Mais und Reis mögen Klimawandel nicht

Erderwärmung: Veränderungen bei der Ernte schon in den nächsten zehn Jahren

Für Weizen sieht es besser aus als für Mais

Bayern, Riedering: Müllerin Annelie Wagenstaller füllt in der Wagenstaller Mühle Weizenkörner in einen Sack.
Für Mais sieht es in Zeiten der Erderwärmung nicht gut aus. Forscher erwarten drastische Ernte-Rückgänge.

Der Klimawandel erfasst alle Bereiche unseres Lebens. Und wenn wir weiter so viel CO2 in die Atmosphäre pusten wie derzeit, dann müssen sich unsere Bauern schon in den nächsten zehn Jahren auf veränderte Erträge einstellen. Die Hitze-Sommer 2018 und 2019 haben dafür einen Vorgeschmack gegeben. Viel schlimmer als in Westeuropa sieht es aber wieder einmal in ärmeren Ländern aus.

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Gravierende Veränderungen in den Kornkammern der Erde

Ältere und Kinder leiden am meisten unter der Ernährungslage, da sie nichts anderes als Kaktusblätter zu essen haben.
Dieses erschütternde Bild zeigt hungernde Kinder in Madagaskar in diesem Juni. In vielen Regionen der Erde ist Mais eine unverzichtbare Nahrungsquelle.

In den wichtigsten Kornkammern der Welt kann es viel schneller als bisher erwartet zu gravierenden Veränderungen kommen. Bis Ende 2100 könnten global die Mais-Erträge um fast ein Viertel zurückgehen, während die Weizenerträge möglicherweise weltweit um etwa 17 Prozent steigen könnten. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team, dessen Arbeit im Fachjournal „Nature Food“ erscheint.

Vor allem Mais wird deutlich geringere Ernten einbringen, aber auch Sojabohnen und Reis reagieren negativer auf den Klimawandel als in bisherigen Szenarien. „Wir stellen fest, dass die neuen Klimabedingungen die Ernteerträge in immer mehr Regionen erheblich beeinflussen. Die menschengemachten Treibhausgasemissionen führen zu höheren Temperaturen, veränderten Niederschlagsmustern und mehr Kohlendioxid in der Luft. Das hat Folgen für das Pflanzenwachstum“, sagt Hauptautor Jonas Jägermeyr. „Das bedeutet, dass sich die Landwirte viel schneller anpassen müssen, indem sie zum Beispiel den Zeitpunkt der Aussaat verändern oder andere Pflanzensorten verwenden. So lassen sich schwere Verluste vermeiden, aber auch Gewinne erzielen, etwa in den höheren Breitengraden."

Wetter.de-Redakteur Oliver Scheel fuhr mit dem Fahrrad zum Klimagipfel nach Glasgow

Keine gravierenden Auswirkungen für Westeuropa

„Die Lebensmittel-Versorgungssicherheit in Westeuropa ist nicht gefährdet“, sagt Dr. Klaus-Peter Götz, der an der Humboldt-Universität in Berlin im Bereich Agrarklimatologie arbeitet. In Nord- und Mittelamerika, Westafrika, Zentral- und Ostasien könnten die Maiserträge in naher Zukunft um mehr als 20 Prozent zurückgehen.

„In Afrika und Lateinamerika ist Körner-Mais traditionell das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die Substitution von Mais erscheint kaum möglich. Andere Pflanzen wie Sorghum-Hirse sind zwar nicht so ertragsstark, jedoch etwas toleranter“ gegen Hitze erläutert Götz.

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(osc)