Schneemassen in den Alpen: Hoch "Angela" verhindert den Wetterwechsel

Schneechaos im Süden: Schuld ist Hoch "Angela"

Seit vergangenen Freitag schneit es in den Alpen und die Lage wird sich weiter verschlimmern. Bei dieser Wetterlage ist nicht ein Tief (wie sonst üblich) der Hauptgrund für den Schneefall, sondern Hoch "Angela" trägt maßgeblich dazu bei. Seit mehreren Tagen bewegt es sich kaum vom Fleck.

Typische Westwindwetterlage wird durch "Angela" blockiert

Am vergangenen Freitag lag das markante Hochdruckgebiet "Angela" über den Britischen Inseln. Es besitzt einen Kerndruck von knapp 1.040 hPa und blockiert damit die typische Westwinddrift (zonale Wetterlage). Dadurch werden entstehende Tiefdruckgebiete über dem Nordmeer oder Skandinavien nach Süden abgeblockt. Dies ist nur ein Teil des Prozesses, denn an der Ostflanke des Hochdruckgebietes strömt kalte Luft aus nördlichen Regionen in die Osthälfte von Deutschland. So lagen die Temperaturen am vergangenen Donnerstag (04.01.2019) in Bayern oft um 0 Grad. Im Alpenvorland wurden häufig Minusgrade erreicht.

Das Tiefdruckgebiet über Skandinavien zog am vergangenen Wochenende weiter Richtung Ukraine und die Frontensysteme (Warm- und Kaltfront) mit ergiebigen Schneefällen erreichten Bayern und Österreich. Durch die Alpen wurden die Schneewolken gestaut (Staueffekt der Alpen). Am Sonntag lag schließlich eine fast stationäre Front in Südbayern und weitere Schneefälle waren die Folge.

Die Zugbahn von Sturmtief "Benjamin" wurde ebenfalls beeinflusst

Auch das Sturmtief "Benjamin" am vergangen Dienstag wurde von dem mächtigen Hoch vom Nordmeer Richtung Ostsee abgelenkt. Dadurch hat "Benjamin" eine ähnliche Zugbahn wie das Tief am vergangenen Wochenende eingeschlagen. Die Folge ist, dass die kräftige Nordströmung stabil bleibt und die Höchstwerte damit vor allem in der Südhälfte im Frostbereich bleiben. Gleichzeitig wird auch weiter teils sehr feuchte Luft an die Alpen gepresst, so dass es munter weiter schneit.