So sieht es in Ihrem Bundesland aus

Angespannte Situation in vielen Bundesländern

In vielen Bundesländern stehen die Flüsse weit über den Ufern. Wie es in Ihrem Bundesland derzeit aussieht und was da noch auf Sie zukommt, erfahren Sie hier:

Rheinland-Pfalz: Hier kämpfen die Menschen vor allem an der Mosel, aber auch am Moselzusammenfluss mit dem Rhein in Koblenz mit dem Hochwasser. Rheinland-Pfalz steht der härteste Kampf wohl noch bevor. Am Deutschen Eck in Koblenz rechneten die Behörden bei weiterhin kletternden Pegeln für Montag mit starken Einschränkungen auf den Straßen. "Es wird erhebliche Verkehrsbehinderungen im Berufsverkehr geben", sagte ein Polizeisprecher am frühen Montag. Etliche Straßen seien schon gesperrt und ausgerechnet in dieser Lage bringe der erste Arbeitstag nach den Weihnachtsferien wieder spürbar mehr Verkehr. Ein Sprecher des Koblenzer Katastrophenschutzes sagte am Morgen, die Pegel in Koblenz tendierten langsam in Richtung der 8,00-Meter- Marke. "Es steht hier und steigt langsam. Sonst hat sich zu gestern Abend nicht viel verändert", berichtete der Sprecher. In den bereits vom Hochwasser heimgesuchten Gebieten hätten die Retter in der Nacht zum Montag etliche Personentransporte geleistet - das sei Routine in Hochwasserzeiten. Die Internetseite des Wasser- und Schifffahrtsamtes verwies für Koblenz auf 7,32 Meter mit Stand Mitternacht und auf 7,36 Meter um kurz vor 2.00 Uhr morgens - bei stets steigender Tendenz. Aus Cochem meldete die Polizei am Morgen eine "stagnierende Lage". Dort hatte am Abend zuvor die erste Gebäudereihe an der Mosel und ufernahe Straßen im Wasser gestanden. Und aus der Moselstadt Zell (Kreis Cochem-Zell) gab es sogar die erste Erfolgsmeldung: "Vom Wasser her gesehen hat sich die Lage leicht entspannt", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Helfer hätten die Altstadt erfolgreich leergepumpt. Gegen 22.30 Uhr habe es kein Stauwasser mehr gegeben und die Straßen hätten bereits grob gereinigt werden können.

Leichte Entwarnung nur in Hessen und Sachen

Thüringen: Nach der starken Schneeschmelze stabilisiert sich die Lage an den Flüssen in Thüringen wieder. Mit dem Sinken der Temperaturen tauten auch Schnee und Eis langsamer, hieß es am Montagmorgen aus dem Lagezentrum des Innenministeriums. Die meisten Pegel seien stabil oder fallend. Die Alarmstufe drei gelte noch für die Ilm am Pegel Mellingen (Weimarer Land) und für die Unstrut in Oldisleben (Kyffhäuserkreis). Im ländlichen Raum sind laut Lagezentrum einige gesperrte Straßen wieder befahrbar. Auch die Bundesstraße 7 bei Windischleuba (Altenburger Land) war am frühen Montagmorgen wieder halbseitig frei für den Verkehr.

Brandenburg/Sachsen-Anhalt: Die Hochwasserlage an Oder und Spree bleibt stabil, an der Elbe und ihren Nebenflüssen in der Prignitz sind die Pegelstände am Montagmorgen leicht gestiegen. Besonders betroffen ist der Elbe-Nebenfluss Stepenitz, wo teilweise die zweithöchste Alarmstufe 3 gilt. Hier ist der Schnee noch nicht vollständig getaut, so dass die Pegelstände etwas zunehmen können, wie das Hochwasserzentrum Potsdam mitteilte. An der Oder enspannte sich die Lage in der Nacht leicht - von einer Entwarnung kann aber noch lange keine Rede sein. "Wir blicken hier auf leicht gefallene Pegel, etwa 20 bis 30 Zentimeter weniger", sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt (Oder) am Montagmorgen. Gespannt wird erwartet, wie sich das Eis auf dem Nebenfluss Warthe entwickelt. Deren Eisschollen könnten auf der Oder die Lage wieder komplizierter gestalten, weil sie das Wasser aufstauen. An der Spree wird dagegen laut Hochwasserzentrum Cottbus mit weniger Wasser gerechnet. An der Schwarzen Elster im Süden Brandenburgs stiegen die Wasserstände derweil weiter. Bereits am Montag könnte in Herzberg (Elbe-Elster) wieder die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen werden. Allerdings liegen in der Kreisstadt noch vom vergangenen Hochwasser im September 10.000 Sandsäcke bereit.

