So war der Februar 2020: Das war ganz klar ein Unwinter

 30.12.2019, Juechen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland - Windraeder vor Himmel mit Wolken. Juechen Nordrhein-Westfalen Deutschland *** 30 12 2019, Juechen, North Rhine-Westphalia, Germany Wind turbines in front of a sky with clouds Juechen North Rhin
Die Windräder hatten in diesem Winter genug zu tun. Die Zahlen der Stromgewinnung sind auf Rekordniveau. © imago images/Rupert Oberhäuser, Rupert OberhÃ&  user via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nur einmal flächendeckender Schnee

RTL-Meteorologe Christian Häckl sagt es mit klaren Worten: "Das war ganz klar ein Unwinter. Das einzige nennenswerte Schneefallereignis gab es am Donnerstag. Drei Monate war nichts und dann hat es einmal flächendeckend geschneit." Das Gute an diesem Winter ist die Strombilanz, denn wir hatten so viel Windstrom, wie noch nie.

Endlich genug Regen

Es ist der zweitwärmste Winter seit Wetteraufzeichnungen. Fast 4 Grad zu warm - der Osten war dabei noch ein bisschen wärmer als der Westen. Überall auf der Welt sind die Auswirkungen zu fühle und zu sehen. So wie auf Island, dem Fieberthermometer der Welt.

Das Gute an diesem Winter ist die Regenbilanz. Erst hat der Herbst uns relativ viel Regen gebracht, im Nordwesten sogar etwas mehr als normal üblich ist. Mehr zur Trockenheit im Jahr 2019 hier.

  • Der Dezember war mit knapp 100 Prozent absolut im Regensoll.
  • Der Januar war eher zu trocken.
  • Der Februar hat dann alles ausgeglichen. Denn da fielen im Schnitt mehr als 200 Prozent des üblichen Niederschlags.

"Der Februar war war örtlich sogar dreimal so nass wie üblich", sagte Häckl. "In einigen Bereichen ist der Regen jetzt endlich auch in zwei Metern Tiefe - also ganz unten im Boden - angekommen. Ganz im Osten und ganz im Süden sieht es aber immer noch nicht so gut aus."

Sonne zeigte sich sehr ungerecht - zu warm für viele Skigebiete

30.12.2019, Bayern, Oberstdorf: Wanderer und Skifahrer genießen die Sonne in ihren Liegestühlen in der Nähe des Nebelhorns. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wanderer und Skifahrer in Oberstorf genießen die Sonne in ihren Liegestühlen in der Nähe des Nebelhorns. © dpa, Angelika Warmuth, awa kde

Die Sonne war in diesem Winter sehr ungerecht unterwegs. Im Nordwesten war es zu trüb - bei den Regenmengen ja auch kein Wunder. Im Rest des Landes war es sogar sonniger als in einem normalen Februar. Im Süden gab es auf den Bergen sogar extrem viel Sonnenschein.

Für die Wintersportorte müsste die Bilanz gestimmt haben. Im Dezember gab es viel Schnee, im Januar viel Sonne. Und im Februar waren Schnee und Sonne ausreichend vorhanden. Nur leider war es viel zu warm. Den niedrig gelegenen Skigebieten schmolz der Schnee also immer wieder dahin. 

Wie das Wetter in den nächsten Wochen weitergeht, können Sie im 30-Tage-Trend nachlesen.

Windräder im Februar brachten Rekordstrom

In Sachen Wind lief es ausgesprochen heftig ab. Die Sturmtiefs Sabine, Victoria und Yulia bringen sogar einen Rekord mit: Windräder auf dem Land und auf See haben im Februar Experten zufolge so viel Strom produziert wie nie zuvor. 

ARCHIV - 15.08.2016, Schleswig-Holstein, ---: Der Offshore-Windpark
"Die Windkraftanlagen haben im Februar so viel Strom erzeugt wie zwei Kernkraftwerke im ganzen Jahr!" BDEW-Chefin Kerstin Andreae © dpa, Daniel Reinhardt, dan lof tba

Bis zum Monatsende werden es voraussichtlich 20,9 Milliarden Kilowattstunden sein, so die Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das ist zusammen deutlich mehr als im bisherigen Rekordmonat März 2019.

  • Der größte Teil mit 18 Milliarden Kilowattstunden kam von Windrädern an Land.
  • Drei Milliarden wurden mit Windkraftanlagen auf See erzeugt. 

Noch nicht genug Wind- und Solaranlagen

"Die Rekordzahlen stehen im scharfen Kontrast zur dramatischen Situation beim weiteren Ausbau sowohl von Wind- als auch Solaranlagen: Werden die Hemmnisse und Deckel hier nicht zügig beseitigt, werden wir das 65-Prozent-Ziel im Jahr 2030 krachend verfehlen", zeigte sich die BDEW-Chefin Kerstin Andreae besorgt.

  • Bis 2030 soll der Ökostrom-Anteil auf 65 Prozent klettern.
  • Bis 2022: Stufenweise soll Deutschland aus der Kernenergie aussteigen.
  • Bis 2038: Kohleausstieg soll nach und nach geschehen.

Das sind die Pläne und gleichzeitig wird der Strombedarf steigen. Doch derzeit lahmt der Windkraft-Ausbau, die schwarz-rote Koalition will dazu nach langem Streit bald Gesetzesänderungen auf den Weg bringen. Der BDEW mahnte, dass auch der Ausbau der Stromnetze vom Norden in den Süden vorankommen müsse.