Schneemassen lähmen Bayern: Katastrophenalarm und Verkehrschaos

07.01.2019, Bayern, Traunstein: Fahrzeuge sind eingeschneit und schneebedeckt. Foto: Tobias Hase/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wintereinbruch in Bayern © dpa, Tobias Hase, tha cvi

Staus auf dem Weg nach München

"Let it snow, let it snow, let it snow" im Repeat-Modus, nur ohne die Romantik. Die Schneemassen lähmen den Verkehr in weiten Teilen Bayerns. Auf der A8 kam ein Transporter vom Weg ab. Die Autobahn wurde in Richtung München bei Friedberg voll gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Transporter stehe quer über alle Fahrspuren. Wegen der vereisten Fahrbahn stellt die Bergung die Helfer vor große Herausforderungen.

Katastrophenalarm in Oberbayern

Auf der A9 im Norden Münchens staute sich der Verkehr auf 20 Kilometer, auch auf den anderen Straßen in die Landeshauptstadt hinein ging kaum etwas. In Oberfranken führte starker Schneefall am Mittwochmorgen zu mehreren Unfällen. In der Region Hof und im Fichtelgebirge kamen zahlreiche Autos und Lastwagen von den Straßen ab. Ein Mensch wurde verletzt.

Im Berchtesgadener Land, im Ostallgäu und in vielen weiteren Gemeinden konnten sich die Schüler über einen unterrichtsfreien Tag freuen. Die Schneemassen stellten die Räumdienste vor erhebliche Probleme. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach gilt Katastrophenalarm.

In vielen Skigebieten geht nichts mehr

07.01.2019, Bayern, Garmisch-Partenkirchen: Die Straße nach Österreich ist am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz auf Grund der Lawinengefahr gesperrt. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Garmisch-Partenkirchen: Die Straße nach Österreich ist am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz auf Grund der Lawinengefahr gesperrt. © dpa, Angelika Warmuth, awa

Die starken Schneefälle der letzten Tage überfordern auch die Skigebiete. Aufgrund der schieren Menge an Schnee sind zahlreiche Lifte und Pisten gesperrt. Im Gebiet Brauneck bleiben bis auf drei kleine Tallifte alle Pisten und Anlagen geschlossen. "Auf den Bäumen liegt mittlerweile extrem viel und schwerer Schnee", sagte eine Sprecherin des Skigebiets. "Da besteht die Gefahr, dass die Bäume umknicken und auf Pisten und Lifttrassen fallen." Wann sich Skifahrer wieder auf den Pisten tümmeln können, ist nicht abzusehen: "Es soll ja weiterschneien." In Garmisch hingegen sind die meisten Lifte und Abfahrten geöffnet. Nur ist nicht klar, wie lange noch. "Im Moment trifft sich jeden Morgen eine Lawinenkommission, die entscheidet, ob und wo Schnee weggesprengt werden muss", sagte eine Sprecherin des Skigebiets Garmisch-Classic. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

Jachenau wird von Lastwagen versorgt

Wie dramatisch die Lage ist, sieht man in der Gemeinde Jachenau: Nur eine kleine Forststraße verbindet die tief eingeschneite Gemeinde bei Bad Tölz derzeit mit der Außenwelt: Damit den Bewohnern in den kommenden Tagen nicht das Essen ausgeht, soll ein Lastwagen am Mittwoch Lebensmittel in den Ort liefern. Wegen zahlreicher unter der Schneelast umgekippter Bäume bleibt die Staatsstraße nach Lenggries und Walchensee bis voraussichtlich Freitag gesperrt, wie ein Sprecher des Staatlichen Bauamts Weilheim sagte. Ein Räumen der Strecke sei derzeit nicht möglich, weil weitere Bäume drohten umzufallen.  Bewohner der Jachenau und Einsatzkräfte könnten aber über die kleine Forststraße die Gemeinde erreichen. Die Menschen seien nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Vor Ort seien zudem Sanitäter stationiert, erklärte der Sprecher.

Das gleiche Bild in Berchtesgaden: Dort sitzen rund 350 Menschen fest und müssen ebenfalls per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land. Mittlerweile sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen.

Bis zu einem Meter Neuschnee in den Alpen

Und noch ist keine Entspannung der Lage in Sicht: In den höheren Lagen Deutschlands wird auch in den kommenden Tagen viel Neuschnee fallen. Besonders im Erzgebirge und in den Alpen ist viel Schnee zu erwarten. Dort werden bis Freitagmorgen zwischen 50-70 Zentimetern, an den Alpen sogar bis zu einem Meter Neuschnee zusammenkommen.