Schwere Unwetter in Europa: Zwei Touristinnen sterben am Genfer See

Das Gewittertief Ludger zog am Wochenende von den Alpen in Richtung Ostsee und hat für teils schwere Unwetter gesorgt. Besonders heftig traf es die Westschweiz/Ostfrankreich und in Deutschland die Bodenseeregion. Zwei Touristinnen kamen auf dem Genfer See und auf einem Campingplatz der französischen Stadt Taninges, 35 km ostsüdöstlich von Genf, ums Leben.

Schweiz / Frankreich

Ein schweres Unwetter im Osten Frankreichs und in der Schweiz hat am Samstag zwei Menschenleben gefordert. Eine Touristin ums Leben, als ein Ausflugsboot auf dem Genfer See bei Sturm kenterte. Das Unwetter richtete in Genf schwere Schäden an.

Eine deutsche Urlauberin wurde am Samstag auf einem Campingplatz der französischen Stadt Taninges während eines Sturms von einem Baum erschlagen. Die 51-Jährige sei in ihrem Wohnwagen gewesen, als der Baum auf das Gefährt krachte, berichtete der Radiosender France Bleu auf seiner Webseite. Taninges liegt wenige Kilometer südlich des Genfer Sees.

In der Region um die Gemeinde Romans-sur-Isère südlich von Lyon wütete ein heftiger Hagelsturm. Im Département Drôme wurden ganze Felder vom Hagel zerstört.

Deutschland

Die schweren Gewitter am Samstag brachten wie erwartet dem Norden und Süden Starkregen, großen Hagel (um 5 cm) und orkanartige Böen. In einem riesigen Gewittercluster im Norden wurden mehr als 165.000 Blitze registriert.

Die höchsten Regenmengen von Samstag 8 Uhr bis Sonntag 8 Uhr:

62.0 Liter Boltenhagen an der Ostsee (ein ganzes Monatssoll an Regen in nur wenigen Stunden)
60.1 Liter Mummelsee im Schwarzwald
58.1Liter Konstanz-Dettingen am Bodensee

Die stärksten Böen wurden am Bodensee gemessen:

115 km/h Friedrichshafen
111  km/h Überlingen
104  km/h Meersburg

Polen

Unwetter auch in Polen
Schwere Schäden durch Unwetter entstanden auch in Polen. © dpa, Marcin Bielecki, gj tli lof

Auch bei unseren Nachbarn im Osten haben Gewitterstürme erneut schwere Schäden verursacht. Allein von Samstagabend bis Sonntagfrüh musste die Feuerwehr nach eigenen Angaben mehr als tausendmal ausrücken, weil Bäume umgestürzt, Dächer von Häusern gerissen und Keller überflutet waren. Tausende Haushalte waren am Sonntagmorgen noch ohne Strom. Schon am Donnerstag und Freitag hatte es in Polen schwere Unwetterschäden gegeben.