2020, das Jahr der Stechmücken?

So früh wie nie zuvor: Mücken schlüpfen jetzt schon

Mücken sind schon wieder aktiv

Früherer Frühlingsbeginn = frühere und größere Mückenplage? Sie ist wieder aktiv: Die Stechmücke und zwar so früh wie noch nie. Was einer früheren Schlüpfzeit der ungeliebten Blutsauger in die Hände spielte, waren die hohen Niederschläge der vergangenen Tage und die milden Temperaturen. So verwundert es auch nicht, dass am Niederrhein bereits etliche Jungmücken in Schwärmen zu beobachten waren (siehe Video). Trotzdem kämpfen die stechenden Quälgeister noch immer mit den zuletzt zu trockenen Jahren.

Widerstandsfähige Eier überdauern Jahre

ARCHIV - 20.08.2011, Brandenburg, Frankfurt (oder): Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. Nach einem ersten Fall vor einigen Wochen ist bei zwei weiteren Patienten in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Foto: Patr
Stechmücken sind Überträger von Viren.

Als am Wochenende die Sonne schien bei bereits bis zu 15 Grad in weiten Teilen Deutschlands, war auch für viele Mückenlarven die Zeit gekommen zu schlüpfen. Möglich machen das die widerstandsfähigen Eier, die trocken- und kälteresistent sogar Jahre überdauern können. Ist dann noch ein Gewässer in der Nähe, schlüpfen die Larven innerhalb weniger Wochen. 6 Grad reichen außerdem aus, damit auch die Mücken aktiver werden, die in Eisstarre überwintert haben. Letztere hatten es, im zuende gehenden Winter, nicht schwer, bewegten sich die Temperaturen doch meist über dem Gefrierpunkt.

Exotische Arten auf dem Vormarsch

Für die Mückenpopulation waren es zuletzt trotzdem eher schwere Zeiten, schließlich waren die vergangenen zwei Jahre zu trocken. Die feuchten Brutplätze waren demnach rar gesäht. Es gibt also eher weniger Mücken in diesem Jahr, als mehr. Für Vögel, Fledermäuse und andere Tiere, die sich von Mücken ernähren, ist das schlecht. Schließlich zählen Stechmücken zu einer ihrer wichtigsten Nahrungsquellen.

Die milderen Temperaturen bedingen allerdings, dass exotische Mückenarten, wie die asiatische Tiger-Mücke oder die japanische Buschmücke sich weiter verbreiten. Diese bringen tropische Erreger nach Deutschland, wie das Dengue-Fieber oder den Zika-Virus. Die milde Winterzeit haben sie überlebt und drängen so immer weiter nach Europa vor.