Gewinner und Verlierer

Sommer 2020 wechselhaft: Wer profitiert vom Regen?

 Feature: Wechselhaftes Wetter in Hamburg im Juli 2020. Ein Radfahrer spiegelt sich in einer Pfütze. *** Feature Changeable weather in Hamburg in July 2020 A cyclist is reflected in a puddle
Bisher macht der Sommer nur was die Regenmenge angeht Freude. © imago images/Markus Tischler, Markus Tischler via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Es ist ein wechselhafter Sommer und wie immer im Leben gibt es Gewinner und Verlierer. Nach den zu trockenen Monaten April und Mai war der Niederschlag im Juni und auch bisher im Juli wesentlich höher. Gerade zur Urlaubs- und Ferienzeit ungünstig. Fällt damit doch der Besuch an einem Badesee ins Wasser. Eigentlich sollte man meinen, dass wenigstens die Landwirtschaft davon profitiert, doch tut sie das wirklich?

Kein Sommer-Gefühl für Urlauber

Strandaussicht in Regenbekleidung in Westerland auf der Insel Sylt an der Nordsee.
Strandaussicht in Regenbekleidung in Westerland auf der Insel Sylt an der Nordsee. © imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Urlauber freuen sich nicht gerade über das wechselhafte Wetter. Gerade die vom Tourismus abhängigen Nord- und Ostseeinseln kämpfen nach der Coronakrise nun auch noch mit dem eher ausladenden Regen-Sommer 2020. Der große Ansturm aus Nordrhein-Westfalen am ersten Ferienwochenende blieb ebenso wie die langen Staus auf den Autobahnen Richtung Norden aus. Neben dem grassierenden Coronavirus spielt auch der nicht mehr gewohnte „Normalo-Sommer“ eine Rolle. 

Auch die Temperaturen bewegen sich eher im Durchschnitt und um die 25 Grad. Der Süden bekam bisher mehr Sonnenstunden und erreichte häufiger die 30-Grad-Marke. Doch auch hier unterbricht der Regen immer wieder das warme Sommergefühl. Trotzdem bewegt sich der Sommer temperaturtechnisch im Durchschnitt des langjährigen Mittels. Es bleiben jedoch noch ein paar Wochen bevor man ein genaues Urteil über das Sommerwetter fällen kann.

Landwirtschaft atmet auf

Auf einem Feld in Wadersloh in Ostwestfalen wird mit einem Mähdrescher die reife Gerste geerntet.
Auf einem Feld in Wadersloh in Ostwestfalen wird mit einem Mähdrescher die reife Gerste geerntet. © imago images/Kirchner-Media, Inderlied/Kirchner-Media via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Stimmung in der Landwirtschaft ist wechselhaft wie das Wetter, denn die Böden sind noch immer zu trocken. Trotz des Regens in den vergangenen Wochen fehlen den Böden noch immer 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter. Hinzu kommt, dass Landwirte bereits früh ihre eigenen Felder bewässern mussten, weil in den wichtigen Anbaumonaten im Frühling der Niederschlag fehlte. Für einige Sorten kam der Niederschlag zu spät. Bei Zuckerrüben und Getreide lohnt sich die Bewässerung aus wirtschaftlichen Gründen nicht, da sie an Festpreise gebunden sind.

Für den Mais und die Wintergerste kam der Regen gerade noch rechtzeitig und die vergangenen Wochen machen Hoffnung. Schließlich sind die Regensummen der vergangenen Tage deutlich höher als in den beiden Dürresommern 2018 und 2019. Die Sorge um einen dritten Hitzesommer war groß, doch ist die Gefahr vorerst gebannt – zumindest bis zur Rapsaussaat im August. Nun fehlt noch Regen, der auch in die tieferen Bodenschichten vordringt. Darüber würden sich neben den Landwirten auch die Waldbesitzer freuen. Es sollte jedoch kein Starkregen sein, denn den kann der Boden nicht so schnell aufnehmen.

Regen zur Freude der Kleingärtner

Kleingarten-Besitzer freuen sich gerade über ihr blühendes Idyll.
Kleingarten-Besitzer freuen sich gerade über ihr blühendes Idyll. © dpa, Patrick Pleul, ppl pzi

Weitere Gewinner sind die Kleingärtner. Auch wenn das Grillen während eines Regenschauers nur bedingt möglich ist gedeihen ausgesäte Früchte, Gemüsesorten und Blumen gut. Kirschen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, Tomaten, Erdbeeren, Erbsen, Zwiebeln, Blattsalat freuen sich gerade sehr über den Regen.