Starke Windböen, Hochwasser, Schnee, Glätte: Dieses Chaos hinterließ Wintersturm 'Axel'

Das war gefährlich

Sturmtief 'Axel' brachte mit starkem Wind, Schnee und Glätte Gefahr für Leib und Leben, sowie gewaltige Probleme für den Straßen- und Schienenverkehr mit sich. Es kam zu zahlreichen Zwischenfällen und Unfällen.

Widrige Verkehrsbedingungen durch Schnee und Glätte

HANDOUT - Feuerwehr und Rettungwagen stehen am 05.01.2017 an einem Unfallort, bei dem ein Sattelzug auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle verloren hat und in die Mittelleitplanke gerutscht ist. (zu dpa:"Lkw-Unfall auf schneebedeckter A9 - 500 00
Feuerwehr und Rettungswagen stehen am 05.01.2017 an einem Unfallort, bei dem ein Sattelzug auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle verloren hat und in die Mittelleitplanke gerutscht ist.

Die Liste der wetterbedingten Unfälle ist sehr lang. Schnee und Glätte verursachten vielerorts ein Verkehrschaos. Allein in Hessen sind bei rund 40 Glätteunfällen am frühen Donnerstag mindestens vier Menschen leicht verletzt worden. Aber auch in anderen Bundesländern gab es Unfallserien.

Spiegelglatte Straßen in Rheinland-Pfalz: Über 20 Unfälle

Am Donnerstagmorgen verwandelten sich die Straßen in Rheinland-Pfalz teilweise in Eisbahnen. Über 20 wetterbedingte Unfälle verzeichnete die Polizei, 15 davon alleine um Ludwigshafen, bei denen sechs Personen leicht verletzt wurden. Fünf weitere Unfälle ereigneten sich im Raum Kaiserslautern. Die Straßen seien vielerorts noch nicht frei, sagte eine Polizeisprecherin in Kaiserslautern. Im Westerwald überschlug sich in der Nacht zum Donnerstag auf der Landesstraße zwischen Singhofen und Attenausen ein Auto auf spiegelglatter Fahrbahn. Der 28-jährige Fahrer wurde nicht verletzt. Die Straße war so glatt, dass der Abschleppwagen die Unfallstelle nicht erreichen konnte.

Nordrhein-Westfalen: 15 witterungsbedingte Unfälle im Kreis Siegen-Wittgenstein

Seit Mittwochnachmittag (04.01.2017) bis Donnerstagmorgen (05.01.2017)um 07.00 Uhr ereigneten sich witterungsbedingt 15 Unfälle im Kreisgebiet. Bei vier Unfällen waren auch Verletzte zu beklagen:

Elsoff: Am Mittwochnachmittag (04.01.2017) ereignete sich ein Alleinunfall auf der Vogteistraße. Eine 73-Jährige war mit ihrem Punto in Richtung Hatzfeld unterwegs. Auf der schneebedeckten Straße kam sie nach rechts von der Straße ab und krachte zunächst gegen einen Baum. Anschließend dreht sich ihr Auto und blieb an einem Telefonmast hängen. Rettungskräfte brachten die leicht verletzte 73-Jährige in ein Krankenhaus.

Bad Berleburg: Am Mittwochabend (04.01.2017) krachte ein Toyota auf der Landstraße 553 in eine Betonmauer. Der 25-jährige Fahrer war in Richtung Raumland unterwegs. Auf der verschneiten Straße verlor er die Kontrolle über sein Auto und krachte frontal in eine Mauer. Dabei zog sich seine 28-jährige Beifahrerin leichte Verletzungen zu.


Siegen, Kaan-Marienborn: Am Mittwochabend (04.01.2017) verletzte sich der Fahrer eines Pizza-Taxis auf der Hauptstraße. Der 22-Jährige war in Richtung Innenstadt unterwegs. In einer Kurve verlor er auf der mit Schneematsch bedeckten Straße die Kontrolle über sein Auto und kam nach links von der Straße ab. Dort krachte sein Fiat dann zunächst gegen eine Treppe und anschließend gegen eine Laterne. Rettungskräfte brachten den leicht verletzten 22-Jährigen in ein Krankenhaus.

Siegen: Am Donnerstagmorgen (05.01.2017) landete ein Corsa in der Leitplanke. Auf der winterglatten Straße geriet er ins Schleudern. Anschließend kracht er zunächst rechts in die Leitplanke und danach in die Mittelleitplanke. Rettungskräfte verbrachten den leicht verletzten 54-Jährigen in ein Krankenhaus.

