Saharastaub und Sommerwärme

Oktober-Sommer endet mit November-Blutregen

von Paul Heger

Sommertemperaturen Ende Oktober und schon wieder Saharastaub in weiten Teilen Europas sowie Deutschlands: Das Extremwetter der anderen Art hält mehrere Tage an und scheint den November mit Blutregen einzuläuten. Was ist das los beim Wetter in Europa und wann erwartet uns wieder etwas Normalität?

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Saharaluft bringt Staub und Sommer-Wärme nach Deutschland

Wetterlage Europa mit Zugrichtung der Saharaluft
Diese eingefahrene Wetterlage bringt uns die Wärme und den Staub der Sahara nach Deutschland.

Seit Tagen drehen sich Tiefdruckgebiete westlich von uns über dem Atlantik und zapfen Luft aus dem Südwesten an. Diese Tiefs sind so groß, kräftig und langlebend, dass sie es schaffen, Luft auf die lange Reise aus der Sahara über Spanien und Frankreich zu uns zu schicken. Damit sind in einer Jahreszeit, in der es eigentlich fortwährend kühler werden sollte, die Temperaturen immer weiter nach oben gegangen, aktuell auf regional über 25 Grad.

Gleichzeitig wurde in der Sahara viel Staub aufgewirbelt, von dem wir nun einen Teil bei uns am Himmel sehen. Das geschieht vom einen in Form eines gelblichen, milchig-trüben Himmels, zum anderen in Form von teils dichten Wolken. Denn – grob gesagt - je mehr Staub in der Luft ist, desto dichter können Wolken werden.

Rückblick: Der heftigste Saharasturm seit langem in Deutschland

Rekorde fallen: So außergewöhnlich ist die Wetterlage

Höchstwerte Europa für den 28. Oktober 2022
In Spanien und Frankreich werden aktuell teils deutlich über 30 Grad gemessen. Auch wir bekommen davon etwas ab - zumindest mit Werten von über 25 Grad. Die Wärme reicht bis an die Küsten!

Die aktuelle Wetterlage kommt zwar immer wieder mal vor, die Häufung ist in diesem Jahr allerdings besonders. Außerdem erleben wir zur Zeit, dass diese Wetterlage über viele Tage andauert. Damit rutscht die Mitteltemperatur des Oktobers 2022 immer weiter nach oben. Aktuell liegen wir auf Platz 2, der wärmsten Oktobermonate seit Messbeginn. Mittlerweile ist es sogar halbwegs wahrscheinlich, dass es Platz 1 wird.

Der Monatsrekord für Deutschland könnte also fallen, genauso unterstreichen zahlreiche Stationsrekorde die Außergewöhnlichkeit der Wetterlage. Die Nacht zum Freitag brauchte teils Tiefstwerte um 19 Grad, womit wir Ende Oktober nur knapp an einer Tropennacht vorbei geschrammt sind. Noch nie so spät im Jahr war es so warm. Tagsüber werden mit Spitzenwerten um 27 Grad wohl weitere Rekorde für Ende Oktober fallen.

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Bringt Blutregen den Wetterwechsel im November?

16.03.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Auto ist in der Innenstadt von rötlichem Staub bedeckt. Südwestwinde haben Wüstensand aus der Sahara zu uns geweht. Leichte Niederschläge führen bei der Wetterlage zu «Blutregen», wobei der Sand ausgewasc
Besonders auf den Autos erkennt man den Saharastaub nach Blutregen sehr gut. Vorsicht: Nur mit Wasser abspülen und nicht abwischen, da sonst Kratzer entstehen. (Archivbild)

Wann ist Schluss mit extremen Temperaturen und Saharastaub? Mit dem Monatswechsel hin zum November verändert sich auch langsam die Wetterlage. Die Tiefs im Westen kommen uns näher und die kühlere, feuchte Luft vom Atlantik breitet sich aus. Damit rutschen wir im Laufe der ersten Novemberwoche wieder zurück auf ein normales Temperaturniveau mit Höchstwerten, die meist zwischen 10 und 13 Grad liegen. Aktuell sind ja selbst die Nächte häufig wärmer.

Dieser deutliche Temperaturrückgang bringt uns gleichzeitig ein blutiges Saharastaubfinale, passend zur Halloweennacht. Keine Sorge, dabei kommt keiner zu Schaden. Ab der Nacht zu Dienstag kommen von Westen Regenfälle auf und diese waschen den Staub aus der Luft. Die leicht gelblich bis rötlich gefärbten Tropfen – Blutregen genannt – zeigen sich dann häufig auf den Oberflächen von Autos, Tischen und co. Dabei darf der Regen jedoch nicht zu kräftig sein, weil sonst der Staub direkt wieder weg gespült wird. Im Laufe der Woche ist der Spuk dann Geschichte und die Luft wieder sauberer.

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(phe)