Rückblick April 2015: Sehr sonnig und viel zu trocken

Rückblick April 2015
Im April 2015 war Hessen das Zentrum des Sonnenscheins. © dpa, Stefan Puchner

Hessen war das Zentrum des Sonnenscheins

Im April hat die Sonne in Deutschland so oft geschienen wie selten: 233 Stunden zeigte sie sich durchschnittlich am Himmel. Das sind 71 Stunden und damit 46 Prozent mehr als gewöhnlich. Damit waren seit Beginn der Messungen 1951 nur die April-Monate der Jahre 2007, 2009, 2010 und 2011 noch sonniger als in diesem Jahr.

Zu den sonnigsten Orten Deutschlands zählten Gießen, Bad Nauheim, Offenbach und Frankfurt/Main mit mehr als 255 Sonnenstunden. Am trübsten war es mit 210 und 215 Sonnenstunden in Berlin und Sachsen. Insgesamt war der April etwas zu warm und deutlich zu trocken.

Das Aprilwetter zeigte sich früher in Deutschland gerne kühl und wechselhaft mit sonnigen Abschnitten, zahlreichen Regen-, Schnee- und Graupelschauern sowie einzelnen Gewittern. Aber auch diesmal, wie bereits häufiger in den letzten Jahren, kam es ganz anders. Bei meist hohem Luftdruck war es warm, sehr trocken und ungewöhnlich sonnig.

Der erste Sommertag war am 15. April

Die Mitteltemperatur lag im April mit 8,6 Grad Celsius um 1,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung plus 0,3 Grad. Deutschland befand sich meist an der Südostflanke von Hochdruckgebieten über den Britischen Inseln. Dies führte oftmals zu recht frischen Nächten, in denen sogar Frost auftrat. Viel Sonnenschein ließ das Quecksilber tagsüber dann meist kräftig ansteigen.

Am 15. April wurde vielerorts der erste Sommertag verzeichnet. Das Maximum mit 27,6 Grad wurde dabei in Ohlsbach, südöstlich von Offenburg, gemessen. Den tiefsten Wert meldete am 7. die Messstelle Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -9,9 Grad. Ein in der Höhe recht gut ausgeprägtes, aber in der Bodenwetterkarte nicht erkennbares Tief (ein sog. Kaltlufttropfen), zog von Dänemark zu den Ostalpen. Vor allem am 23. kam es dadurch in Thüringen und Bayern, zu einem deutlichen Temperatursturz von bis zu 15 Grad.

Zum siebten Mal in Folge blieb der April deutlich unter seinem Niederschlags-Soll von 58 Litern pro Quadratmeter (l/m²): Mit etwa 42 l/m² erreichte er nur 73 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts. Lediglich zu Anfang des Monats herrschte typisches Aprilwetter. Teilweise fielen die Niederschläge als Schnee, der beispielsweise am 3. in Aue 15 cm hoch lag. Anschließend gelangte Deutschland für gut drei Wochen unter Hochdruckeinfluss. Nur ganz vereinzelt fiel Regen. Allmählich entstand eine Trockenheit, die zu Beginn des letzten Drittels in einigen Regionen bereits zu kleineren Waldbränden führte. Erst die Tage vom 25. bis zum 28. brachten wieder einige Niederschläge, oftmals als Schauer. Der meiste Regen und Schnee fiel mit bis zu 140 l/m² am unmittelbaren Alpennordrand, der wenigste mit knapp 20 l/m² rund um Berlin.

Quelle: DWD