Wahnsinnsfund im Zentrum der Galaxie

Wichtigen Baustein des Lebens im Weltraum entdeckt: Sind wir Außerirdische?

Müssen wir die Entstehungsgeschichte neu denken?

Die Frage, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat, treibt viele Wissenschaftler an. Einen Schritt näher zur Beantwortung dieser elementaren Frage scheinen nun spanische Wissenschaftler gekommen zu sein. Sie entdeckten einen wichtigen Baustein des Lebens im Zentrum unserer Galaxie. Beginnt nun ein Umdenken über die Herkunft des Lebens auf der Erde, weil wir selber Außerirdische sind?

Im Video: Forscher rätselten, ob es sich bei dem Himmelskörper Oumuamua um einen außerirdischen Satelliten handelt.

Astronomen finden Ethanolamin im Weltraum

Wie die Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt, bilden sich überall im Universum Molekülwolken.
Das Hubble-Teleskop machte diese Aufnahme vom kosmischen Engel Sharpless 2-106: Überall im Universum bilden sich Molekülwolken, die mitunter spektakulär aussehen können. © picture alliance / landov

Das spanische Forscherteam um Victor M. Rivilla hat einen spektakulären Fund gemacht, als sie im interstellaren Raum die Beschaffenheit von einer Molekülwolke analysierte. Das taten sie mithilfe der beiden Radioteleskope Iram in den französischen Alpen und Yebes im spanischen Guadalajara. Die Astronomen entdeckten in einer Molekülwolke in der Nähe unseres Galaxie-Zentrums Ethanolamin. Das Molekül ist ein Bestandteil aus dem die Zellmembran gebildet wird – also einem für eine Zelle elementaren Baustein.

Ethanolamin ist ein Baustein primitiver Zellmembranen

Aufbau einer Zellmembran, Phospholipide
Die Doppelschicht an Phospholipiden machen einen Großteil der Zellmembran aus. Der hydrophile Kopf ist in rosa gehalten, während die beiden wasserabweisenden Kohlenwasserstoffschwänze nach innen zeigen. In Blau gehalten sind die Proteinkanäle. © Vink Fan (Vink Fan (Photographer) - [None]

„Zellmembranen sind ein Schlüsselelement des Lebens, weil sie das Erbgut und die Stoffwechselmaschinerie zusammenhalten. Alle vorhandenen Zellmembranen bestehen aus Phospholipiden. Ethanolamin bildet den hydrophilen Kopf des einfachsten und am zweithäufigsten vorkommenden Phospholipids in Membranen“, erklärten die Wissenschaftler. Die Autoren vermuten in ihrer Studie, dass Ethanolamin auf der frühen Erde zusammen mit weiteren Zutaten zum Aufbau und Weiterentwicklung primitiver Zellmembranen beigetragen haben.

Phospholipide sind Hauptbestandteil einer Biomembran, die aus einem hydrophilen Kopf und zwei hydrophoben Kohlenwasserstoffschwänzen bestehen. Der hydrophile (wasserliebende) Kopf der Membran dient dazu in eine Wechselwirkung mit Wasser treten zu können.

Drei Subsysteme in einer Zelle

Orion-Nebel, Stern, Molekülwolke
Der Orion-Nebel ist ein kosmischer Nebel bestehend aus einer Wolke aus Staub und Gas. © deutsche presse agentur

Um zu verstehen, warum die Entdeckung so wichtig ist, muss man den Aufbau einer Zelle verstehen. Jedes Lebewesen besteht aus einer Vielzahl von Zellen, die sich in Laufe der Jahrmillionen verbunden und dadurch irgendwann beispielsweise zum Menschen entwickelt haben. Eine Zelle ist ein Verbund aus drei Systemen (Subsysteme). Dazu gehört das genetische Erbmaterial (DNA oder RNA), ein Antrieb für den Zellstoffwechsel (Biomoleküle wie Proteine) und etwas, dass das Ganze umschließt. Letzteres ist die Zellmembran, die das Gebilde vor äußeren Einflüssen schützt und wie ein Türsteher agiert. Es kommt nur rein oder raus, was gewünscht ist.

Die ersten beiden Bausteine, wie DNA-Erbgut, komplexe organische Moleküle und auch Aminosäuren, wurden bereits auf Kometen und in interstellaren Molekülwolken nachgewiesen. So wurde 1986 der Halleysche Komet, bei seinem Vorbeiflug an der Erde, genauer untersucht. Dabei stellte man fest, dass in dessen Kometenstaub sogar ein einfacher Bestandteil von Proteinen zu finden war: die Aminosäure Glycin. Auch auf anderen Kometen wurden diese Bausteine des Lebens entdeckt.

Zutaten des Lebens per Meteorit auf die Erde?

Während des großen Bombardement schlugen viele Meteoriten auf der Erde ein.
Beim Großen Bombardement trafen viele Meteoriten die Erde. © iStockphoto

Die Vermutung liegt nun nahe, dass diese Moleküle, die im Weltraum sehr häufig zu finden sind, durch Meteoriten auf die Erde gekommen sind. Sehr wahrscheinlich geschah das während des „Großen Bombardements“ vor rund 4 Milliarden Jahren. Seinerzeit schlugen mehrere Meteoriten auf der Erde ein, die die Zutaten des Lebens auf die Erde gebracht haben könnten.

Das macht es allerdings auch unwahrscheinlich, dass wir die einzigen Lebewesen im Universum sind. Schließlich schwirren alle Zutaten im Weltall herum – verdichtet in einer Molekülwolke. Es kann sich also auf vielen weiteren Planeten Leben entwickelt haben. Das ist sogar sehr wahrscheinlich, da Asteroiden und Kometen diese Bausteine aufsammeln und in der Galaxie verteilen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir allein sind im Weltall ist durch den Fund von Ethanolamin also eher gesunken. Der Ursprung des Lebens auf der Erde und damit unsere Existenz ist also außerirdisch.

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(kfb)