Schädlicher als CO2: Weltweite Höchstwerte beim Treibhausgas Methan

Das Kraftwerk Niederaußem von der RWE Power. Bergheim-Niederaußem, 19.09.2017 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage
Fossile Brennstoffe und die Landwirtschaft sind Mitverursacher der klimagefährdenden Treibhausgase. © imago/Future Image, Christoph Hardt, imago stock&people

Landwirtschaft und fossile Brennstoffe die schlimmsten Verursacher

Der Ausstoß von Methan schnellt in die Höhe. Weltweit sind Landwirtschaft und fossile Brennstoffe die schlimmsten Verursacher. Die gute Nachricht für Europa: Wir sind die einzige Weltregion, deren Methanausstoß gesunken ist. 

Neue Studie mit gigantischen Zahlen

2017 gelangten Hochrechnungen zufolge knapp 600 Millionen Tonnen des Gases in die Erdatmosphäre, mehr als die Hälfte davon durch Aktivitäten von uns Menschen. Die Zahlen stammen aus zwei Studien einer Gruppe um Rob Jackson von der Stanford University in Stanford (Kalifornien, USA), die in den Fachzeitschriften „Earth System Science Data“ und „Environmental Research Letters“ veröffentlicht wurden.

Rülpsende Kühe als Gefahr?

ARCHIV - 01.08.2018, Bayern, Hausham: Kühe stehen auf einer Weide. Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Es sind nicht die Kühe auf der Weide, die die Zahlen der Treibhausgase in die Höhe treiben. Hier steht die Massentierhaltung in der Kritik. © dpa, Lino Mirgeler, lim sd skm sja

Vor allem die Förderung von fossilen Brennstoffen, Deponien und die Landwirtschaft sind das Übel: „Die Leute scherzen über das Aufstoßen von Kühen, ohne zu wissen, wie groß die Quelle wirklich ist“, so Jackson. Die Emissionen von Rindern und anderen Wiederkäuern seien bei Methan fast so hoch wie die der fossilen Brennstoffindustrie. 

Wer ist der größte Methanproduzent?

Drei Weltregionen verzeichneten einen besonders starken Anstieg beim Methanausstoß: 

  • Afrika/Naher Osten
  • China/Südasien
  • Ozeanien, inklusive Australien

Mit jährlich 4,5 Millionen Tonnen mehr haben auch die USA ihren Anteil an der Emissionssteigerung, vor allem durch die Förderung und Verteilung von Erdgas. Einen Anstieg der Methanemissionen durch das Auftauen von Permafrostböden in kälteren Regionen konnten die Forscher zumindest bis 2017 nicht beobachten. 

Methan viel schlimmer als Kohlendioxid

Über einen Zeitraum von 100 Jahren hat Methan (CH4) eine 28 Mal stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid (CO2), über 20 Jahre gerechnet ist die Wirkung sogar 86 Mal stärker. Während die Methanemissionen aus natürlichen Quellen wie Feuchtgebieten und Vulkanen im untersuchten Zeitraum nahezu gleich geblieben sind, hat sich der Ausstoß durch menschliche Aktivitäten stark erhöht. 

Die Wissenschaftler präsentieren aber auch eine weitere gute Nachricht: Weil Methan in der Atmosphäre sehr viel schneller abgebaut wird als CO2, könnte eine Verringerung des menschengemachten Methanausstoßes schnell Wirkung zeigen. 

Hatte Corona Einfluss auf Treibhausgase?

Flugzeuge kreuzen am Donnerstag (22.04.2010) im Luftraum Nürnberg über Ansbach (Mittelfranken). Nach tagelangem Flugverbot wegen isländischer Vulkanasche ist der Luftraum über Deutschland wieder für den Flugverkehr geöffnet. Foto: Karl-Josef Hildenbr
Während des Lockdowns waren am Himmel nur noch wenige Flugzeuge zu sehen. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Die kurzfristige Reduktion von Treibhausgasen im Zuge der Lockdowns wegen der Corona-Krise wird den Forschern zufolge kaum Einfluss auf die Methanemissionen haben. „Wir heizen immer noch unsere Häuser und Gebäude und die Landwirtschaft wächst weiter“, erklärte Rob Jackson.

Das aktuelle Wettergeschehen

Wie die Trends der nächsten sieben Tage oder den Trend für die kommenden 42 Tage erklären wir Ihnen unter den Links. Für die kommenden 14 Tage erklärt uns Meteorologe Björn Alexander hier seine Einschätzung.