Serie zum Klimawandel: Hitzewellen und Extremwetter - wie sehr leiden die Pflanzen?

Der Sommer 2019 hat uns aich in Deutschland gnadenlos vor Augen geführt, wie schnell der Klimawandel zuschlagen kann. Unsere Wälder sind in einem erschreckenden Zustand. Heimische Baumarten leiden erheblich unter den Dürreperioden. Aber es gibt noch weitere Nebenwirkungen. In unserer Serie zur Klimakonferenz in Madrid schauen wir auf den Klimawandel und die Auswirkungen. Heute: Die Pflanzen. 

Von Oliver Scheel

ARCHIV - 27.08.2019, Sachsen, Augustusburg: Abgestorbene Bäume stehen im Forst bei Augustusburg. Seit Oktober 2017 wurden in den sächsischen Wäldern 5,2 Millionen Kubikmeter Schadholz durch Schneebruch, Sturm und Insekten erfasst. Große Probleme bere
Waldschäden im Sommer 2019 in Deutschland. © dpa, Hendrik Schmidt, bsc

Die beiden Dürresommer 2018 und 2019 haben unseren Wäldern massiv zugesetzt. "Der Wald verdurstet", sagte kürzlich die Umweltministerin aus Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken (Grüne). 82 Prozent der Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen sind geschädigt. Die Bäume könnten Käfer- und Pilzbefall nicht mehr abwehren, weil sie geschwächt seien, erklärte die Ministerin. So schnell geht es also: Zwei heiße, trockene Sommer und der Wald ist kaputt. Teilweise sind die Schäden irreversibel, also nicht mehr zu beheben. Wir brauchen neue Wälder, ein neues Waldkonzept.

"Der Wald, den wir heute haben, werden die nachfolgenden Generationen nicht mehr haben", fasste es Hans-Werner Schröck von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) zusammen.  

Das Ende der Fichten in unseren Breiten

Pflanzen haben im Klimawandel ein entscheidendes Problem: Sie können ihrem Lebensraum nicht hinterherziehen, wie Menschen oder Tiere. Fichten in Deutschland, das wird es bald nicht mehr geben. Pflanzen können sich also nur schwer an sich verändernde Bedingungen anpassen. 

Wälder sind systemrelevant, wir brauchen sie schlichtweg, da sie CO2 binden. Wir alle wissen, wie wichtig die Regenwälder sind. Doch auch die großen Wälder auf der Nordhalbkugel müssen bestehen bleiben.  

Der Hitzesommer nahm Nutztieren das Futter

06.08.2018 Sachsen, Ballendorf: Kühe stehen auf einer trockenen Weide. Die anhaltende Trockenheit macht vor allem Bauern im Norden und Osten zu schaffen. Durch fehlende Heuernten verfüttern die Landwirte zum Teil jetzt schon das für den Winter gedach
Sieht aus wie im Wilden Westen, ist aber in Sachsen. © dpa, Jan Woitas, woi kno

Ein weiteres Problem ist natürlich die Ernährung: Wir haben es in den zurückliegenden Sommern erfahren. Es kommt schnell zu Ernteausfällen. Noch können wir die kompensieren, aber die Auswirkungen sind auch bei uns bereits drastisch. Bauern mussten ihre Tiere schlachten, weil sie kein Futter mehr auftreiben können. So fielen der Hitze in diesem Sommer in Deutschland Tausende Milchkühe zum Opfer. 

Hier finden Sie Teil 2 der Serie: Der Klimawandel und die Auswirkungen auf die Tiere

In einer Studie von "Agri-Experts" gaben 42 Prozent der Tierhalter an, dass sie 2018 mit dürrebedingten Ertragseinbußen zu kämpfen hatten. Es geht schnell, und die Ernährungssicherheit ist nicht mehr gewährleistet.

Bodenerosion ein massives Problem

Bodenerosion bei starkem Wind, Spanien, Europa | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Bodenerosion bei starkem Wind, hier zu sehen in Spanien. © picture alliance / imageBROKER, Roger Tidman/FLPA

Das Beispiel Reis: Reis ist ein Grundnahrungsmittel für zwei Drittel der Erdbevölkerung. Reis ist Wärme gewohnt, aber manche Sorten tun sich mit höheren Nachttemperaturen schwer. Es ist nicht auszumalen was passiert, wenn Reis als Nahrungsmittel nicht mehr zur Verfügung steht.

Darüberhinaus haben wir ein großes Problem mit der Bodenerosion. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber der Klimawandel beschleunigt die Erosion. Und die Zahlen sind dramatisch: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist in den letzten 25 Jahren fast ein Viertel der weltweiten Landoberfläche verödet und unfruchtbar geworden. Rund 1,5 Milliarden Menschen sind davon betroffen! 

Pollenflugsaison dauert länger

Es gibt aber noch einen Effekt, den wir Menschen auch merken. Allergiker werden immer früher geplagt. Die höheren Temperaturen sind verantwortlich dafür, dass die Pollensaison länger dauert.