Sechs Tote bei Hochwasser-Katastrophe in Simbach

Mindestens sechs Tote und Millionenschäden

Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Unter den Toten sind drei Frauen im Alter von 28, 56 und 78 Jahren. Es handele sich um Tochter, Mutter und Großmutter, berichtete die Polizei. Die vierte Tote ist eine 80-Jährige. Ihr Haus in Untertürken wurde von der Gewalt der Wassermassen zum Einsturz gebracht. Die Leiche der Frau wurde einige Kilometer weiter in Julbach in einem Bachbett entdeckt. Am Donnerstag fanden Taucher die Leiche eines 75-Jährigen in seinem Haus in Simbach, am Abend wurde in dem Ort auch die Leiche eines 65-Jährigen geborgen.

Tote bei Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk (THW) saugen am 03.06.2016 in der Innenstadt von Simbach am Inn (Bayern) Wasser von der Straße. © dpa, Peter Kneffel

Aktuell sind Taucher in überfluteten Kellern unterwegs - immer noch wird ein Ehepaar vermisst. "Wir wissen momentan noch gar nichts", sagte Polizeisprecher Michael Emmer. Der Keller des betroffenen Wohnhauses steht wie viele andere noch unter Wasser. Der 81 Jahre alte Mann und seine 77-jährige Frau waren am Donnerstag vermisst gemeldet worden. Es sei aber unklar, ob sie sich überhaupt zuhause befunden hätten, sagte der Sprecher. Da viele Häuser einsturzgefährdet seien, werde erst die Statik geprüft, bevor Taucher oder Helfer hinein könnten.

Der kleine Simbach in der gleichnamigen niederbayerischen Stadt ist bei der Hochwasserkatastrophe binnen eines halben Tages von einem halben Meter auf mehr als fünf Meter angeschwollen. Wie das Bayerische Umwelt-Landesamt am Donnerstag in Augsburg berichtete, hatte der Bach in der Nacht zum Mittwoch noch einen Pegelstand von rund 50 Zentimetern. Gegen 13:15 Uhr war das Gewässer bereits mehr als zweieinhalb Meter tief. Anschließend erfolgte "innerhalb 60 Minuten ein weiterer Anstieg auf 506 Zentimeter".

Dieser Scheitel habe dort "bei Weitem jeden bisher beobachteten Wasserstand" übertroffen, erklärte eine Sprecherin. "Am Simbach wird von einem mehr als 1.000-jährlichen Hochwasser ausgegangen." Am Donnerstagnachmittag war die Pegelanzeige dann auf den ursprünglichen Stand wieder zurückgegangen: Das Wasser stand nur noch 51 Zentimeter hoch.

Das verheerende Hochwasser ruft Plünderer auf den Plan

Man kann es kaum fassen, in dem verwüsteten Ort Simbach muss die Polizei die ganze Nacht Streife gehen um Plünderer abzuschrecken. Zwei wurden bereits festgenommen. Deshalb will auch der völlig übermüdete Christian Riegler wach bleiben, denn in seiner zerstörten Kneipe stehen noch die Geldspielautomaten. "Die sind zwar alle kaputt, aber das Geld ist noch drin, und die Polizei hat gesagt, es sind schon zwei drei Plünderungen gewesen. Es ist meine Existenz - ich muss das machen.", erklärt der Wirt.

Aber so schlimm der materielle Schaden für die Menschen hier ist, nichts ist so schlimm wie der Verlust der Liebsten.