Deutscher Meteorit begeistert Planetenforscher

Sensationeller Meteoritenfund in Norddeutschland könnte Frage nach Wasser-Herkunft beantworten

Sensationeller Meteoritenfund in Norddeutschland
Der Meteorit aus Norddeutschland hat 3-4 cm Durchmesser. © Laura Kranich

Es ist kein gewöhnlicher Meteorit

Es ist früher Nachmittag am 12. September 2019 als es mitten über Norddeutschland zu einer beeindruckenden Himmelserscheinung kommt: Eine Feuerkugel mit hellem Schweif zieht über den Himmel und bringt die Menschen vor allem rund um die Nordsee zum Staunen. Nur kurz darauf findet ein Flensburger in seinem Garten einen kleinen schwarzen Stein. Nun haben Forscher endgültig bestätigt: Es ist kein gewöhnlicher Meteorit, der da herunterfiel.

Stein könnte helfen, das Rätsel um das Wasser auf der Erde zu lösen

Der Stein, der da im vergangenen Jahr mit großem Getöse auf die Erde fiel, gehört nicht nur zur extrem seltenen Gruppe der sogenannten kohligen Chondriten. Das sind Meteoriten, die vor allem aus leichten Kohlenstoffverbindungen bestehen und wahrscheinlich mit Kometen verwandt sind.

Der Flensburg-Meteorit ist laut Planetenforscher Dr. Addi Bischoff von der Universität Münster auch innerhalb dieser Meteoriten-Gruppe vollkommen einzigartig. In ihrer kürzlich veröffentlichten Studie über den außergewöhnlichen Fall berichten die Forscher um Bischoff, dass der Stein Hinweise für die Existenz von flüssigem Wasser im sehr jungen Sonnensystem enthält. Denn er enthält Mineralien, die sich nur in Anwesenheit von Wasser bilden konnten. Die Forscher folgern deshalb, dass es schon im jungen Sonnensystem in großer Menge und in flüssiger Form vorhanden gewesen sein muss.

Fund mit Bedeutung für Erforschung anderer Himmelskörper

Der Flensburg-Meteorit repräsentiert einen sehr alten Körper im Sonnensystem von dem wir bisher keine Proben haben
Der mit Abstand wichtigste Meteoritenfund aus Deutschland begeistert die Wissenschaft. © Laura Kranich

Neben der möglichen Bedeutung für die Ursprünge unseres Planeten hilft der Meteoritenfund auch bei der Erforschung anderer Himmelskörper. Er liefert nämlich Vergleichsmaterial für andere möglicherweise wasserhaltige Asteroiden, die vielleicht eines Tages der Erde gefährlich werden könnten. Dazu zählt beispielsweise der kürzlich von einer NASA-Raumsonde besuchte Asteroid Bennu.

Forscher Addi Bischoff berichtet wetter.de: „Der Flensburg-Meteorit repräsentiert einen sehr alten Körper im Sonnensystem von dem wir bisher keine Proben haben. Er ist mit großem Abstand der wissenschaftlich bedeutendste Meteorit, der in Deutschland gefallen ist.“

Rohmaterial spielte eine große Rolle im jungen Sonnensystem

Eine weitere kürzlich erschienene Studie unter Mitarbeit von Forschern des Instituts für Planetologie in Münster stellt fest, dass das gesamte Sonnensystem wohl innerhalb von nur 200.000 Jahren entstand.

Dabei bildeten sich laut der Wissenschaftler aus Münster aus einer großen Gaswolke zu allererst die kleinsten Bestandteile, aus denen Meteoriten wie der Flensburg-Fund entstanden. Diese sogenannten CAIs kollabierten dann im Zentrum der Gaswolke und bildeten so die Sonne. Zeitgleich bildeten sich in ihrem Umfeld kleinere Körper, die durch zahlreiche Kollisionen später die Planeten bildeten.

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