Reisewetter: So wird das Wetter im Alpenraum

Wärmer aber weiter feucht

So wird das Wetter im Alpenraum
Blick auf den Lago Maggiore

Betrachtet man das derzeitige Wetter in den Alpen, so schreckt es die Urlauber eher ab. Die Kaltfront eines Tiefs mit Zentrum über dem Baltikum überquerte die Alpen am gestrigen Sonntag nur sehr langsam. So kam es fast im gesamten Alpenraum zu kräftigen Niederschlägen. Besonders betroffen waren das Tessin, Graubünden, Südtirol und der nördliche Alpenrand. Verbreitet fielen dort Niederschlagsmengen von etwa 35 - 60 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Spitzenreiter war die Station Magadino im südlichen Tessin, knapp nördlich des Lago Maggiore mit 83 Litern pro Quadratmeter.

Auf der Rückseite der Kaltfront floss polare Meeresluft in den Alpenraum, sodass die Niederschläge bis in einer Höhe von 2.000 m zunehmend als Schnee fielen, wodurch dort höhere Neuschneemengen zusammen kamen. So meldete die Station Alpinzentrum Rudolfshütte auf 2310 m eine Schneedecke von 40 cm. Auf der Zugspitze sind 25 cm Schnee gefallen. Solche Wintereinbrüche bis in mittlere Lagen sind im Sommerin den Alpen nichts Ungewöhnliches. Plant man einen Wanderurlaub, sollte man sich auf solche Witterungsverhältnisse entsprechend einstellen.

Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Dienstag bringt die Warmfront eines Tiefs mit Zentrum über Südwesteuropa erneut kräftige gewittrige Niederschläge. Dabei können nochmals 25 - 50 mm Niederschlag fallen. Besonders betroffen sind nach derzeitigem Stand die Nord- und Zentralalpen. Jedoch gelangt auch schwül warme subtropische Luft in den Alpenraum, sodass gegen Ende der Woche mit einer deutlichen Erwärmung zu rechnen ist und der Schnee wieder schmelzen wird, sodass die Wege in den Hochlagen wieder begehbar sein werden.

Ende der Woche ist zwar mit einer Wetterbesserung bei teils hochsommerlichen Temperaturen in den Tälern zu rechnen, allerdings bilden sich am Nachmittag in der schwülwarmen Luftmasse häufig kräftige Schauer und Gewitter, die besonders bei hochalpinen Touren eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Ein grober Trend deutet an, dass es auch danach voraussichtlich wechselhaft weiter gehen könnte.

Quelle: DWD