Sachsen: Auch in Sachsen hat sich die Lage an den Flüssen am Montagmorgen stabilisiert. Lediglich die Elbe werde wegen des Schmelzwassers aus Tschechien noch weiter steigen, sagte Rainer Elze vom Landeshochwasserzentrum. In Schöna (Sächsische Schweiz) lag der Pegel am Montagmorgen bei 4,32 Meter und in Dresden bei 4,14 Meter. Das entspricht in beiden Fällen der Alarmstufe 1. Die Alarmstufe 3 gelte außerdem weiter an der Weißen Elster bei Kleindalzig (Landkreis Leipzig) und in der Großen Röder bei Kleinraschütz (Landkreis Meißen). Acht Kreis- oder Staatsstraßen sowie die B2 bei Audigast (Landkreis Leipzig) waren wegen Überschwemmungen noch gesperrt.

Hessen: Die Pegel fallen. Beim Hochwasser in Hessen hat sich am frühen Montag eine Entspannung der Lage abgezeichnet. Die Polizei in den betroffenen Gebieten meldete vorsichtig optimistisch, dass das Schlimmste wohl ausgestanden sei. "Das bereitet uns keine Sorgen mehr. Die Pegel sind leicht fallend und es gab keine Niederschläge", sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Zur Lage an der Lahn meldete die Polizei in Gießen: "Es sind hier schon noch einige Straße gesperrt, aber Grund zur Besorgnis gibt es hier nicht." Die Polizei in Kassel berichtete für Nordhessen und den Ederstausee: "Fallende Pegelstände. Hier zeichnet sich Entspannung ab." Und auch für den Rhein meldete die Polizei in Wiesbaden, dass weiter kein Grund zur Sorge bestehe.

Nordrhein-Westfalen: Die Städte an Rhein und Ruhr kämpfen gegen das Hochwasser. In Köln erreichte der Rheinpegel am Sonntagnachmittag 8,30 Meter. Die Schifffahrt wurde komplett eingestellt. Nach Auskunft der Hochwasserschutzzentrale wurden auf einer Länge von 1,3 Kilometern entlang des Stroms Schutzwände aufgestellt. Die Experten sprachen dennoch von einer übersichtlichen Lage. Der Scheitelpunkt des Hochwassers werde voraussichtlich am Dienstag mit einem Pegel von rund neun Metern erreicht sein. 22 Pumpwerke sind seit dem Wochenende im Betrieb, um die Kanäle der Stadt zu entlasten.

Niedersachsen: Die Hochwasserlage hat sich vor allem in Südniedersachsen zugespitzt. In Hannoversch Münden (Kreis Göttingen) waren Teile der Innenstadt überflutet. Der Pegelstand lag am Sonntagnachmittag bei 6,60 Meter - fünf Meter über normal, sagte eine Sprecherin der Stadt. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Stadtentwässerung haben gemeinsam einen Hochwassereinsatzplan erstellt. Landesweit hatten erneute Regenfälle in der Nacht zu Sonntag die Pegel der Leine, Oker, Aller und weiterer Flüsse ansteigen lassen. In den meisten Regionen war die Hochwassergefahr jedoch geringer als befürchtet. "Es ist ein klassisches Winterhochwasser", sagte eine Sprecherin des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Sonntag in Norden. Es bestehe derzeit keine Gefahr von größeren Überschwemmungen in Wohngebieten. Anders dagegen die Situation in Hannoversch Münden: Hier musste die Zugangsstraße B 496 gesperrt werden. Zudem liefen mehrere Keller voll - die Feuerwehr war mit ihren Pumpen im Dauereinsatz. Die umliegenden Ortschaften sollten mit Hilfe von Sandsäcken geschützt werden.

Bayern: In Bayern ist noch längst nicht wieder alles gut. An Aisch, Fränkischer Saale und Regnitz wurde an einzelnen Pegeln sogar die höchste Meldestufe 4 erreicht. An Wörnitz und Altmühl herrscht Warnstufe 3. Vor allem in Franken steht nehazu jeder Fluss über den Ufern. Da alle Zuflüsse des Mains derzeit zu viel Wasser führen, ist der besonders betroffen. Für das nördliche Franken sind weitere Regenfälle vorhergesagt, allerdings soll sich die Hochwasserlage nicht dramatisch verschärfen. Da es in den Höhenlagen wieder kälter geworden ist, hat die Schneeschmelze gestoppt.