Sonne, Sonne, Sonne - Dauersonne und ihre Folgen

Nur Sonne = kein Regen

Das Gefühl trügt nicht: So viel Sonnenschein in einem Frühjahr in Deutschland gab’s lange nicht. Das bisher sonnigste Frühjahr wurde im Jahr 2011 mit 705 Sonnenstunden gemessen. Der Rekord wackelt. Für 2020 liegt die Sonnenscheindauer bisher bei 698 Stunden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: So trocken war ein Frühjahr lange nicht. Denn wenn die Sonne ständig scheint, fällt kein Regen. Im Video dazu Christian Häckl mit einer Einschätzung der Dürresituation.

Heat wave of extreme sun and sky background. Hot weather with global warming concept. Temperature of Summer season.
So schön sie auch strahlt: Nur Sonnenschein ist eben auch nichts. © Getty Images/iStockphoto, Lemon_tm

Die Sonnensieger im Frühjahr 2020

Sicher ist, dass es im Südwesten und Westen und auch im Norden neue Sonnenscheinrekorde für das Frühjahr geben wird. So ist der alte Rekord (meist) aus dem Jahr 2011 bereits in Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein überschritten worden.

Die sonnigsten Orte im Frühjahr 2020:

  • Insel Borkum mit mehr als 788 Stunden Sonnenscheindauer
  • Prozentual gesehen: Andernach in der Eifel mit 187 Prozent der üblichen Frühjahressonne – fast doppelt so viel also wie im Durchschnitt.

Die unsonnigsten Orte im Frühjahr 2020:

  • Oberstdorf mit 550 Stunden Sonnenschein
  • Prozentual gesehen: Karlshagen in der eigentlich sonnenreichsten Region Ostsee. Mit etwas über 119 Prozent schien aber auch dort die Sonne noch überdurchschnittlich.

So viel Solarstrom wie noch nie

ARCHIV - Auf dem Dach der Martin-Luther-Kirche in Seckenhausen/Landkreis Stuhr ist eine ca. 400 Quadratmeter große Solaranlage installiert (Archivfoto vom 30.09.2005). Die Solarbranche ist im Börsenalltag angekommen: Nach den massiven Kursgewinnen se
Solarstrom mit dem Segen von ganz oben: Auf dem Dach der Martin-Luther-Kirche in Seckenhausen ist eine ca. 400 Quadratmeter große Solaranlage installiert. © dpa/dpaweb, A3416 Carmen Jaspersen

Bei so viel Sonnenschein produzieren die Solaranlagen in Deutschland aktuell Rekordmengen an Strom. Im Mai waren es nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon rund 5,7 Milliarden Kilowattstunden – eine Steigerung um rund eine Milliarde Kilowattstunden im Vergleich zum Mai 2019. Der Mai sei damit bereits der vierte Monat seit Jahresbeginn, in dem mehr Solarenergie in das Stromnetz eingespeist wurde als 2019. Die höchste je in einem Monat gemessene Sonnenstromerzeugung gab es laut Eon im Juni 2019 mit 6,5 Milliarden Kilowattstunden

So viel Dürre-Sorgen wie noch nie

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Der aktuelle Dürremonitor zeigt für weite Teile Deutschlands außergewöhnliche Dürre (dunkelrote Bereiche)

Die viele Sonne zusammen mit der Trockenheit hat natürlich auch verheerende Folgen für die Forst- und Landwirtschaft. Zudem verstärkte oft kräftiger, trockener Ostwind das Austrocknen der Böden. Landwirte sorgen sich um ihre Erträge, Holzindustrie und Forstwirtschaft um den Zustand der Wälder. Die Waldbrandgefahr ist hoch. Das dritte Dürrejahr infolge steht womöglich bevor. Sehnten wir uns noch vor wenigen Jahren immer nach Sonne, ist jetzt Regen die neue Sonne geworden.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Fakten und Ausblicke in der TVNOW-Dokumentation "Wüstenstaat Deutschland?"