Verlorener Weltraumschrott

Falcon 9: SpaceX-Raketenstufe auf Kollisionskurs mit dem Mond

von Karim Belbachir

Eine verloren gegangene Raketenstufe des Unternehmens SpaceX steht kurz vor dem Absturz auf dem Mond. Das 4-Tonnen schwere Raketenteil konnte 2015 nicht wie geplant zum Verglühen in die Erdatmosphäre gelenkt werden.

Raketenstück schlägt auf der dunklen Seite des Mondes ein

SpaceX Falcon-9-Rakete auf dem Kennedy Space Center in Florida
Eine SpaceX-Falcon-9-Rakete steht zum Start auf dem Kennedy Space Center in Florida zum Start bereit.

Eine aus den Augen verlorene Raketenstufe einer Falcon-9-Rakete ist auf dem Weg Richtung Mond und wird dort voraussichtlich am 4. März abstürzen. Das berichten die beiden Astronomen Bill Gray und Jonathan McDowell. Die rund 4 Tonnen schwere obere Raketenstufe war 2015 nicht wie geplant in der Erdatmosphäre verglüht, sondern von der Erde abgedriftet und in die Umlaufbahn des Mondes eingeschwenkt. Astronom Gray erklärt, dass das Bruchstück auf der dunklen Seite des Mondes runter kommt: „Ich hatte darauf gehofft, dass die Raketenstufe auf der nahen Seite ... einschlägt. Das wäre vermutlich von der Erde aus sichtbar. Aber dafür müssten wir sehr viel Glück haben.“

Zwar sei es nichts Außergewöhnliches, dass Weltraumschrott mit dem Mond kollidiert, allerdings sei es in diesem Fall nicht beabsichtigt gewesen. Elon Musks SpaceX hatte 2015 mit der Falcon 9 einen Satelliten für die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) im All abgesetzt. Die wiederverwendbare erste Stufe flog wie geplant zur Erde zurück. Die obere Raketenstufe besaß für den gezielten Absturz in die Erdatmosphäre zu wenig Treibstoff und verschwand im All.

Etwa 50 vermisste Trümmerteile im All unterwegs

Gerade bei früheren Mondmission waren Raketenteile gezielt auf den Mond abgestürzt oder sogar im Orbit des Erdtrabanten hinterlassen worden. Verwundert zeigte sich Astronom McDowell eher darüber, dass es keine Einrichtung gibt, die Objekte beobachtet, die außerhalb einer gewissen Reichweite herumschwirren. Immerhin gäbe es 30 bis 50 solcher Trümmerteile die abhanden gekommen seien.

Damit will er der Firma SpaceX nichts Schlechtes anlasten, denn es sei üblich, Weltraumschrott ab einer gewissen Entfernung außer Acht zu lassen. Doch gibt der Astronom zu bedenken: „Der Verkehr im Weltraum nimmt zu. Und es sind nicht nur die USA und Russland, die Material in den Weltraum schicken, sondern auch viele Länder und sogar kommerzielle Unternehmen wie SpaceX. Daher denke ich, dass es für die Welt an der Zeit ist, sich ernsthafter mit der Regulierung und Katalogisierung von Weltraumaktivitäten zu befassen.“

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(kfb)