So heizt der Föhn dem Süden Deutschlands ein

20 Grad am Alpenrand dank Föhn

Föhn und seine Entstehung
Föhn: Charakteristisch für diesen Fallwind ist die warme und trockene Luft. und eine gute Fernsicht.

Während die Nordhälfte Deutschlands sich weiterhin mit Temperaturen unter 15 Grad begnügen muss, kommt die Südhälfte heute in den Genuss milderer Luftmassen aus dem Süden. An den Alpen hat sich eine Föhnlage eingestellt, denn auf der Südseite der Berge ist die Luft gezwungen aufzusteigen. In den Tälern werden bis zu 20 Grad erreicht und es wird windig bis stürmisch. In der Nacht wurden auf der Zugspitze 137 km/h gemessen.

Föhn auf der Alpennordseite heißt Südföhn

Wie entsteht Föhn?
Bodendruckkarte vom 13.10.2016: Tief 'Brigitte' und ein kleinräumiges, namenloses Tief setzen den Föhn in Gang.

Für die Entstehung dieses Südföhns (Föhn auf der Alpennordseite) ist hoher Luftdruck südöstlich und tiefer Luftdruck über Westeuropa erforderlich. Diese Voraussetzungen sind mit Tief 'Brigitte' und dem noch namenlosen Mini-Hoch (s. Bodendruckkarte) gegeben.

Der warme und trockene Charakter des Föhns beruht auf thermodynamischen Vorgängen: Die Luft kühlt sich beim Steigen an der windzugewandten Alpensüdseite (Luv) trockenadiabatisch ab. Pro Hundert Meter Aufstieg wird sie so 1 Grad kühler. Wenn sie das sogenannte Hebungskondensationsniveau erreicht, kühlt sie nur noch feuchtadiabatisch (0,5 Grad pro 100 Meter) ab. Durch Wolken- und Niederschlagsbildung wird Wärme freigesetzt, die die Abkühlung mit der Höhe etwas kompensiert. Beim Absinken der Luftmassen auf der Lee-Seite lösen sich die Wolken auf und die Luft erwärmt sich wieder trockenadiabatisch. So kommt die Luft im Norden der Alpen wärmer an, als sie im Süden gestartet ist.

Wie entsteht Föhn?
So entsteht Föhn - schematische Darstellung vom DWD

Der Alpenföhn kann zu starken Stürmen mit Spitzengeschwindigkeiten von 150 km/h führen. In der Nacht zu Freitag wurde auf der Zugspitze eine Windgeschwindigkeit von 137 km/h gemessen. Heute dauert die Föhnsituation in und an den Alpen an. Dabei muss auf einigen exponierten Gipfeln mit Orkanböen der Stärke 11 und 12, in Tälern mit steifen bis stürmischen Böen der Stärke 7 und 8 aus Süden gerechnet werden. In der Nacht zum Samstag bricht der Föhn dann in der zweiten Nachthälfte zusammen.

Föhn-ähnliche Windsysteme sind nicht nur in den Alpen bekannt, auch im Harz und im Erzgebirge sowie im südlichen Oberrheingraben bei Freiburg kommen diese Fallwinde vor. Dort fällt die Erwärmung jedoch meist nicht so stark aus wie beim Alpen-Föhn, weil die Mittelgebirge niedriger sind und die Luft somit nicht sehr weit absinkt.