns in Deutschland scheint immer extremer zu werden. Fast jedes Jahr werden wir von Hochwasser, Sturm und Hagel heimgesucht. Besonders der Starkregen wird unterschätzt.

Naturgefahren-Report 2015
Extremwetter in Deutschland.

Die Natur wird immer launischer, so der Unwetter-Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Oliver Hauner. Besonders viele Schäden richteten in den letzten Jahren heftige Wolkenbrüche an. Starkregen gehört zur meistunterschätzten Gefahr. "Starkregen können Sie nur schwer vorhersagen. Vielleicht die Region, aber nicht genau, wann oder wie viel Regen runterkommt. Ganz besonders davon betroffen sind die Städte. Dort haben Sie versiegelte Flächen, und wenn es stark regnet, dann schaffen es die Entwässerungssysteme kaum, das Wasser abzutransportieren.".

Extremes Beispiel dafür ist Münster im Juli letzten Jahres, wo der Regen große Teile der Stadt überflutete und Schäden in Höhe von rund 200 Millionen Euro anrichtete. Aber auch 2015 schlug die Natur wieder erbarmungslos zu. Im März ist der Orkan 'Niklas' über Deutschland hinweggezogen. "Darüber hinaus gibt es zwei Tornado-Schäden, unter anderem im Norden der Republik in Bützow, in einer kleinen Stadt, wo binnen weniger Minuten doch erhebliche Schäden entstanden sind.", so Hauner.

Angesichts des Klimawandels werden wir in Zukunft noch viel häufiger mit solchen Extremwetterlagen zu tun haben. Dazu der der Experte: "Wissenschaftliche Studien, in die auch die Daten der Versicherungswirtschaft eingegangen sind, zeigen, dass sich gerade die Bereiche 'Hochwasser' und 'Sturm' verändern werden. Ein Hochwasserereignis, wie wir es heute alle 50 Jahre kennen, wird in Zukunft wahrscheinlich alle 25 Jahre auftreten - und die Sturmschäden werden bis zum Ende des Jahrhunderts um gut 50 Prozent zunehmen."

Im vergangenen Jahr richteten Orkan 'Ela' und Tief 'Quintia' besonders viele Schäden an Häusern und Hausrat verursacht. Die beiden Unwetter-Ereignisse brachten Kosten von 800 Millionen Euro mit sich, wie aus dem Naturgefahrenreport 2015 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Insgesamt summierten sich die Schäden durch Naturgewalten demnach auf knapp 1,2 Milliarden Euro.

Quelle dpa