Rekord-Brände im Regenwald: #PrayforAmazonia geht viral

Rekord-Waldbrände im Amazonas-Gebiet
Rekord-Waldbrände im Amazonas-Gebiet Neue Zahlen aus Brasilien 01:22

80 Prozent mehr Regenwaldbrände als im Vorjahreszeitraum

Die „Lunge der Welt“ brennt: 72.843 Brände hat Brasiliens National Institute for Space Research in diesem Jahr bereits registriert. Ein Rekord - und über 80 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Weite Teile Brasiliens sind in dichten Rauch gehüllt. Am Dienstag waren die Auswirkungen des Feuers im Regenwald sogar in Sao Paulo zu spüren - die Stadt liegt über 2.000 Kilometer von den riesigen Brandgebieten entfernt. Wie die Brände im Bundesstaat Amazonas wüten, sehen Sie im Video.

User schlagen Alarm: #prayforamazonia

Das Feuer und der Rauch sind aus dem All zu sehen. Auch Teile des Amazonas-Regenwaldes in Bolivien und Paraguay sind von den verheerenden Bränden betroffen. In den sozialen Medien versuchen Nutzer unter dem Hashtag #prayforamazonia Aufmerksamkeit für die Rettung des Regenwaldes zu schaffen. 

Gurratan Singh, kanadischer Politiker, betont in seinem Tweet die Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes für die Welt: Er produziere 20 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen, und mache 40 Prozent des Regenwaldes auf der Welt aus. Er ruft nicht zur zu #prayforamazonia auf, sondern betont die Bedeutung des Kampfs gegen den Klimawandel.

Durch diesen sind Waldbrände im Regenwald viel gefährlicher geworden. Denn in dem sehr feuchten Klima und mit den humiden Böden im Regenwald breiteten sich Brände dort früher selten weit aus. Doch durch den Klimawandel sind Phasen der trockenheit viel häufiger geworden. Doch der Auslöser für die Brände in Brasilien trägt einen Namen: Jair Bolsonaro.

Bauern roden den Regenwald für landwirtschaftliche Nutzung

Abholzung des Regenwaldes: Das ist seit Jahrzehnten ein Problem in Brasilien. Bauern legen bewusst Brände, um landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen. Doch während Umweltschützer in den vergangenen Jahre Erfolge im Kampf gegen Regenwald-Abholzung feiern konnten, hat die politische Lage in Brasilien die Waldbrände neu angefacht.

Jair Bolsonaro hat im Januar die Macht in Brasilien übernommen und will in der Amazonasregion keine weiteren Schutzgebiete ausweisen und mehr Rodungen zulassen. Die Zahl der Rodungen hat in diesem Jahr bereits zugenommen. Wie reagiert der rechtsgerichtete Präsident, der bereits mehrfach mit frauen- und schwulenfeindlichen sowie rassistischen Parolen Schlagzeilen machte, auf Kritik? Gegenüber brasilianischen Reportern griff er zu Polemik: „Ich wurde für gewöhnlich Kapitän Kettensäge genannt. Jetzt bin ich Nero, der den Amazonas im Flammen setzt.“