Bayern: Lkw-Unfall auf schneebedeckter A9 - 500 000 Euro Schaden

Ein Schaden von 500 000 Euro ist beim Zusammenstoß zweier Lastwagen auf der Autobahn 9 in Oberfranken entstanden. Ein 49 Jahre alter Fahrer hatte in der Nacht zum Donnerstag bei schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Lkw verloren. Der Sattelzug prallte auf einer Steigung nahe der Gemeinde Berg gegen die Mittelleitplanke und stellte sich quer. Ein weiterer Lkw-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr mit seinem Lastwagen auf. Die beiden Männer wurden in ihren Fahrerkabinen eingeklemmt und leicht verletzt. Weil bei dem Unfall auch 500 Liter Diesel ausgetreten, blieb die Autobahn bis zum Morgen nur einspurig befahrbar.

Nordrhein-Westfalen: Fataler Unfall auf glatter Straße

Ein 20-jähriger Autofahrer ist bei einem Verkehrsunfall auf glatter Straße ums Leben gekommen. Der Wagen des Mannes sei im nordrhein-westfälischen Willich von der Fahrbahn abgekommen, in einen Graben gerutscht und dort gegen einen Baum geprallt. Noch an der Unfallstelle sei der 20-Jährige gestorben. Sein gleichaltriger Beifahrer musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Sturmflut erreicht deutsche Ostseeküste

Sturmflut durch Wintersturm Axel
Eine Sturmflut rollt auf Ostseeküste zu.

Auf den Inseln Rügen und Usedom nagten die Wellen bereits am Nachmittag an den Stränden, am frühen Abend herrschte ein kräftiger Wind mit Wellenhöhen von etwa zwei Metern. In Greifswald wurde das Sperrwerk geschlossen. Dort erreichte der Pegelstand am frühen Abend bereits 1,30 Meter über Normal mit steigender Tendenz. Auch in den weiter westlich gelegenen Regionen stellten sich die Behörden auf die Sturmflut ein. In Wismar wurden mehrere hafennahe Straßen und ein Parkplatz am Alten Hafen wegen Überflutungsgefahr gesperrt. Mehrere Buslinien des Nahverkehrs wurden umgeleitet, Sandsäcke an Anwohner in Hafennähe verteilt, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Der Stadthafen in Rostock wurde für Autos gesperrt. Auf der Insel Poel vor Wismar beobachteten die Menschen mit Spannung den zunehmenden Sturm. Rund 30.000 Sandsäcke waren auf Poel vorbereitet. In Lübeck wurden am Abend die Bewohner aufgerufen, ihre Autos von Parkplätzen in Wassernähe wegzufahren. Das Hochwasser erreichte am frühen Abend einen Stand von einem Meter über Normal. Bei deutlich über einem Meter drohten Keller vollzulaufen, hieß es.

Mittwoch, 04.01.: Sturm zerschlägt Container

Wintersturm 'Axel'
Aufgerissene Container am Strand von Wangerooge

Meterhohe Wellen haben vor der ostfriesischen Insel Wangerooge mehrere angespülte Container aufgerissen und zerschlagen. Die Stahlboxen waren bereits bei einem früheren Sturm an Weihnachten über Bord eines Frachters in der Nordsee gegangen. Danach wurden sie an die Strände der Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog und Norderney getrieben. Teilweise verteilte sich dort die aus Bauholz bestehende Ladung.

Mittwoch, 04.01.: Selbst den Wintersportlern macht der Wind zu schaffen

Aufgewirbelter Schnee peitscht den Wintersportlern ins Gesicht.

Mittwoch, 04.01.: Was bedeutet die erwartete Sturmflut für Lübeck, Flensburg und Kiel?

In Lübeck sollen Autos ab etwa einem Meter über dem mittleren Wasserstand von den Parkplätzen an der Untertrave weggefahren werden. Bis zum Mittag war es noch weniger als ein halber Meter. Bei deutlich über einem Meter drohen in Lübeck Keller vollzulaufen.

In Flensburg können bei 1,50 Meter über dem mittleren Wasserstand Parkplätze in Wassernähe überspült werden. Richtig problematisch für die Innenstadt würde es erst ab zwei Metern.

Eher geringe Auswirkungen zeichneten sich für Kiel ab, wo bei 1,50 Meter die Kiellinie am Förde-Ufer Wasser abbekommen könnte.

Mittwoch, 04.01.: Schneeverwehungen in Hochfranken

Heftige Schneeverwehungen haben in Hochfranken zu wahren Schneebergen geführt. Stellenweise blieben Autos einfach in den Schneemassen stecken.

Mittwoch, 04.01.: Unfälle und Zugverspätungen in Niedersachsen

Das Sturmtief 'Axel' mit Regen und Schneefall hat am Mittwoch Verkehrsbehinderungen in Niedersachsen verursacht. Auf der Autobahn 1 zwischen Oyten und Posthausen und auf der A 27 bei Bremen kam es am Morgen nach Schneeschauern zu mehreren Unfällen. Dabei wurden ein Mann schwer und mehrere Autofahrer leicht verletzt. Kurzzeitig war die A 1 in Fahrtrichtung Hamburg für Bergungsarbeiten gesperrt.

