Rekordmai: Fast 4 Grad zu warm, 20 Sommertage, verheerender Starkregen und Hagel

26.05.2018, Sachsen, Leipzig: Besucher eines Eiscafes sitzen auf dem Leipziger Augustusplatz unter farbigen Regenschirmen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sommerwetter im Mai gab es nicht nur in Sachsen. © dpa, Sebastian Willnow, wil wst

Auch der Mai 2018 der wärmste Maimonat seit knapp 140 Jahren

Hoher Luftdruck, der sich von Mittel- nach Nordeuropa verlagerte, sorgte in Deutschland für einen überaus sonnenscheinreichen und außergewöhnlich warmen Mai. Der Mai 2018 ist mit einer mittleren Temperatur von 16,08 Grad und einer Abweichung von 3,96 Grad der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Aufzeichnungen reichen bis 1881 zurück. Ungewöhnlich auch, dass schon der April 2018 zum wärmsten April wurde und somit zwei Monate in Folge neue Rekordmonate wurden.

Heftige Gewitter, Starkregen und Hagel gelangten von Süden her zeitweilig bis in die Mitte Deutschlands und führten örtlich zu erheblichen Schäden. Den Norden und Osten erreichten sie jedoch meist nicht, so dass dort bald große Trockenheit herrschte und die höchste Waldbrandstufe erreicht wurde.

Erst sogar noch Minusgrade, dann 20 Sommertage im Mai!

Immerhin sank am 2. Mai das Quecksilber in Fassberg in der Lüneburger Heide noch auf -3,8 Grad. Doch bald danach trieb die Sonne die Temperaturen auf sommerliches Niveau: Bereits am 9. meldete Lingen im Emsland ein Tagesmaximum von 30 Grad. Dort konnte man mit 20 auch die meisten Sommertage (>=25 Grad) zählen. Ende Mai rollte eine Hitzewelle heran: Mit 34,2 Grad wurde es dabei erneut in Lingen am wärmsten.  

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Insgesamt zu wenig Regen, örtlich aber verheerender Starkregen und Hagel

27.05.2018, Hessen, Hetzerode: Hagelkörner und Schlamm liegen auf einer Straße. Feuerwehren und Rettungskräfte sind in der Region im Einsatz und pumpen überflutete Keller leer und räumen Schlammlawinen. Foto: Bernd März/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bi
Bei einem Unwetter in Hetzerode in Hessen liegen Hagelkörner und Schlamm auf einer Straße. © dpa, Bernd März, bmä jbu

Das Soll von 71 Litern pro Quadratmeter (l/m²) wurde mit etwa 50 l/m² um 28 Prozent verfehlt. Die Unterschiede waren dennoch beachtlich: Im Norden und Osten Deutschlands war es besonders trocken. Vereinzelt fielen dort weniger als 5 l/m², erste Waldbrände entstanden. Im Süden und Westen richteten sich die Niederschlagssummen meist nach den Zugbahnen der häufigen Gewitter.

So traten sehr unterschiedliche Regenmengen auf engstem Raum auf. Blitz und Donner wurden häufig von Hagel, Sturm und verheerendem Starkregen begleitet: Am 10. türmten sich Hagelkörner in Ginolfs in der Rhön bis zu einem halben Meter hoch auf. Ein Tornado der Stärke F2 (181 bis 253 km/h) verursachte am 16. bei Viersen, nahe der niederländischen Grenze, große Verwüstungen. Am 24. zogen heftige Gewitter mit ungeheuren Regenmassen immer wieder über das Vogtland hinweg. In Bad Elster-Sohl fielen dabei 151,8 l/m². 

An der Ostsee fast 12 Sonnenstunden pro Tag

Der Sonnenschein erreichte mit rund 275 Stunden etwa 140 Prozent seines Solls von 196 Stunden. Damit gehört der Mai 2018 zu den fünf sonnigsten seit dem Beginn flächenhafter Messungen 1951. Vor allem im Norden entstanden an mehreren Stationen neue Sonnen-Rekorde. Begünstigt war vor allem die Ostseeküste, teilweise mit mehr als 370 Stunden. Das sind im Durchschnitt fast 12 Stunden pro Tag! 

Benachteiligt war diesmal das Gebiet vom Allgäu bis zum Schwarzwald, mit örtlich weniger als 180 Sonnenscheinstunden.