So müssen Orang-Utans nach wie vor für die Profitgier der Menschen leiden

Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus) hängt zwischen Bäumen, Nationalpark Tanjung Puting, Zentralkalimantan, Borneo, Indonesien, Asien *** Borneo Orang Utan Pongo pygmaeus hangs between trees National Park Tanjung Puting Central Kalimantan Borneo Indone
Der Lebensraum der Orang-Utans schwindet vor allem wegen riesiger Palmölplantagen rasant. © imago/imagebroker, imageBROKER/Sonja Jordan, imago stock&people

Der Mensch ist und bleibt der größte Feind des Orang-Utans

Sie sind höchst empfindsam, intelligent und liebevoll, küssen sich und nutzen selbst gebaute Werkzeuge. Orang-Utans gelten als Superhirne des Dschungels und gehören zu den nächsten Verwandten des Menschen. Und der Mensch ist trotzdem auf dem besten Weg, die roten Menschenaffen auszurotten. In den letzten dreißig Jahren wurde den Orang-Utans fast die Hälfte ihres Lebensraums genommen - weil der Regenwald täglich weiter abgeholzt wird. Auf diese Gefahr und die Bedrohung durch Wilderer will der Welt-Orang-Utan-Tag am 19. August aufmerksam machen.

Orang-Utans müssen der steigenden Nachfrage nach Palmöl Platz machen

Orang-Utans leben nur noch auf den Inseln Borneo und Sumatra in Südostasien. Allein auf Borneo ist die Zahl der Menschenaffen in den vergangenen zwanzig Jahren um rund 150.000 zurückgegangen - heute leben dort nur noch knapp 50.000 Orang-Utans. Die Borneo-Orang-Utans sind damit stark gefährdet, die Sumatra-Orang-Utans von der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht gelistet.

Besonders unter der Rodung ihrer Wälder leiden Orang-Utans: Auf Borneo und Sumatra wurden in den letzten Jahren Millionen Hektar Regenwald abgeholzt, um Platz für Palmölplantagen zu machen. Aber auch verheerende Waldbrände, wie 2015 oder in diesem Jahr, machen den Populationen zu schaffen - befeuert durch den Klimawandel und teils absichtlich gelegt, um neue Rodungsfläche zu schaffen, .

Im Video: Orang-Utan-Baby vor Schmugglern gerettet

Orang-Utan-Baby vor Schmuggler gerettet
Orang-Utan-Baby vor Schmuggler gerettet Jetzt gehts dem Kleinen wieder gut! 00:49

Babys werden zu teurer Schmuggelware

​Auf den schmalen Streifen Regenwald, die den klugen Affen noch geblieben sind, finden diese kaum noch Nahrung. Und wenn sie ihre Gebiete verlassen, um woanders nach Futter zu suchen, werden sie von Bauern oder Wilderern gejagt - jeden Tag werden so 25 Orang-Utans getötet. Während die erwachsenen Affen umgebracht werden, schmuggelt man kleine Orang-Utan-Babys zehntausende Kilometer weit in den Nahen Osten und nach Dubai, wo man sie teuer verkauft. Dort gilt es als Statussymbol, ein Wildtier zu besitzen.

Rettungsvereine sind die letzte Chance für Orang-Utans

Gegen den Menschen kann der Orang-Utan nur verlieren - mittlerweile ist er nur noch in Zoos oder geschützten Gebieten auf Borneo und Sumatra sicher. Dort sind die Lebensumstände für die Affen aber alles andere als perfekt. 

Spendenfinanzierte Rettungsvereine wie das "Sumatra Orangutan Conservation Program" (SOCP) oder die "Borneo Orangutan Survival Foundation" (BOS) scheinen die letzte Chance für die rotbraunen Menschenaffen zu sein.