Schneechaos vor einem Jahr, Frühlingsgefühle heute

So unterschiedlich kann der Winter sein

Von wegen „kalte Jahreszeit“

Milde Temperaturen, von Frost und Schnee keine Spur - der Winter präsentiert sich im Januar 2020 von seiner warmen Seite. Dass das auch ganz anders sein kann, hat sich vor genau einem Jahr gezeigt, als Teile Bayerns im Schnee versanken.

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Berchtesgaden in Bayern vor einem Jahr: Eine Schneekatastrophe hielt die Region tagelang in Atem.

Der Winter kann auch ganz anders

Eingeschneite Menschen, von der Außenwelt abgeschnittene Orte, Katastrophenalarm - vor genau einem Jahr versanken Teile Bayerns tagelang im Chaos. Rund um Berchtesgaden lag der Schnee beinahe zwei Meter hoch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Soldaten mussten eilig Dächer von der tonnenschweren Last befreien. Teilweise konnten einige Ortschaften nur mit Hilfe der Bundeswehr mit Nahrung versorgt werden. Räumdienste waren im Dauereinsatz.

Berchtesgaden im Januar 2019.
Von Schnee keine Spur: Berchtesgaden im Januar 2019.

im Januar 2020 ist von Schnee keine Rede

Das Schneechaos von 2019 ist im milden Januar dieses Jahres kaum noch vorstellbar und scheint ewig weit weg. Im ganzen Land - auch im Süden - liegen die Temperaturen deutlich im Plus. Zwischen 7 und 11 Grad und damit teilweise sogar 2 bis 3 Grad über dem langjährigen Mittel.

Und ein Ende des milden Wetters ist derzeit nicht in Sicht.

Rekord-Kälte im Norden sorgt für Wärme bei uns

Auf Grönland wurden -66 Grad gemessen. Temperaturrekord für die Insel.

Für die deutlich zu warmen Temperaturen bei uns ist paradoxerweise eine Rekordkälte in Grönland verantwortlich.

Denn ein starker Polarwirbel sorgt derzeit dafür, dass Deutschland in einer westlichen Strömung liegt, die milde Luft mit sich bringt.

Der Polarwirbel wirkt dabei wie ein starkes Band, das die kalte Luft von unseren Breiten abschneidet. Südlich davon herrscht dann die sogenannte Westwinddrift vor - und die bringt uns die milden Temperaturen vom Atlantik.

Also eher ein bisschen Frühling, statt Schneechaos - und das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern.