Höchstwerte gehen in den Keller

So entsteht der Kaltluftausbruch am kommenden Wochenende

Kein Frühling, kein Sommer - eher zwischen Winter und Frühling

+++ Arctic Outbrack +++ Nur 10 Grad +++ Polarluft +++ Krasse Nordströmung +++

Nach einem eher milden Samstag kommt eszu einem neuen Kaltluftausbruch „Arctic Outbreack“ zwischen Sonntag (12.05) und dem Mittwoch (15.05) in der kommenden Woche. Am Sonntag beginnt das Quecksilber des Thermometers langsam aber stetig an zu sinken. Von den 18 Grad fehlt jede Spur – der Kaltluftausbruch beginnt!

Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum ist es so kalt?

Die Großwetterlage am kommenden Sonntag (12.05)
Die Großwetterlage am kommenden Sonntag (12.05)

Die Ursache liegt in der Verteilung der verschiedenen Hoch- und Tiefdruckgebiete über Europa. Diese Verteilung ist gerade für Mitteleuropa – speziell für Deutschland in den kommenden Tagen sehr ungünstig.

Ein Hochdruckgebiet führt Luftmassen im Uhrzeigersinn um sich herum, ein Tiefdruckgebiet bewegt Luftmassen gegen den Uhrzeigersinn um sich herum.

In den kommenden Tagen (speziell am Sonntag) liegt ein markantes Hochdruckgebiet über Großbritannien. Aufgrund der Tatsache, dass sich Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn drehen, strömt die Luft an der östlichen Seite des Hochdruckgebietes von Norden nach Süden. Die Folge: Es stellt sich eine Nordströmung ein. Das ganze wird durch ein Tiefdruckgebiet über Ostskandinavien verstärkt, denn auf der Westseite eines Tiefs strömt die Luft ebenfalls von Norden nach Süden. Durch dieses Zusammenspiel der Druckgebilde kann kalte Polarluft angezapft werden und weiter Richtung Süden verfrachtet werden. Dummerweise liegt Deutschland genau auf dem Weg der Polarluft und somit bekommen wir auch den kältesten Teil ab.

Wenn das Hochdruckgebiet weiter westlich läge, würden Großbritannien und Frankreich genau im Weg der Polarluft sein und Deutschland bekäme nur einen Streifschuss ab.

Die Eisheiligen lassen grüßen! Krasse Temperaturanomalie über Mitteleuropa

Am Montag werden nur noch Höchstwerte um 14 Grad erreicht, im Südosten sogar nur 10 Grad. Die arktische Luft ist ziemlich markant. Nicht nur am Boden ist es für diese Jahreszeit ziemlich frisch. Auf einer Höhe von 850 hPa (das entspricht umgerechnet eine Höhe von rund 1.500 Meter) erreichen die Temperaturen nur -3 Grad. Das entspricht eine Abweichung von rund -8 Grad im Vergleich zum langjährigen Klimamittel zwischen 1981 – 2010 (auf einer Höhe von 850 hPa bezogen).

Besonders am Dienstag gibt es sogar noch höhere Abweichungen mit bis -12 Grad in 850 hPa. Am Boden werden entlang der Alpen nur noch knapp 10 Grad erreicht. Erst am 15. Mai ist das gröbste überstanden. Wir bleiben zwar immer noch zu „kalt“, aber die Anomalien werden geringer. Die Folge: Es wird milder!