Bleibt der Winter eher grau und grün?

Winter-Wetter 2020/2021: Die Langfristprognosen der NOAA und des ECMWF im Blick

Den Schafen ist das Wetter im Winter egal, den Menschen eher nicht.
Beide Wettermodelle haben nicht viel Kälte anzubieten. Bleibt der Winter deshalb grau und grün? © imago images/Bild13, Christian Fischer via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Winter startet ordentlich, um dann stark nachzulassen

Der letzte Herbstmonat November fällt definitiv zu warm aus. Der Dezember geht dann zwar wintertechnisch in die richtige Richtung - aber nur bis Weihnachten und das Weihnachtstauwetter kommen. Mehr dazu im aktuellen 42-Tage-Wettertrend. Was macht der Winter dann? Wird es wieder kalt und weiß oder eher mild, grau und grün? Wir nehmen zwei Wettermodelle unter die Lupe.

So sieht die NOAA den ersten Wintermonat Dezember

Der Dezember wird etwas wärmer gerechnet als zuletzt
Die NOAA sieht den ersten Wintermonat Dezember in Deutschland zu warm (Gebiet in orange ist 0,5 bis 1 Grad, hellrot 1 bis 2 Grad zu warm). © RTL, NOAA

Die NOAA sieht den ersten Wintermonat Dezember in Deutschland zwar etwas zu warm (Gebiet in orange ist 0,5 bis 1 Grad zu warm), aber es gibt nur wenige Gebiete, in denen es über 1 Grad zu warm wird. Das könnte durchaus für einige Wintertage sprechen. Ob die dann aber genau zu Weihnachten kommen, können wir dieser Abbildung nicht entnehmen. Auf ein paar winterliche Tage im ersten Wintermonat sollten wir uns aber einrichten können – eine Tendenz, die sich sehr gut mit unserem 42-Tage-Trend deckt.

Wie sehen die Wintermonate von Dezember bis Februar aus?

Jetzt schauen wir nicht auf einen einzelnen Monat, sondern auf die drei Monate Dezember, Januar und Februar, also auf den kompletten Winter.  

Das ECMWF-Modell: Winter in Deutschland nur insgesamt leicht zu warm

Das ECMWF-Modell zeigt, wie kaum anders zu erwarten war, zu warme Regionen in Deutschland. Der Schwerpunkt der Wärmeanomalie liegt allerdings im Osten Europas. In Mitteleuropa beträgt die Abweichung vom Temperaturmittel nur 0,5 bis 1 Grad, was als moderat warm zu werten ist. Kalte hochwinterliche Phasen werden damit nicht ausgeschlossen.

Der Winter bis Februar 2021 ist insgesamt nur ein wenig zu warm
Temperaturabweichungen vom Durchschnitt nach dem europäischen Wettermodell ECMWF für den Winter 20202021.. Orange bedeutet 0,5 bis 1 Grad zu warm, hellrot 1 bis 2 Grad zu warm (Quelle: www.ecmwf.int). © RTL, EZMWF

So sieht die NOAA die Wintermonate Dezember bis Februar

Wenn die NOAA die drei Wintermonate Dezember bis Februar komplett betrachtet, zeigt sich der Winter 2020/2021 wesentlich milder als der Einzelmonat Dezember. Der rote Bereich bedeutet, dass es über 2 Grad Grad wärmer wird als im Mittel. Das vor allem im Nordosten. Somit scheint es zu Beginn des Jahres 2021 geringere Chancen auf einen längeren winterlichen Abschnitt zu geben als zum Ende des Jahres 2020. Kurze winterliche Episoden sind aber auch hier nicht unmöglich.

Für einen knackigen Winter sieht die NOAA rot.
Die NOAA sieht die drei Wintermonate Dezember bis Februar ebenfalls zu mild. Der dunkelrote Bereich ist über 2 Grad wärmer als das Mittel. © RTL, NOAA

Fazit: Der Winter 2020/2021 hat Potenzial, aber nicht auf Dauer

Beide Langfristprognosen sehen den kommenden Winter in Deutschland als zu warm. Die Abweichung des europäischen Modells fällt geringer aus als die des amerikanischen. Beide Modelle gehen aber davon aus, dass die Abweichungen nach oben im Osten wärmer sind als im Westen.

Einig sind sich beide Wettermodelle auch in dem Punkt, dass die prognostizierten Temperaturabweichungen über ganz Deutschland gesehen nur etwa 1 Grad über dem Durchschnitt liegen. Das ist nicht viel und lässt immer noch auf einige kalte Wintereinbrüche hoffen – wenn nicht auf weiße Weihnachten, so doch immerhin auf gelegentliche Schneefälle auch im Flachland. Lange anhalten werden die Kälteeinbrüche aber eher nicht.

Frost-Fakten für den Winter

Warum gibt es überhaupt Langfristvorhersagen?

Die experimentellen Langfristprognosen haben ihre Berechtigung und auch ihre Grundlage eher im Bereich der Energiewirtschaft. Hier ist es wichtig, im Vorfeld längerfristige Trends im Bereich der Temperaturen zu sehen und auf diese zu reagieren. Insofern sind sie durchaus tauglich, um längerfristige Tendenzen darzustellen.

Was man ihnen nicht entnehmen kann, das sind detaillierte Vorhersagen für bestimmte Tage, zum Beispiel, wie das Wetter an Silvester wird. Denn diese Art von Wetterprognosen, die wir aus den täglichen Wetterberichten kennen, ist natürlich für alle meteorologischen Parameter auch nur für einige Tage verlässlich möglich. Je nach Wetterlage sind das maximal drei bis neun Tage.

Noch mehr Wetter

Wenn Sie keinen Wetterumschwung verpassen wollen, laden Sie sich die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?