An der Bahnstrecke von Bremen nach Hannover fielen mehrere Bäume um. Auf dem Abschnitt zwischen Eystrup und Nienburg/Weser wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet, der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet. An der Nordsee liefen erhöhte Wasserstände zu einer leichten Sturmflut auf. Schäden wurden zunächst nicht bekannt.

Mittwoch, 04.01.: Sturmflut: An der Ostseeküste wird das stärkste Hochwasser seit 2006 erwartet

Sturmflut an der Ostsee
Sturmflut an Ostseeküste erwartet.

An der Ostseeküste lässt 'Axel' die Pegelstände steigen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet ab Mittwochabend bis Mitternacht eine Sturmflut und Höchststände von etwa 1,50 Meter über Normal an der gesamten deutschen Ostseeküste.

Zunächst wird das Wasser auf die östlichen Strände bei Usedom und im Greifswalder Bodden drücken, später dann bei Rostock, Wismar und Flensburg. Dass es auch zu höheren Wasserständen als 1,50 Meter über Normal kommen könnte, ist nicht auszuschließen.

Behörden und Kreise stellen sich auf das vermutlich stärkste Hochwasser seit 2006 ein. Das Sperrwerk Greifswald soll am späten Vormittag geschlossen werden. Die Belastung von Deichen und Dünen wird aber wohl recht kurz verlaufen, noch in der Nacht dürften die Pegel wieder sinken.

Mittwoch, 04.01.: Windböen bis über 130 Kmh

Besonders starke Windböen wurden heute morgen auf Sylt (133 Kmh), auf dem Brocken (126 Kmh) und auf Helgoland (119 Kmh) gemessen.

Mittwoch, 04.01.: Regionalzug stößt gegen umgestürzten Baum

Feuerwehrleute richten in der Nacht zum 04.01.2017 in Großerkmannsdorf (Sachsen) einen Telefonmast, der nach einem Unfall umzustürzen droht. Foto: Rico Loeb/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Sturmtief über Deutschland: Feuerwehrleute richten in der Nacht zum 04.01.2017 in Großerkmannsdorf (Sachsen) einen Telefonmast, der nach einem Unfall umzustürzen droht.

In Oberfranken ist ein Regionalzug gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Verletzt wurde niemand. Die Strecke bei Schwarzenbach an der Saale blieb rund zwei Stunden lang gesperrt.

Teils heftige Sturmböen hatten schon in der Nacht zum Mittwoch deutschlandweit Bäume auf Bahngleise stürzen lassen. Betroffen war vor allem der Norden. In Schleswig Holstein gab es Probleme auf den Fernverkehrsstrecken von Hamburg nach Kiel und von Hamburg nach Westerland.

In Niedersachsen musste die Bahnstrecke von Bremen nach Hannover zwischen Eystrup und Nienburg gesperrt werden. Der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet. Lokal fuhr ein Ersatzverkehr mit Bussen.

In Mecklenburg-Vorpommern musste die Strecke zwischen Hamburg und Schwerin bei Holthusen gesperrt werden. Die Züge wurden über Ludwigslust umgeleitet, was zu Verspätungen führte.

Mittwoch, 04.01.: Rutschende Eisplatten können zu Geschossen werden

Ein querstehender LKW blockiert am 04.01.2017 bei Bischofswerda die schneeverschneite B98. Schnee, Glätte und Sturm haben in der Nacht zu Mittwoch auf den Straßen einige kleinere Unfälle und Schäden verursacht. (zu dpa "Baum stürzt auf Autos - Laster
Ein querstehender LKW blockiert am 04.01.2017 bei Bischofswerda die schneeverschneite B98.

Mit Blick auf bevorstehende eisige Tage weist die Polizei auf Unfallgefahren durch Eisplatten auf Lastwagen-Dächern hin. Auf den Lkw-Planen könne Wasser, das sich am Tag angesammelt habe, in der Nacht zu Eis gefrieren, teilte die Polizei mit. "Rutschende Eisplatten können dann zu gefährlichen Geschossen werden", schreibt die Polizei. Lkw-Fahrer sind deshalb verpflichtet, vor Fahrtantritt Eis und Schnee von ihren Fahrzeugen zu beseitigen.

Mittwoch, 04.01.: Tödlicher Verkehrsunfall in Oberbayern

Zwei Männer sind bei einem Verkehrsunfall in Oberbayern verunglückt. Einer starb an der Unfallstelle in Oberaudorf, der andere überlebte schwer verletzt. Das Auto hatte sich am Vorabend auf einem Parkplatz nahe dem Skigebiet Sudelfeld aus noch ungeklärter Ursache überschlagen und war auf dem Dach gelandet.