Beeindruckende Bilder der Sonnenatmosphäre

Solar Orbiter sendet Video von Sonnenwinden

Koronale Masseneruption - Orbiter schickt beeindruckende Bilder der Sonne

Die Raumsonde Solar Orbiter hat spektakuläres Videomaterial von den Sonnenwinden an die Erde übermittelt. Die nun von der ESA veröffentlichten Bilder zeigen deutlich eine koronale Masseneruption, die sich ins Weltall abstrahlt. Die Aufnahmen machte die Raumsonde im Februar während ihres Fluges auf der anderen Seite der Sonne. Das hatte Auswirkungen auf das Versenden der Daten.

Aufnahmen von der Sonnenatmosphäre

Der Solar Orbiter auf seinem Weg zur Sonne. Von ihm erwarten die ESA-Wissenschaftler tolle Bilder von unserem Wärmespender.
Der Solar Orbiter auf seinem Weg zur Sonne. Von ihm erwarten die ESA-Wissenschaftler tolle Bilder von unserem Wärmespender. © ESA

Eigentlich sollten die Instrumente des Solar Orbiters erst ab November vollumfänglich im Einsatz sein, doch sorgen die übermittelten Daten immer wieder für Aufsehen. Erst Ende April veröffentlichte die ESA Aufnahmen von Lagerfeuern auf der Sonne. Die Aufnahmen wurden jeweils bei Instrumententests gemacht.

Nun hat die Weltraumsonde erste Filme von Partikeleruptionen aus der Sonnenatmosphäre aufgenommen. Wie die europäische Weltraumbehörde mitteilte, seien einige dieser Eruptionen von mehreren Instrumenten gleichzeitig im Vorbeiflug an der Sonne nachgewiesen worden.

Videomaterial vom Sonnenwind hat eine lange Reise hinter sich

Wissenschaftler arbeitet an einem der Instrumente des Solar Orbiters
Der Heliospheric Imager (SoloHI) ist einer der Instrumente, mit denen die Raumsonde Solar Orbiter nun Aufnahmen von den Sonnenwinden gemacht hat. © The Max Planck Institute for Solar System Research/ESA

Die drei genutzten Fernerkundungsinstrumente an Bord des Solar Orbiters sind der ‘Extreme Ultraviolet Imager’ (EUI), der ‘Metis Coronagraph’ und dem ‘Heliospheric Imager’ (SoloHI). Die Instrumente bieten sowohl Nah- als auch Weitwinkelansichten der Entwicklung eines koronalen Massenauswurfs (CME) am 12. und 13. Februar 2021. CMEs sind Eruptionen von Partikeln aus der Sonnenatmosphäre, die in das Sonnensystem ausstrahlen. Aufgrund der Distanz zur Erde habe das Übertragen der Daten von der Sonde so lange gebraucht. Solar Orbiter befand sich zu diesem Zeitpunkt hinter der Sonne.

Erkundung des elfjährigen Sonnenzyklus

Partikeleruptionen schießen ins All und können das sogenannte Weltraumwetter beeinflussen: Bei Planeten mit Atmosphäre können die Teilchen der Esa zufolge Polarlichter auslösen. Sie können aber auch zu technischen Problemen führen, wie dem Ausfall von Navigationssystemen oder Schäden an Satelliten. Die im November dieses Jahres startende Hauptmission soll Einblicke liefern, wie der elfjährige Sonnenzyklus funktioniert.

Die rund 1,5 Milliarden Euro teure gemeinsame Mission der ESA und ihres US-Pendants NASA war im Februar 2020 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet und über einen Umweg an der Venus vorbei Richtung Sonne geflogen. An Bord des 1,8 Tonnen schweren Solar Orbiters sind zehn wissenschaftliche Instrumente neuster Technik. Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Sonne und das Magnetfeld. Der Solar Orbiter soll bis auf 42 Millionen Kilometer an die Sonne heranfliegen. Mit Hilfe der Daten wollen Wissenschaftler in Zukunft stürmisches Weltraumwetter besser vorhersagen zu können. (kfb, mit dpa)

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