Nachfrage boomt wegen Corona

So kommen auch Sie jetzt schnell an Ihren Miet-Garten

Chance zur Flucht vor Corona

Sie sind einer der letzten Zufluchtsorte und in Zeiten der Corona-Krise gerade sehr beliebt: Die Kleingärten. Wer einen hat, kann sich glücklich schätzen. Die Kleingarten-Anlagen sind in der Corona-Krise für viele Menschen die ideale Option, ihrem Hobby nachzugehen und sich trotzdem von anderen fernzuhalten.

Für Gartenlose gibt es die Möglichkeit, einen Garten zu mieten oder zu pachten, um ein wenig sorglose Zeit außerhalb der eigenen vier Wände verbringen zu können. Wir haben einige Optionen für Sie zusammengefasst.

Auch bei riesiger Nachfrage, es kann klappen, wie wir im Video zeigen...

Was kostet mich die Pacht eines Kleingartens?

A mother and her children dig fresh potatoes from their garden on a warm late summer morning at their home.  Shot in Washington state.
Gärten sind in der Corona-Krise super: draußen sein, dem Hobby nachgehen und trotzdem alle Corona-Regeln einhalten. © Getty Images, RyanJLane

Üblicherweise kann man einen Kleingarten, auch Schrebergarten genannt, nicht mieten wie eine Wohnung, sondern pachtet eine Parzelle in einem gemeinschaftlich organisierten Kleingärtnerverein. Dem Verein muss man auch als Mitglied beitreten. Pachtverträge für Kleingärten werden unbefristet geschlossen. Der Vertrag kann zum Ende des Pachtjahres gekündigt werden.

​Das Bundeskleingartengesetz legt die Pacht für einen Garten auf maximal viermal so hoch fest, wie die Pacht für erwerbsmäßige Flächen im Obst- und Gemüseanbau. Das bedeutet einen Jahresbeitrag von 300 bis 400 Euro, mit dem man rechnen muss. Dieser beinhaltet die Pacht sowie Versicherungen, Nebenkosten und die Vereinsmitgliedschaft. Die Preise können regional jedoch variieren.

Wo kann ich einen Garten mieten?

Immobilienkaufmann Niels Hardorp  ist Geschäftsführer der Deutsche Gartenland GmbH in Düsseldorf.
Immobilienkaufmann Niels Hardorp ist Geschäftsführer der Deutschen Gartenland GmbH in Düsseldorf. © RTL Interactive, Belbachir, Karim Francios [RTL interactive]

Immobilienkaufmann Niels Hardorp von der Deutschen Gartenland GmbH mit Sitz in Düsseldorf bietet bundesweit auch Grundstücke unabhängig vom Bundeskleingartengesetz zum Kauf und zur Miete an: „Die Nachfrage war immer schon hoch, zurzeit ist sie wegen der Corona-Krise natürlich sehr, sehr hoch.“

Sein Unternehmen kauft deutschlandweit Grundstücke auf und bietet sie interessierten Hobbygärtnern an – falls gewünscht, sind Strom- und Wasserleitungen inklusive. Hardorp dazu: „Wir suchen noch dringend nach weiteren Grundstücken. Zurzeit sind wir ziemlich ausgebucht.“ Ein paar gibt es aber noch und da bewegen sich die monatlichen Mietpreise zwischen 39 und 49 Euro. Die Kaufpreise liegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

Wo finde ich noch einen Garten?

Sollte der örtliche Schrebergartenverein oder die Gartenland GmbH keine Grundstücke mehr zur Verfügung haben, so kann man mit ein bisschen Glück bei Ebay-Kleinanzeigen fündig werden. Dort bieten private Grundstücksbesitzer ihre Gärten zum Kauf oder zur Miete an. Vielleicht hilft es auch, eine Such-Annonce aufzugeben, falls der passende Garten nicht dabei war.

Für Hobbygärtner und Selbstversorger

Urban Gardening ist eine weitere Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden zu entfliehen.
Urban Gardening ist eine weitere Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden zu entfliehen. © Getty Images, fotografixx

Hobbygärtner und Selbstversorger haben außerdem die Möglichkeit, über „meine ernte“ einen Gemüsegarten für eine Saison zu pachten. Die Gründerinnen Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders bieten Interessierten an 26 Standorten in Deutschland die Chance, ein vorher bepflanztes Feldstück über eine Saison zu bewirtschaften.

Die kleinen Parzellen sind 45 Quadratmeter groß und kosten 229 Euro pro Saison. Doch auch hier ist die Nachfrage nach dem Stückchen Natur durch die Corona-Krise größer geworden. Mitbegründerin Kirchbaumer berichtet: „Wir merken auf jeden Fall, dass wir eine stärkere Nachfrage haben. Die Leute suchen die Möglichkeit, wenn sie zum Beispiel in einer Mietswohnung wohnen, einfach rauszukommen.“

Wissenswertes zur Nutzung eines Kleingartens

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Kleingartenanlagen: Hier geht es mir Recht und Ordnung zu. © Getty Images/iStockphoto, wakila

Was darf ich?

  • Kleingärten werden ausdrücklich als Nutzungsmöglichkeiten für den Eigenbedarf genannt.
  • Maximal fünf Personen eines Haushalts dürfen sich im Garten aufhalten.
  • Einzelne Übernachtungen sind erlaubt.  

Rechtsanwalt Tim Grobbel aus Dresden sagt dazu: „Ich darf meinen eigenen Kleingarten benutzen, solange es nicht mehr als fünf Personen des eigenen Hausstands betrifft.“

Was ist nicht erlaubt?

  • Kontakte mit Fremden sollen vermieden werden. Grillpartys mit Freunden und Bekannten, die nicht im eigenen Haushalt wohnen, sind demnach nicht erlaubt.
  • Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern soll auch dort eingehalten werden.
  • Das Bundeskleingartengesetz schließt nur das dauerhafte Wohnen im Kleingarten aus.
  • Vereins- und Gemeinschaftsarbeit sind momentan nicht erlaubt.

Ordnungsbehörden kontrollieren, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Beim Nichteinhalten der Regeln sind Bußgelder von bis zu 25.000 Euro möglich.