Sensation: Wattwanderer entdecken extrem seltenes Tier

Seltener Nagelrochen liegt gut getarnt im Sand
Perfekt getarnt: Ein seltener Nagelrochen wurde im Watt der Nordsee gesichtet © Uilke van der Meer

Seit 40 Jahren wurde das Tier nicht mehr gesehen

Das Wattenmeer galt lange Zeit als das Wohnzimmer des Nagelrochens. Doch das ist ewig her.  Bei einer Wattwanderung in der Nordsee von Neßmersiel nach Baltrum fällt den Teilnehmern plötzlich das perfekt getarnte Tier im Sand auf. Wattführer Uilke van der Meer ist begeistert von der zufälligen Entdeckung. In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit im Nationalpark Wattenmeer hat er zum ersten Mal einen Nagelrochen gesehen.

Jahrzehntelange Befischung gefährdet den Bestand

Vor gut 100 Jahren lebten vor Ostfriesland noch zehntausende Nagelrochen. 1910 wurden noch rund 18.000 Glatt- und Nagelrochen gefischt. Die Art war lange die häufigste Rochenart in deutschen Gewässern, wurde allerdings durch jahrzehntelange intensive Befischung und Beifang stark dezimiert, erklärte Christoph Stransky vom Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven: „In der gesamten Nordsee sehen wir allerdings seit ungefähr 10 Jahren einen stetigen Anstieg des Bestands.“ Es ist durchaus möglich, dass der gesichtete Nagelrochen auch ein Zeichen zunehmender Bestandsgrößen im deutschen Nordseebereich ist.

Stachel des Nagelrochens ungiftig

Der 70 - 120 cm große Fisch verdankt seinen Namen den nagelähnlichen Dornen auf seinem Rücken und der Schwanzoberseite. Diese Dornen sind allerdings ungiftig. Sollte man bei der nächsten Wattwanderung aus Versehen auf das gut getarnte Tier treten, gibt es höchstens einen unangenehmen Pieks.