Wir haben mit ihr den Prominamen-Geschmackstest gemacht

Echt wahr: Bachelor-Kandidatin Maria kann Namen schmecken - sie ist Synästhetikerin

Angela Merkel schmeckt nach Chips

Für Bachelor-Kandidatin Maria Chatzinikolau muss es ein wahres Geschmacksfeuerwerk gegegeben haben, als sie sich am Mittwoch beim Bachelor vorgestellt hat. Denn sie behauptet: Zu jedem Namen bekommt sie wie durch Zauberhand einen Geschmack in den Mund. Angela Merkel schmeckt beispielsweise nach Chips und Bachelor Niko nach Kartoffel mit einem Schluck Cola. Das Phänomen gibt es wirklich - und es nennt sich Synästhesie. Wir haben Maria mal gefragt, wie diverse Promis für sie schmecken. Das Resultat sehen Sie im Video.

Bachelor Niko "schmeckt wirklich sehr gut"

Die Mädels lassen sich ja wirklich viel einfallen, um bei Bachelor Niko schon bei der Begrüßung zu punkten. Was Maria aber da aus dem nicht vorhandenen Hut zaubert, das hat's noch nie gegeben: "Ich schmecke Namen, weißt du? Und Niko schmeckt wirklich sehr gut", erzählte sie dem Bachelor. Moment mal, wie bitte? Maria bestätigt: "Ich höre einen Namen, und das löst in mir einen Geschmack aus. Das heißt, ich schmecke es dann wirklich, ich denke dann nicht an ein bestimmtes Essen, sondern ich schmecke einen Geschmack im Mund. Wenn mich dann dementsprechend jemand fragt, wie er oder sie denn schmeckt, dann kann ich das kategorisieren und dann sagen, wonach er oder sie schmeckt."

Alle Folgen von „Der Bachelor“ jederzeit bei TVNOW streamen!

Gehirnareale sind anders miteinander verknüpft

Maria ist eine sogenannte Synästhetikerin. Das bedeutet, dass zwei oder mehr für die Sinne zuständige Gehirnareale anders miteinander verknüpft sind, als das normalerweise der Fall ist. "Wenn sie einen Namen hört, fühlt sie gleichzeitig einen Geschmack. Und jeder Name hat einen anderen Geschmack", erläutert Neurowissenschaftler Danko Nikolic. "Namen zu schmecken ist eine sehr seltene Form der Synästhesie und deswegen ist diese Frau ein sehr interessanter Fall."

LESE-Tipp: Zara (25) sieht, was andere nur hören können

Synästhesie
Synästhesie bezeichnet eine Variante der Kognition, basierend auf einer neuronalen Gehirnstruktur, bei der verschiedene Gehirnareale auf besondere Art und Weise miteinander in Verbindung stehen. © RTL, RTL/infoNetwork, infoNetwork

Welcher Promi schmeckt wonach?

Das wollen wir genauer wissen und laden die hübsche Maria zu uns nach Köln zum Namenschmecken ein. Sie werden staunen, was sich alles in Marias Gaumen tut, alleine wenn sie an Promis denkt. Welcher Promi wonach schmeckt? Das erfahren Sie in unserem Video oben.

Insgesamt 40 Formen der Synästhesie sind bekannt

Etwa vier Prozent der Menschen sind übrigens Synästhetiker, so das Ergebnis einer Hochrechnung von Wissenschaftlern der Universität Edinburgh. Viele von ihnen wissen gar nicht, dass ihre Art der Wahrnehmung eine besondere Gabe ist. Am weitesten verbreitet ist bei Synästhetikern die sogenannte Graphem-Farb-Synästhesie: Menschen mit dieser speziellen Wahrnehmungsfähigkeit sehen Zahlen und Buchstaben in Farben. Rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung haben dieses Phänomen, wird vermutet. Insgesamt 40 Formen der Synästhesie sind bekannt.

Lange wurde Synästhetikern nicht geglaubt, wenn sie von ihrer ungewöhnlichen Sinneswahrnehmung erzählten. Die meisten anderen konnten sich diese Art der Sinnesverknüpfung schlicht nicht vorstellen. Doch mittlerweile hat die Wissenschaft handfeste Beweise geliefert. Mithilfe von fMRT-Aufnahmen wird die Wahrnehmung von Synästhetikern im Gehirn sichtbar.

Im Grundschulalter bilden sich die meisten Synästhesien aus. Eltern haben also schon früh die Möglichkeit, im Gespräch herauszufinden, ob ihre Kinder synästhetische Wahrnehmungen haben und dadurch besondere Sinneseindrücke haben.

HÖR-TIPP: Podcast "Leben ohne Sinn" - darum geht's!

Martin Schmiederer ist Synästhetiker. Er sieht Töne in Farben und kann Buchstaben schmecken. Was verrückt klingt, ist wissenschaftlich bewiesen – und gar nicht mal so selten. Welche anderen Synästhesien Schmiederer hat und wie jeder herausfinden kann, ob er selbst auch synästhetische Wahrnehmungen hat, erzählt er in der neuen Folge von "Leben ohne Sinn."

Wie sieht das Leben aus, wenn einer unserer Sinne fehlt? Um diese Frage zu beantworten, traf unsere Redakteurin Lauren Ramoser jede Woche Menschen, die einen ihrer fünf Sinne verloren haben oder ihn nie hatten. Hat jemand, der blind ist, eine Lieblingsfarbe? Wonach suche ich ein Gericht aus, wenn ich nicht schmecken kann? Warum ist es so gefährlich, ohne Schmerzempfinden zu leben? Und was bedeutet Musik für jemanden, der nicht hören kann?