Sportliche Betätigung im Winter

Runter vom Sofa! Warum Sie gerade jetzt laufen gehen sollten

Ein junges Paar geht im Winter zusammen laufen.
Joggen tut sowohl Körper als auch Geist gut! © Lucky Bussines, Mojzes Igor

Ungemütlich und kalt? Nein, genau die richtige Zeit um mit dem Laufen anzufangen



von Alexandra Kraft


Jetzt ist die perfekte Zeit, um mit dem Laufen anzufangen. Ja, das ist mein absoluter Ernst. Natürlich weiß ich auch, dass es gerade teilweise schneit und kalt ist. Aber das ist egal.

Warum? Wir stecken seit Monaten in der Pandemie fest. Und schauen Sie doch mal auf sich selbst. Welcher war heute Ihr weitester Weg, den Sie gegangen sind? Von Ihrem Schreibtisch zum Drucker? Und haben Sie auch schon bemerkt, dass Sie in den letzten Wochen ein bisschen rund um den Bauch zugelegt haben? Damit sind Sie nicht allein. Die immer wiederkehrenden Lockdowns haben uns regelrecht stillgelegt. Wir alle bewegen uns im Durchschnitt noch weniger. Das ist nicht gut.

Deswegen verrate ich Ihnen hier meine Tipps, warum es sich lohnt, gerade jetzt mit dem Laufen anzufangen!

Laufen als eine Art Antidepressivum?

Laufen ist der perfekte Stimmungsaufheller. In Studien wurde belegt, dass Laufen auf die psychische Gesundheit bei Depressionen ähnlich gut wirkt wie Medikamente und Verhaltenstherapie. Viele Experten gehen sogar so weit und sagen, wenn wir uns alle ausreichend bewegen würden, gäbe es deutlich weniger psychische Krankheiten.

Durch die Gleichförmigkeit der Bewegung, werden besonders Bereiche, die für nagende und kreisende Gedanken zuständig sind, regelrecht stillgelegt. Deswegen ist es nicht nur ein Gefühl, sondern Fakt, wenn Läufer davon berichten, dass sie nach dem Training weniger von Sorgen und Ängsten geplagt werden. So wird die Laufrunde zu einer echten Auszeit. Wer regelmäßig die Laufschuhe anzieht und losrennt, ist besser gelaunt und kann Emotionen besser verarbeiten. Was will man mehr, gerade in Zeiten von Omikron und Co.?

Lese-Tipp: Richtig joggen: So werden Anfänger fit fürs Laufen

Sich zu bewegen, stärkt das Immunsystem

Eine Frau läuft im Schnee.
Gerade im Winter tun Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes, wenn Sie laufen gehen. © yuran-78, Andrii Yurlov

Laufen stärkt das Immunsystem. In Studien wurden belegt, dass aktive Menschen, die regelmäßig intensiv trainieren deutlich wenige krankheitsbedingte Fehltage haben, als Couch-Kartoffeln. Kein Wunder, denn die Muskelaktivität bei Sportarten wie Laufen aktiviert sogenannte immunprotektive Prozesse. Der Körper schüttet das Stresshormon Adrenalin aus und in der Folge steigt die Anzahl von Immunzellen und die bilden eine Abwehr gegen Viren, Bakterien und sogar Tumorzellen. Um das Immunsystem effektiv zu stärken, sollte man im Durchschnitt pro Woche zwischen 12 und 25 Kilometer laufen. In einem eher mäßigen Tempo, der Puls sollte zwischen 110 und 140 Schlägen liegen.

Wer es übertreibt mit dem Training erzielt übrigens den gegenteiligen Effekt und schwächt das Immunsystem. Außerdem ist es wichtig, dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben.

Läufer haben besseren und mehr Sex!

In Umfragen der University of Arkansas wurde belegt, dass sich 80 Prozent der Läufer und 60 Prozent der Läuferinnen begehrenswerter fühlen, wenn sie regelmäßig und mehrmals in der Woche die Laufschuhe schnüren. Außerdem berichten vor allem Läuferinnen, dass sie häufiger zum Orgasmus kommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Natürlich ist das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit im Umgang mit dem eigenen Körper wichtig. Wer seinen Körper mag, präsentiert ihn auch lieber und äußert viel öfter eigene Wünsche. Eine Interviewpartnerin sagte einmal zu mir: „Es gibt für Frauen zwei Optionen im Leben: Sie können sich tagein, tagaus quälen mit Gedanken über Fettpölsterchen, in Umkleidekabinen verzweifeln, sich im Bikini am Strand hassen. Oder sie können ihren Mann im Bett bei eingeschaltetem Licht genussvoll zum gemeinsamen Orgasmus reiten." Seit sie laufe, habe sie sich für „Licht an" im Schlafzimmer entschieden, ergänzte sie lachend.

Es ist eine Form der Selbstsicherheit, die vielleicht nur Läufer kennen. Zum Körpergefühl kommen natürlich auch noch Sexual- und Glückshormone und nicht zuletzt allerlei positive Effekte auf die Abläufe im Körper dazu, die für mehr Spaß im Bett sorgen.

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Auch diese Vorteile gibt es

Nicht nur die Stimmung wird aufgehellt, sondern die Gehirnleistung kann sich verbessern. Die biochemischen Botenstoffe aus der Muskulatur wirken nicht nur auf die Physis, sondern auch auf Gehirn und Psyche. Sportlich aktive Kinder zum Beispiel sind besser in der Schule als inaktive.

Aerobes Ausdauertraining kurbelt bei Erwachsenen die sogenannte Neurogenese an, die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn. Das beugt Alzheimer, Demenz, Parkinson und zahlreichen anderen neurologischen Krankheiten vor.

Beim Laufen nimmt der Körper Vitamin D auf

Auf einem Tisch steht ein Glas Wasser, daneben liegen Nahrungsergänzungsmittel.
Vitamin D nehmen Sie im Winter besonders gut über Nahrungsergänzungsmittel auf - oder aber beim Laufen, wenn die Sonnenstrahlen Sie erreichen. © FreshSplash

Ein weitere positiver Effekt der Bewegung an der frischen Luft vor allem im Winter ist, dass man auch ab und zu ein bisschen Sonne abbekommt. Das ist besonders wichtig für die Bildung von Vitamin D. Man kann zwar einen Teil des wichtigen Vitamins durch die Nahrung aufnehmen, aber die große Mehrheit von bis zu 90 Prozent kann der Körper nur durch den Einfluss von Sonnenlicht bilden. Und das ist ja im Winter oft Mangelware. Warum Vitamin D so wichtig ist? Es stärkt Knochen und Zähne, hat Einfluss auf die Muskelkraft und ist wichtig für ein funktionierendes Immunsystem.

Lese-Tipp: Wichtig fürs Immunsystem: Wie bekomme ich jetzt genug Vitamin D?

Im stern-Podcast „Sie läuft. Er rennt.“ erfahren Sie mehr über die positive Wirkung von Laufen.