Rückblick Frühling 2015: zu trocken in der Mitte, zu nass im Süden

Rückblick Frühling
Ein Tornado zerstörte die Kleinstadt Bützow. © dpa, Jens Büttner

In der Mitte zu trocken - im Süden zu nass

Denken wir an den Frühling 2015, dann denken wir an? Naja, die Antwort fällt vielen schwer, denn vor allem temperaturmäßig war der Frühling ziemlich normal. Und geregnet hat es auch ziemlich wenig, das allerdings ist eine Tatsache, die den meisten Menschen eher nicht im Gedächtnis bleibt. Viel Regen bleibt viel eher im Gedächtnis.

Viel Regen gab es vor allem am Alpenrand. Dort und im südlichen Schwarzwald kamen regional mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturm und Tornados verursachten am 5. und 13. Mai vor allem in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern große Schäden.

In der Mitte fiel der Frühling fiel zu trocken aus. Im bundesdeutschen Schnitt seien seit Anfang März 145 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - 22 Prozent weniger als sonst in dieser Zeit üblich. In Südhessen, Rheinhessen und Unterfranken habe es örtlich weniger als 50 Liter pro Quadratmeter gegeben, nicht einmal ein Drittel des Normalwerts. In vielen Wäldern herrschte deshalb höchste Brandgefahr.

Ganz im Norden war es auch lange Zeit trocken, doch dann setzten auch dort die Regenfälle ein. Im Norden war es die meiste Zeit ziemlich kühl. Der Frühling fühlte sich bei Temperaturen im einstelligen Bereich meist ungemütlich und kalt an. Auch die Bauern litten unter dem Wetter. "Es war ein sehr frisches Frühjahr", sagte Isa-Maria Kuhn von der Landwirtschaftskammer. Das zeigte sich unter anderem bei den Kartoffeln. "Die Kartoffelbestände sind aufgrund der aktuellen kühlen Witterung in der Entwicklung weit zurück", sagte Kuhn.

Und im Norden geizte auch die Sonne. Niedersachsen und Bremen haben im Frühling so wenig Sonne abbekommen wie kein anderes Bundesland. Von März bis Mai wurden dort die wenigsten Sonnenstunden gezählt. Für die Monate März bis Mai liegen Niedersachsen (533 Stunden) und Bremen (530 Stunden) deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 545 Sonnenstunden. Zum Vergleich: Die Menschen in Sachsen konnten mit 593 Stunden die meiste Sonne genießen.

Die 545 Sonnenstunden bedeuten aber immer noch 119 Prozent seines Klimawertes von 459 Stunden. Der Frühling verpasste damit nur knapp eine Platzierung unter den ersten zehn seit Messbeginn im Jahr 1951. Sonnenscheinreiche Regionen lagen verstreut im ganzen Bundesgebiet: Die Insel Rügen und ihre Umgebung, Rheinhessen, die Oberlausitz, der Breisgau und der Kraichgau erreichten örtlich mehr als 620 Stunden und lagen damit weit über dem Klimamittel. Am wenigsten zeigte sich die

Sonne im äußersten Süden und Südosten Bayerns, z. T. mit weniger als

450 Stunden.

Bis weit in den Mai traten noch Nachtfröste auf, wie z.B. am 22.5. in Bad Königshofen in Unterfranken mit -1,5 Grad. Am tiefsten sank das Quecksilber am 7. März in Oberstdorf mit -10,6 Grad. Hochsommerliche Hitze herrschte dagegen bereits am 12. Mai: An Rhein, Main und Neckar kletterte die Temperatur vereinzelt über 30 Grad. Ohlsbach, südöstlich von Offenburg, meldete dabei mit 31,3 Grad den höchsten Wert.

Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland im Frühling 2015 mit 8,8 Grad Celsius um 1,1 Grad über dem Wert der international

gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,3 Grad.

Mit Material vom DWD.