Wenn Schwerelosigkeit zum Problem wird

Sex im Weltall: Können wir uns außerhalb der Erde fortpflanzen?

Können wir uns außerhalb der Erde fortpflanzen?
Sex im Weltall ist nicht so einfach. Menschen müssen neben der Schwerelosigkeit noch mit weiteren Problemen kämpfen. © iStockphoto

Sex im Weltraum: Arterhaltung bei zukünftigen Missionen

Seit einigen Jahrzehnten fliegen Menschen ins All und bemannte Flüge zu anderen Planeten sind keine Utopie mehr. Doch wie sieht es aus mit der Arterhaltung im Weltraum aus? Die Schwerelosigkeit ist nicht das einzige Problem, mit dem wir außerhalb der Erde zu kämpfen haben. Japanische Wissenschaftler konnten nach einem sechs Jahre andauernden Experiment eine der wichtigsten Fragen klären.

Verschiedene Strahlungsarten wirken im Weltall

Mäuse machten etwa 63 Prozent der eingesetzten Tiere aus. Foto: Jens Büttner/Archiv
168 Mausbabys kamen durch das gefriergetrocknete Mäuse-Sperma auf die Welt. © DPA

Der japanische Wissenschaftler, Dr. Sayaka Wakayama, und sein Team von der Universität von Yamanashi hatten Spermien von Mäusen gefriergetrocknet für sechs Jahre auf die ISS geschickt. Dort wurden sie der Strahlung im Weltall ausgesetzt, um deren Auswirkung auf die Zeugungsfähigkeit zu testen. Wieder zurück auf der Erde wurden die Spermien vorher noch Röntgenstrahlen ausgesetzt und dann weiblichen Mäusen eingepflanzt. „Im Weltraum gibt es viele verschiedene Arten von Strahlung, anders als auf der Erde. Zum Beispiel gibt es schwere Ionen, Protonen und elektromagnetische Wellen von Sonneneruptionen“, sagte Wakayama gegenüber der britischen Internet-Zeitung The Independent.

Bisher sind Forscher davon ausgegangen, dass die verschiedenen Strahlungen das im Spermium enthaltene Erbmaterial (DNA) beschädigt. „Es ist schwierig, Spermien all diesen Strahlungsarten auf der Erde gleichzeitig auszusetzen, daher denke ich, dass DNA-Schäden in biologischen Proben nur im Weltraum gemessen werden können“, erklärte er weiter.

Sex im All: Gar nicht so einfach

Vor allem junge Männer leiden unter ungewollten Erektionen.
Blut fließt im Weltall nicht dahin, wo es beim Sex gebraucht wird. © RTL Interactive

Die gute Nachricht ist nun, dass laut den Wissenschaftlern 168 Mäusebabys aus den im All gelagerten Spermien gezeugt wurden. Alle hätten ein normales Aussehen und wiesen keinerlei Anomalien auf, verglichen mit Kontrollmäusen, die aus auf der Erde konservierten Spermien geboren wurden. Das wird umso wichtiger, da es bereits Ideen für auf dem Mars eine Stadt zu bauen. Der Erhalt der Menschheit gehört dann auch zu den Themen, die Marsbewohner beschäftigen wird.

Doch es gibt weitere Schwierigkeiten in der Schwerelosigkeit. Sex im All ist nicht ohne Weiteres möglich. Ohne Gravitation könnte es bereits am Akt selber scheitern. Flüssigkeiten verhalten sich ohne Erdanziehungskraft nämlich ganz anders. Das gilt auch für Blut. Das hält sich im Weltall vermehrt im Oberkörper auf und nicht an den Stellen, wo es dann beim Sex gebraucht wird. Frauen haben damit logischerweise weniger ein Problem. Die nächste Hürde ist jedoch nicht fern und das betrifft auch die weiblichen Teilnehmer der schönsten Nebensache der Welt.

Libido im Weltall eingeschränkt

Astronauten haben im Weltall andere Dinge als Sex im Kopf.
Astronauten haben im Weltraum alles andere im Kopf, als das Sexleben. © dpa, ---, vco

Schweiß und andere Flüßigkeiten sammeln sich dort, wo sie entstehen und fließen nicht wirklich ab. Im Schwebezustand kommen Probleme hinzu, mit denen wir auf der Erde natürlich nicht rechnen. Übliche Stellungen sind nicht wirklich machbar. Bereits ein leichter Stoß kann einen Körper vom Partner weg treiben. Für Sex im Weltraum müssten sich beide Teilnehmer des Liebesspiels also in irgendeiner Weise festschnallen.

Ob es bereits zum Liebesspiel im Weltall gekommen ist, kann nicht wirklich geklärt werden. Der ehemalige deutsche Astronaut Ulrich Walter sagte zu dem Thema allerdings, dass die „Libido im Weltall eingeschränkt“ sei, da sich der Hormonhaushalt erst an die Schwerelosigkeit gewöhnen müsse. Aber auch danach haben Astronauten momentan ganz andere Sorgen im Kopf. „Während des zehntägigen Shuttlefluges dachten wir an alles, nur nicht an das eine", führte Walter weiter aus.

Er schwört allerdings auch auf seine russischen Quellen, die besagen, dass es eine Mission in den 60er Jahren gab, wo es zum Sex gekommen sein soll. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht. Auch die NASA hatte bereits ein Astronauten-Pärchen im Weltall. Allerdings habe man laut Walter penibel darauf geachtet, dass beide in unterschiedlichen Schichten arbeiteten, so dass es nicht zum Liebesspiel habe kommen können.

Ideenreich beim Sex

Was auch immer in den kommenden Jahren an Missionen auf uns zukommt. Das Thema Arterhaltung außerhalb der Erde wird immer wichtiger. Zumal bei einer bemannten Mission zum Mars nicht klar ist, ob oder wann die Astronauten wieder zur Erde zurückkommen. Da der Mensch beim Sex meist recht ideenreich war, dürfte es aber auch dafür eine Lösung geben. Einen Zweipersonenanzug fürs Weltall hatte 2009 bereits die US-Schriftstellerin Vanna Bonta vorgestellt.

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(kfb)