Räumung der ISS

USA wirft Russland Gefährdung der Astronauten vor

Scharfe Kritik an Raketentest

Mit scharfer Kritik hat die US-Regierung Russland für die Zerstörung eines eigenen Satelliten verurteilt. Bei einem Test habe Russland mit einer Rakete im All einen eigenen Satelliten beschossen. Die Trümmerwolke habe das Leben der Astronauten bedroht, die sich momentan auf der ISS befinden. Unter den Astronauten befindet sich auch der Deutsche Matthias Maurer.

Im Video: SpaceX-Rakete kollidiert fast mit Weltraumschrott

Astronauten brachten sich in Raumschiffen in Sicherheit

ISS
Das Bild zeigt die Internationale Raumstation: Die USA werfen Russland vor mit einem Raketentest das Leben der Astronauten auf der ISS gefährdet zu haben.

Die US-Regierung wirft Russland vor, die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. „Wir verurteilen Russlands rücksichtslosen Test“, teilte US-Außenminister Antony Blinken am Montagabend (Ortszeit) mit. Der Beschuss eines russischen Satelliten habe Weltraumschrott hinterlassen, „der das Leben von Astronauten, die Integrität der Internationalen Raumstation und die Interessen aller Nationen gefährdet“. Auf der ISS hält sich seit kurzem auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.

Wegen einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott war die ISS am Montag zweimal kurzzeitig geräumt worden. Der Kosmonaut Pjotr Dubrow sagte der russischen Staatsagentur Tass zufolge, die sieben Raumfahrer hätten sich in beiden Fällen in zwei an der Station angedockten Raumschiffen in Sicherheit gebracht. Maurer wechselte laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA in die Crew Dragon, mit der der Saarländer erst am Freitag vergangener Woche den Außenposten der Menschheit erreicht hatte. Im Falle eines Zusammenstoßes hätte die Besatzung so zur Erde zurückfliegen können.

Eigenen Kosmonauten gefährdet?

SpaceX Dragon-Kapsel Ankunft an der ISS
Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt die Besatzung nach der Ankunft von SpaceX Crew-3 an der Internationalen Raumstation (ISS). Rechts steht der deutsche Astronaut Matthias Maurer.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA schloss sich Blinkens Kritik an. „Ich bin empört über dieses unverantwortliche und destabilisierende Vorgehen“, teilte NASA-Chef Bill Nelson mit. „Mit seiner langen und traditionsreichen Geschichte in der bemannten Raumfahrt ist es unvorstellbar, dass Russland nicht nur die amerikanischen und internationalen Partner-Astronauten auf der ISS, sondern auch seine eigenen Kosmonauten gefährdet.“

Das Weltraumkommando (Space Command) der US-Streitkräfte teilte mit, der Test vom Montag habe bislang mehr als 1.500 nachverfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert. Aktuellen Schätzungen zufolge sind mehr als 700.000 Trümmerteile rund um die Erde unterwegs. Durch Elon Musks Starlink-Satelliten kommen in den kommenden Jahren noch etliche dazu. Der Weltraumschrott stellt eine Gefahr für Satelliten, zukünftige Missionen und Weltraumstationen dar.

USA, Russland und China verursachen den meisten Weltraumschrott

Auch die NASA teilte mit, die Astronauten und Kosmonauten auf der ISS hätten „Notfallverfahren für die Sicherheit“ eingeleitet, nachdem die Flugsicherung sie wegen der Trümmer geweckt hatte. Die Luken zu bestimmten Modulen seien geschlossen worden. Als die ISS die Trümmerwolke durchflog, seien die Astronauten und Kosmonauten in ihre Raumschiffe gewechselt. Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang, dass neben Russland und China auch die USA zu den größten Verursachern von Weltraumschrott gehören. Die Internationale Weltraumstation muss deswegen regelmäßig Ausweichmanöver durchführen, um Trümmerteilen zu entgehen. Ob ein Raketentest sein muss, der noch mehr Trümmer verursacht, bleibt aber fraglich.

Die Nachrichtenagentur Tass berichtete, der Generaldirektor der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos, Dmitri Rogosin, werde an diesem Dienstag in Moskau mit NASA-Vertretern zusammenkommen. Bei dem bereits seit längerem angesetzten Treffen werde es nun auch um den Vorfall vom Montag gehen.

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(dpa/kfb)