Schlangen-Alarm in Österreich: Ist das Wetter schuld?

Vor allem Äskulap- und Ringelnattern

Nach dem Hai-Alarm auf Mallorca jetzt der Schlangen-Alarm in Österreich? Zurzeit sind in unserem südlichen Nachbarland jede Menge Schlangen in Gärten und Hausfluren unterwegs. Aus einem einzigen Garten bei Steyr südlich von Linz an der Donau habe er seit April 18 Schlangen entfernt, sagte Hans Esterbauer vom Oberösterreichischen Verband für Vivaristik und Ökologie.

Ringelnattern sind für den Menschen vollkommen harmlos. Sie ernähren sich vorwiegend von Amphibien und Mäusen.
Ringelnattern sind für den Menschen vollkommen harmlos. Sie ernähren sich vorwiegend von Amphibien und Mäusen.

Keine Angst, es gibt nichts zu befürchten - Tiere stehen unter Artenschutz

"Es sind dieses Jahr auffallend viele", sagte auch die Reptilienexpertin Helga Happ. Sie leitet die Reptilienauffangstelle für das Land Kärnten. "Wir hatten etwa doppelt so viele Einsätze wie sonst." Es handele sich vor allem um Äskulap- und Ringelnattern, die oft über einen Meter lang werden.

ARCHIV - Eine ausgewachsene Äskulapnatter, aufgenommen am 08.07.2010 in der Nähe der Ortschaft Schlangenbad (Hessen). (zu dpa "Schlangen-Schwemme in österreichischen Gärten" vom 26.06.2017) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Äskulapnatter kann locker 1,50 m lang werden und wirkt daher bedrohlich. Sie frisst aber lediglich Mäuse, kleine Vögel und Eidechsen. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Schuld sei vermutlich das Wetter. "Im März hatten wir erst einen Wärme-, dann einen Kälteeinbruch", sagte Happ. Die wechselwarmen Schlangen seien früher als sonst aus der Winterstarre erwacht - doch dann kam die Kälte zurück. Dadurch haben sie ihre Reserven verbraucht. "Jetzt geht es ums Überleben."

Deshalb suchten sie warme Orte auf - Terrassen, Gärten, Flure. "Außerdem gibt es bei den Häusern reichlich Mäuse", sagte Esterbauer. Er werde zur Zeit dreimal pro Tag alarmiert. Er fange die Tiere und entlasse sie in einer geeigneten Umgebung wieder in die Freiheit. "Manche Leute haben die Schlangen grausam zerhackt in ihrer Angst", sagte Happ. Die Tiere stünden aber unter Artenschutz. Und: "Man braucht sich überhaupt nicht zu fürchten."