Erfahrungsbericht vom Besuch bei den Ozturks

RTL-Reporter: So war mein Treffen mit der 14-fach Mutter in Georgien

Reporter Dominique und Mutter Christina machen ein Foto während des Drehs.
Unser Reporter Dominique Fleckinger trifft auf die Vielfachmama Christina in Batumi. Er erzählt von seinem Treffen. © RTL

von Dominique Fleckinger

In der georgischen Küstenstadt Batumi bewohnen die Ozturks drei ganze Stockwerke eines Hochhauses. Meinen beiden Kameramännern und mir wird schnell klar: Genügend Platz scheint die Großfamilie zu haben – für den verwegenen Plan der über 100 Kinder.

Im Netz sind so einige Infos zu lesen, die schwer zu glauben sind: Angeblich hat die gebürtige Moskauerin keine Nannys und in ihren Instagram-Stories sieht alles nach einer perfekten Familienidylle aus – kaum eines der Kinder weint oder schreit mal. Aber wie kann die junge Influencerin schon 14 Kinder haben? Wer ist der Vater? Und ist das Familienleben wirklich so makellos? Das wollen wir bei unserem Besuch herausfinden.

Eine Überraschung zu Beginn

Schon kurz nach Betreten der Wohnung werde ich von einer ganzen Schar an Nannys begrüßt. Ingesamt 16 Frauen kümmern sich um Christinas Sprösslinge im Schichtbetrieb. Bei Bedarf bleiben sie auch über Nacht. Jede Nanny hat ihre Aufgabe – ob als Köchin, Logopädin oder Gute-Nacht-Geschichten-Erzählerin. Und das obwohl die 23-Jährige angeblich keine Nannys nutze.

Gefrühstückt wird in zwei Schichten. Und zumindest an dem Tag, an dem wir drehen, ist es tatsächlich so, dass kaum ein Babygeschrei durch die Räume hallt.An den Hauptraum, in dem gegessen wird, schließt sich der „Zug“ an. So nennt Christina die zahlreichen Schlafzimmer, die sich aneinanderreihen wie Waggons.

Dominique sitzt beim Frühstück zwischen den 14 Babys.
Auch am Frühstückstisch ist Dominique dabei zwischen all den Nannys. © RTL

13 der 14 Kinder sind quasi gleichalt

Alle ihre Kids sind zwischen wenigen Monaten und circa einem Jahr alt. Alle wurden von Leihmüttern per künstlicher Befruchtung ausgetragen. Nur Vic, die Älteste, ist schon sechs Jahre alt und wuchs selbst neun Monate im Bauch der heute 23-Jährigen heran.

Zeit für ein Interview mit uns hat Christina kaum. Immer wieder springt sie von einem Raum zum anderen, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Jedes Mädchen, jeder Junge hat seine Mama für ein paar Minuten.

85 Kinder sollen folgen!

Der Spaziergang an der frischen Luft wird zum Event an der Strandpromenade von Batumi. Die Security der Familie sperrt die Straßen ab, der lange Kinderwagentross schiebt sich über den palmengesäumten Boulevard. Alltag bei den Ozturks.

Warum sie sogar mehr als 100 Kinder wolle, frage ich sie. Denn das hat die Mutter in einem Interview einmal gesagt. Ihre Antwort klingt etwas unentschlossen. Einerseits, weil sie sich selbst noch als Kind fühle und Kinder einfach liebe. Andererseits möchte sie, dass sie und ihr Mann Galip sozusagen in der Gestalt ihrer Kinder weiterleben, wenn es sie einmal nicht mehr gibt.

Ihr Mann ist kein Unbekannter

Galip Ozturk ist 56 Jahre alt und offenbar ein schwerreicher Unternehmer. Ihm gehört unter anderem das größte Busunternehmen der Türkei. Wir hatten nicht den Eindruck, dass er einen sehr engen Bezug zu seinen 14 Kindern hat. Dennoch versuchte er vor unseren Kameras zu zeigen, dass er sie liebt und sich um seinen Nachwuchs kümmert.

Unumstritten ist der Multimillionär nicht – er hat jahrelange Gerichtsprozesse hinter sich, wegen Börsenmanipulation, Nötigung, Erpressung und Anstiftung zum Mord. Einer Haftstraße entging er aber.

Christina, Galip und Dominique machen ein Foto auf der Dachterrasse des Hochhauses.
Während seines Drehs trifft Dominique auch auf Christinas Mann Galip. © RTL

Teures "Hobby"

Das Paar hat bis zu 40.000 Euro pro Befruchtung bezahlt, es gibt zahlreiche Leihmütter. Christinas Social-Media-Managerin erzählt mir abseits der Kameras, dass künftig auch Kinder per Adoption zur Familie stoßen sollen.

Experten sprechen von "Kinderzucht"

Psychologen sehen die große Anzahl an Babys kritisch, als eine Art „Kinderzucht“. Untereinander könnten die Kinder zwar spielen. Die Anerkennung, Aufmerksamkeit und Zuwendung der Mutter, die extrem wichtig ist für eine gesunde Entwicklung käme aber zu kurz. Auch, wenn es allen 14 Kindern materiell zwar an nichts fehlt. Ob sie sich gesund entwickeln können, darf aber infrage gestellt werden.