Kampf gegen den Weltraumschrott

In Finnland und Japan soll es bald Satelliten aus Holz geben

Wettrennen um den ersten Holzsatelliten im All

Weltraumschrott wird zunehmend zu einem Problem für die Raumfahrt. Schätzungsweise 700.000 Trümmerteile umrunden unseren Planeten auf unterschiedlichen Umlaufbahnen. Bei einem Raketenstart muss das mit einkalkuliert werden, damit es nicht zu einer Kollision im Weltraum kommt. Nun schicken sich Japan und Finnland an, Satelliten nachhaltiger zu bauen. Was wie eine Schnapsidee klingt, ist mittlerweile zu einem Wettrennen ausgeartet.

Im Video wird die Problematik des Weltraumschrotts verdeutlicht.

Sorge um winzige Aluminiumpartikel in der Erdatmosphäre

Japanische Firma Sumitomo Forestry entwickelt Satelliten aus Holz.
So stellt sich das Unternehmen Sumitomo Forestry die Hülle eines Satelliten vor: Aus Holz gebaut. © SUMITOMO FORESTRY

Das japanische Unternehmen Sumitomo Forestry bastelt an einer Holzhülle für einen Satelliten, die schneller beim Eintritt in die Erdatmosphäre verbrennt und so auch das Satelliteninnere freigibt. Im besten Fall verglüht so der komplette Satellit beim Eintritt in die Erdatmosphäre und keine Reste fallen auf die Erdoberfläche.

Wie der an dem Projekt mitarbeitende Astronaut und Professor Takao Doi in einem Interview mit dem englischen Sender, BBC, Anfang des Jahres erklärte, seien er und seine Kolleginnen und Kollegen besorgt darüber, dass alle Satelliten, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten, Aluminiumoxidpartikel erzeugen, die viele Jahre in der oberen Atmosphäre schweben. Deshalb soll die Aluminiumhülle nun durch Holz ersetzt werden. Welche Holzsorte sich dafür am besten eignet soll nun herausgefunden werden. Details zur getesteten Holzart wollte das Unternehmen nicht mitteilen. Ihr Satellit soll bis zum Jahr 2023 fertiggestellt sein.

Finnen entwickeln auch einen Holz-Satelliten

Der Wisa-Woodsat-Satellit aus Sperrholz soll mit Hilfe eines
Der ausfahrbare Arm des Wisa Woodsat dient wie ein Selfiestick und hält eine Kamera, die das Verhalten des Sperrholzes im All dokumentieren soll. © UPM/WISA WOODSAT

Konkurrenz bekommt das japanische Unternehmen nun aus Europa. Die finnische Firma UPM Plywood, Europas größter Sperrholzhersteller, plant noch in diesem Jahr einen Satelliten aus Sperrholz in den Weltraum zu katapultieren. Mit dem „Wisa Woodsaat“ wollen die Finnen den Japanern noch zuvor kommen. Die Entwicklerinnen und Entwickler sehen darin Werbung für den Abschied von fossilen Rohstoffen. Das neuseeländische Raumfahrtunternehmen Rocket Lab soll den Satelliten Ende des Jahres 2021 ins All bringen. Ausgestattet mit einem „Selfiestick“ soll dann beobachtet werden, wie sich das Material im All verhält.

„UPMs Mission als Unternehmen ist es, eine Zukunft jenseits von Fossilien zu schaffen. WISA Woodsat besteht aus Sperrholz und vermittelt die Botschaft, Fossilien auch in sehr anspruchsvollen Anwendungen durch nachwachsende Holzwerkstoffe zu ersetzen“, sagt Ari Voutilainen, der Projektleiter von UPM-Plywood, und endet scherzhaft mit „Houston, wir haben eine Lösung.“

Nasa baute bereits Mondkapseln aus Holz

Die Satelliten auf diesem Bild wurden etwas vergrößert und stellen nicht den genauen Maßstab dar. Trotzdem zeigt es wieviele Erdtrabanten um die Welt fliegen.
Die Satelliten auf diesem Bild wurden etwas vergrößert und stellen nicht den genauen Maßstab dar. Trotzdem zeigt es wieviele Erdtrabanten um die Welt fliegen. © ESA

Wie auch immer das Wettrennen ausgeht, beide Unternehmen wären nicht die ersten im Ziel. Die NASA hatte bereits Mond-Landekapseln in Balsaholz eingepasst. Bevor wir allerdings gar nicht mehr ins All fliegen können, weil uns der Weltraumschrott überhand nimmt, geben die beiden Ansätze Anlass zu Hoffnung. Schließlich schießen wir immer mehr Satelliten in den Orbit. Bestes Beispiel dafür sind die Missionen der Unternehmen SpaceX und OneWeb, die gefühlt täglich neue Satelliten ins All bringen, um die weltweite Internetversorgung sicherzustellen. Was mit den ausgedienten Satelliten im All anschließend passieren soll, bleibt dann meist unklar.

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