Psychologin schätzt ein

Schlecht geschlafen wegen Vollmond? Was an dem Mond-Mythos dran ist

Haben Sie auch schlecht geschlafen? Das hing sicher mit dem Vollmond und der totalen Mondfinsternis zusammen, die wir von Sonntag auf Montag beobachten konnten. Denn der Mond wirkt sich ja auf unseren Schlaf aus – oder doch nicht? Was ist dran am weitverbreiteten Mythos? Reden wir uns das am Ende nur selbst ein? Diplom-Psychologin Cordula Leddin erklärt, was dahinter steckt und warum wir nachts ohnehin zum Grübeln neigen.

Lese-Tipp: Blutmond am Wochenende – Darauf muss sich Ihr Sternzeichen jetzt gefasst machen

Hat der Vollmond wirklich Auswirkungen auf unseren Schlaf? Was steckt dahinter?

So richtig wissenschaftlich bewiesen sei es nicht, ob der Mond wirklich einen Einfluss auf uns hat oder ob wir uns das nur einbilden und damit eben auch Einfluss nehmen auf unseren Körper, erklärt Diplom-Psychologin Cordula Leddin im Interview mit RTL.

Abwegig sei es aber keinesfalls: Es könne durchaus sein, dass diese magnetischen Kräfte, die auch auf das Wasser wirken, auch Auswirkungen auf uns haben, so die Expertin. „Auch viele Tiere reagieren auf den Mond, warum sollte der Mensch nicht darauf reagieren?“

Der Mensch habe zudem einen Zirkadianrhythmus, erklärt die Psychologin. „Unser Körper ist also auf 24 Stunden geeicht, das ist schon genetisch in uns programmiert. Manche sagen auch, es könnte auch einen zirkalunaren Rhythmus geben, also dass man sozusagen den Rhythmus des Mondes schon verinnerlicht hat“, so Leddin weiter.

Lese-Tipp: Schönheitspflege nach Mondphasen – Der Mond macht uns schön

Wieso rattern bei vielen die Gedanken in der Nacht bei Vollmond? Und wie kann man das anhalten?

„Abends kommt man zur Ruhe und man hat nicht mehr so viel Ablenkung. Dann fangen natürlich die Gedanken an zu rattern“, erklärt Leddin. Hinzu komme, dass wir nachts unser körperlich bedingtes Stimmungstief haben. Der Serotoninspiegel sei hier am niedrigsten ist, der Melatoninspiegel am höchsten, so die Expertin weiter. „Wir sind alle morgens um vier Uhr am depressivsten, und dann ist es wichtig, sich davon nicht einkriegen zu lassen. Sich wirklich zu sagen, okay, ich weiß gerade, die Stimmung ist nicht gut, ich gebe jetzt diesem Grübeln nicht nach.“ Wenn das nicht klappe, könne es helfen, sich eine Meditation anzumachen und an etwas Positives zu denken, rät Leddin.

Lese-Tipp: Nächtliches Stimmungstief – Warum machen wir nachts eigentlich aus einer Mücke einen Elefanten?

Haben Schlafstörungen im Allgemeinen zugenommen?

„Ich glaube schon, dass das zugenommen hat“, schätzt Leddin die Situation ein. Den Grund sieht die Psychologin in unserem Alltag: „Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt, wo sehr viel Druck da ist, wo man auch ständig am Handy ist, ständig mit Reizen konfrontiert ist. Und das macht es natürlich schwieriger, am Abend zur Ruhe zu kommen.“ (akr)

Lese-Tipp: Toller Sex und Zeit für Neues – So wirkt sich der Blutmond auf uns aus